Nicht selbstverständlich - Karriere im Doppelpack
Doppelkarrieren sind bei Akademikerpaaren keine Selbstverständlichkeit. Und das, obwohl in diesen Beziehungen beide Partner gut ausgebildet und zumindest über weite Strecken erwerbstätig sind. Überwiegend scheitern solche Doppelkarrieren daran, dass die Frau – etwa wegen Familiengründung oder Diskriminierung – keine Karriere machen kann, also keinen bildungs- und altersadäquaten Job hat. WZB-Forscherinnen um Heike Solga haben untersucht, was genau Doppelkarrieren bei Wissenschaftlern blockiert – und Empfehlungen formuliert, um beruflichen Erfolg für beide Partner zu ermöglichen. Die Erkenntnisse wurden jetzt als Sammelband veröffentlicht und werden am 28./29. Oktober bei einer Konferenz am WZB präsentiert.
Es zeigte sich, dass bei Akademikerpaaren mehr Männern als Frauen eine Karriere glückte. Zwölf Jahre nach Studienabschluss waren es beispielsweise 86 Prozent der Wissenschaftler und knapp drei Viertel (73 Prozent) der Wissenschaftlerinnen. Trotz dieser vergleichsweise hohen Karrierequote waren aber Doppelkarrieren nicht das überwiegende Arrangement in diesen Partnerschaften: Nur die Hälfte der Wissenschaftlerinnen und 40 Prozent der Wissenschaftler setzten eine Karriere im Doppelpack um. Die WZB-Wissenschaftlerinnen leiten aus ihren Erkenntnissen Empfehlungen an Wissenschaft und Politik ab. So sollte es etwa schon in frühen Phasen der wissenschaftlichen Berufstätigkeit dual-career-Angebote für Paare geben – nicht erst ab der Professur.