Handbuch Transformationsforschung

Gesellschaften im Wandel erforscht

Transformationsprozesse ganzer Regime sind komplexe Vorgänge mit offenem Ausgang. Es geht dabei nicht nur um eine bewusste Umgestaltung von politischer Praxis, Wirtschaft und Recht, sondern auch um einen tiefgreifenden Einschnitt in die sozialen Verhältnisse, die Lebenswelt und die Kultur der Bürger. Die interdisziplinäre Transformationsforschung widmet sich dieser komplexen Enwicklung. In welcher Form und mit welchen methodischen Ansätzen, das zeigen Raj Kollmorgen, Wolfgang Merkel, Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung am WZB, und Hans-Jürgen Wagener im neuen „Handbuch Transformationsforschung“ .

Im Handbuch haben die Herausgeber 71 nationale wie internationale Autoren der Politik-, Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturwissenschaften zusammengebracht, um das Forschungsfeld Transformation aus interdisziplinärer Perspektive zu untersuchen, darunter viele WZB-Wissenschaftler. Die Beiträge machen deutlich, dass ein historischer Epochenumbruch die Gesellschaft immer als Ganzes erfasst und nur durch die Zusammenarbeit aller Gesellschaftswissenschaften adäquat analysiert werden kann.

Die Publikation widmet sich im ersten Teil den großen Paradigmen dieser Forschung: System, Institutionen und Akteure. Neben den prominenten Forschungsansätzen wie der Modernisierungstheorie, dem Strukturalismus, dem Historischen Institutionalismus, der Entwicklungsökonomik und der Politischen Ökonomie ist ein weiterer Teil den Methoden gewidmet. Quantitativ-statistische Verfahren werden ebenso vorgestellt wie makro-qualitative Methoden, Methoden aus der Ethnographie, den Wirtschaftswissenschaften und der Diskursanalyse. Nach einem Überblick über die wichtigsten historischen Wellen gesellschaftlicher Transformationen folgt ein Blick auf Sphären der Transformation wie Recht, Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Raj Kollmorgen, Wolfgang Merkel, Hans-Jürgen Wagener (Hg.): Handbuch Transformationsforschung. Wiesbaden 2015: Verlag Springer VS.