Monday, 26 April 2010

In der Schuldenfalle: Drohen Staatsbankrott, Inflation und Massenarmut?

Symposium

Drohen Staatsbankrott, Inflation und Massenarmut?
Ökonomen streiten über Staatsverschuldung

Die staatlichen Defizite bei der Regulierung der Finanzmärkte wurden mit hohen Staatsdefiziten beglichen, für die die Gesellschaften nun aufkommen  müssen. Zugleich wird an den Finanzmärkten weiter gewettet – auch auf den Bankrott von Staaten. Welche Auswege gibt es aus dieser Situation? Wie kann die Staatsverschuldung gebremst werden? Darüber diskutieren zwei renommierte Ökonomen unterschiedlicher Richtungen: Prof. Dr. Kai Konrad, Direktor am Max-Planck-Institut in München, und Prof. Dr. Gustav Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. Die Diskussion findet am Montag, 26. April 2010, 18.30 Uhr im Wissenschaftszentrum Berlin, Reichspietschufer 50, statt. Der Eintritt ist frei.

Durch Bankenrettung, Rezession und Konjunkturpakete ist die Staatsverschuldung exorbitant gestiegen. Zu befürchten sind massive verteilungspolitische Auswirkungen sowie Einschränkungen im Angebot öffentlicher Leistungen wie etwa Bibliotheken, Kindergärten, Infrastruktur u.a. Welche Möglichkeiten für einen gerechten Abbau der Lasten gibt es? Wann ist das Gebot zu sparen volkswirtschaftlich sinnvoll, wann ist es kontraproduktiv? Müssen wir mit einer Entschuldung durch Inflation rechnen? Welche Lösungen sind auf EU-Ebene anzustreben, um den europäischen Zusammenhalt zu sichern?

Prof. Dr. Kai Konrad ist Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbsund Steuerrecht. Als stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium für Finanzen stellt er außerdem eine Verbindung zwischen Wissenschaft und praktischer Politik her. Von 1994-2009 war er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und von 2001-2009 Direktor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Seine Forschungsgebiete sind Finanzwissenschaft, Mikroökonomie und New Political Economy. Beim Handelsblatt-Ökonomen-Ranking 2008 erreichte er Platz 6.

Prof. Dr. Gustav Horn ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. Zuvor leitete er die Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Auch gegenwärtig erstellt Prof. Horn Konjunkturprognosen, hierfür wurde er 2008 von der Financial Times Deutschland ausgezeichnet. Der Vertreter keynesianischer Positionen wirkt außerdem als Permanent Consultant des Monetary Committee des Europäischen Parlaments.