Wundertüte Governance? Eine kritische Bilanz aus der Sicht dreier Forscher-Generationen
Seit Einführung des Begriffs Governance gab es Zweifel an dessen Beschreibungs- und Innovationswert. Was ist schon mehr dran als ein hübsches Wort für das sperrige „politische Steuerung“? Oder sogar schlimmer: Ist Governance nicht sogar weniger als Steuerung, weil der konturlose Begriff alles besagt – und nichts? Der Karriere des Konzepts haben die Zweifel aber nicht geschadet. Governance ist ein zentrales Paradigma der Gesellschaftstheorie geworden. Vertreter dreier Forschergenerationen nehmen den Stand der Diskussion kritisch unter die Lupe.
Renate Mayntz ist emeritierte Direktorin des Kölner Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung und hat die Steuerungs- und Governance-Diskussion seit ihren Anfängen maßgeblich geprägt.
Claus Offe lehrt Politikwissenschaft an der Hertie School of Governance. Er hat in mehreren Beiträgen den Sinn des Governance-Paradigmas entschieden bestritten.
Christoph Möllers ist Professor für Öffentliches Recht in Göttingen und hat sich mehrfach mit der interdisziplinären Rezeptionsfähigkeit der Governance-Theorie beschäftigt.
Gunnar Folke Schuppert ist Forschungsprofessor für „Neue Formen der Governance“ am WZB. Er gibt die Schriften zur Governance-Forschung heraus, deren 16. Band soeben mit einer kritischen Bilanz erschienen ist: „Governance als Prozess“, Sebastian Botzem, Jeanette Hofmann, Sigrid Quack, Gunnar Folke Schuppert, Holger Straßheim (Hg.), Nomos Verlagsgesellschaft 2009, 688 S.