Was Statistik mit Obstsalat zu tun hat
Manche Schlagzeilen lassen vermuten, dass Menschen ohne deutschen Pass eher Straftaten begehen als deutsche Staatsangehörige. Ist das wirklich so? Die WZB-Forscherinnen Sabine Hübgen und Ellen von den Driesch haben diese Frage aufgegriffen, um in einem Animationsfilm Grundlagen der Statistik zu erklären.
Der Film ist ein Plädoyer für Komplexität. Konkret: Es greift zu kurz, nur die Nationalität eines Menschen zu betrachten, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Straftat eingeschätzt werden soll. Für statistisch belastbare Aussagen müssen viele Merkmale wie das Alter, das Geschlecht, der Bildungsstand, das Elternhaus, der Wohnort hinzugezogen werden. Wenn sich dann zum Beispiel zeigt, dass unter den Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit überdurchschnittlich viele junge Männer sind, relativiert sich die Bedeutung des Passes. Schlicht „Ausländer“ mit „Deutschen“ zu vergleichen, wäre wie der sprichwörtliche Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Anstatt sich auf ein Merkmal zu konzentrieren, sollte man lieber immer nach dem ganzen Obstsalat fragen.
Zeichnungen: Marie Basten
Aufnahme, Schnitt und Toneffekte: Lukas Schlaffke
Animation: Roman Wörndl
Sprecherin: Silvia Höhne
Wir danken den Freunden des WZB e.V. für die Unterstützung.
Berlin, 18.12.2019