Ist Fleiß erblich?

Jonas Radl leitet die neue WZB-Projektgruppe „Effort and Social Inequality“. Der Soziologe, der eine Professur an der Universität Madrid innehat, forscht zu der Frage, wie stark die Bereitschaft sich anzustrengen von der sozialen Herkunft abhängt. Die Projektgruppe arbeitet mit einer Verbindung aus Experimenten und Datenauswertung; finanziert wird sie durch ein Starting Grant des European Research Council.

Das Projekt erweitert das Wissen über Bildungskarrieren um einen entscheidenden Aspekt: Während es viele Erkenntnisse über die Abhängigkeit von Fähigkeiten junger Menschen von ihrem sozialen Hintergrund gibt, ist die Frage bislang unterbelichtet, welche Bedingungen vorliegen müssen, damit jemand sich anstrengt. Arbeiten privilegierte Kinder härter – weil sie mehr Unterstützung erfahren? Daraus würde die Frage folgen, wie alle zu motivieren sind. Oder sind es gerade die Kinder aus sozial schwächeren Elternhäusern, die sich große Mühe geben? Dann würde sich die Frage nach der Gerechtigkeit besonders deutlich stellen, denn offensichtlich haben es diese Kinder trotz allem schwerer als andere, in Bildung und Beruf voranzukommen.

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