Friends of the WZB Award

Julia Pohle erhält in diesem Jahr den Preis der Freunde des WZB. Ausgezeichnet wird sie für ihren Artikel Digitalpolitik in Deutschland: globales Politikfeld sucht Ministerium. Dieser behandelt die Dringlichkeit digitalpolitischer Fragen und die Bedeutung adäquater Entscheidungsstrukturen und finanzieller Ressourcen.

Ihr Beitrag überzeugte die Auswahlkommission durch seine klare Argumentation und die gute Verständlichkeit - auch für Leser*innen jenseits der Wissenschaft. Hervorgehoben wurde auch die dem Thema angemessene Erstveröffentlichung im Medium Wissenschafts-Blog.

Der im April 2018 erschienene Essay diskutiert die damalige Entscheidung der Bundesregierung, kein neues Ministerium für Digitalisierungsfragen einzurichten und stattdessen eine Staatsministerin mit der Koordination der digitalpolitischen Interessen aller Ressort zu betrauen. Mit diesem Schritt - so kritisiert der Text - verpasste die Große Koalition die Chance, digitalpolitische Kompetenzen zu bündeln und den hohen Stellenwert des neuen Politikfeldes zu institutionalisieren. Die digitale Transformation wird hierzulande als Querschnittsthema angesehen, das in die Zuständigkeit aller Ministerien fällt und diesen nicht entrissen werden kann. Der Text diskutiert die Konsequenzen dieser Einstellung für die deutsche Digitalpolitik, die aufgrund struktureller Schwächen und einer fehlenden Gesamtausrichtung der globalen Dimension und politikfeldübergreifenden Dringlichkeit der digitalen Transformation derzeit nicht gerecht werden kann.

Der Friends of the WZB Award wird seit 2015 vom Freundeskreis des WZB vergeben. Er zeichnet akademische Beiträge von WZB-Nachwuchsforschenden aus, die beispielhaft für die Grundlagenforschung des WZB, gesellschaftlich relevant und öffentlich verständlich sind. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

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10.6.2020

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Friends of the WZB Award
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Porträt Julia Pohle
David Ausserhofer

Dr. Julia Pohle ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Politik der Digitalisierung.