Aus der Wahlforschung

Wähler in Bewegung

Wähler sind heute wechselhafter und Wahlentscheidungen weniger vorhersehbar. Die Ursachen und Folgen des veränderten Wahlverhaltens ergründen die Autoren des von Bernhard Weßels mitherausgegebenen Bandes "Voters on the move or on the run?", erschienen bei Oxford University Press.

Das Fazit der Wahlforscher: Die Bürger wenden sich nicht von der Politik ab, reagieren aber auf ein komplexer gewordenes Umfeld, in dem Wahlen stattfinden – unter anderem auf die Auflösung traditioneller Parteibindungen, die Differenzierung der politischen Parteien oder die Fülle an Informationsangeboten. Der Bildungsgrad und die Fähigkeit des Einzelnen zur Informationsbeschaffung haben deshalb für das Wahlverhalten an Bedeutung gewonnen, Wählerkalküle werden komplexer und heterogener. An Einfluss verloren haben dagegen sozialstrukturelle Faktoren und die Einbettung in soziale Konfliktlinien. Die im Band versammelten Aufsätze decken damit neue Muster und Strukturen auf, die das Wahlverhalten heute erklären können.

Bernhard Weßels, Hans Rattinger, Sigrid Roßteutscher, Rüdiger Schmitt-Beck: Voters on the move ore on the run?, Oxford University Press 2014, 368 Seiten.