Trotz allem in den Dialog gehen – Mo Asumang am WZB
Mo Asumang, Regisseurin, Autorin und Moderatorin, besuchte in unserer Gesprächsreihe „Starke Stimmen für Vielfalt“ das WZB und plädierte für eine Offenheit im Dialog, auch mit Feinden der Demokratie. Sie ruft auf: Seht euch verpflichtet, für die Demokratie zu arbeiten.
Auf einer Nazi-Demo kann man niemanden verändern – im normalen Gespräch schon, sagt Mo Asumang. Sie konfrontiert Rechtsextreme mit einer radikalen Methode, die überraschen mag: Statt Gegenargumente zu bringen oder sich in Rage zu reden, sind ihre Instrumente Zuhören und interessierte Nachfragen, mit denen sie kleine und große Irritationen bei ihren Gesprächspartner*innen erzeugt.
Als erste afrodeutsche Moderatorin im deutschen Fernsehen erlebte Mo Asumang immer wieder Anfeindungen, die in der Morddrohung von einer Neonazi-Band gipfelten. In der Hoffnung, Rassismus, Rechtsextremismus und die dahinter lauernde Gewalt besser begreifen zu können, suchte sie aktiv das Gespräch mit Rechtsextremen – und entwickelte Strategien gegen ihre Angst.
Hiervon erzählt ihr vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm „Die Arier“ eindrucksvoll, den sie regelmäßig in Schulen zeigt. In den Filmausschnitten kann man sehen, wie Rechtsextreme sich eher durch die interessierten Fragen eines Gegenübers selbst in Widersprüche verstricken als durch inhaltliche Argumente.
Im Gespräch mit WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger betont Mo Asumang, dass sich in politischen Diskussionen heute Wut und Hass gegenseitig befeuern, dass Mauern gebaut werden statt miteinander zu reden. Ihr ist es ein Anliegen, trotz allem ein Beziehungsangebot für die Menschen zu bieten, die sich verschanzen und in ihrem täglichen Medienkonsum nur noch in einer Schleife aus Hass befinden.
Wer aktiv mit Menschen das Gespräch sucht, die offen demokratie- und menschenfeindliche Positionen vertreten, geht kleine, aber unerlässliche Schritte für den Erhalt der Demokratie, erklärt Mo Asumang. Dafür hat sie ihren Verein mo:lab gegründet, der das Handwerkszeug für solche Diskussionen vermittelt und bei dem man sich auch als Dialogbotschafter*in ausbilden lassen kann – nicht nur gegen die Sprachlosigkeit, auch gegen die Angst.
Die Veranstaltung mit Mo Asumang ist Teil der Reihe „Starke Stimmen für Vielfalt“, in der Jutta Allmendinger Personen, die Mut machen, ans WZB einlädt. Sie wird gefördert von den Freunden des WZB e.V.





