ARBEIT

Abstract

In den vergangenen Jahren hat sich eine Vielzahl von Forschungsprojekten der Erklärung von Arbeitsmarktnachteilen von Zuwanderern und ihren Kindern gewidmet. Diese gliedern sich in zwei methodologische Forschungsansätze: Zum einen gibt es eine Reihe von Studien auf der Basis von Bevölkerungsbefragungen und Analysen von amtlichen Statistiken, die nachgewiesen haben, dass ein Teil der Arbeitsmarktnachteile von Migranten, unter anderem, auf Bildungsdefizite zurückzuführen sind. Allerdings bleiben, auch wenn man Bildung berücksichtigt, noch erhebliche Nachteile für Personen mit Migrationshintergrund bestehen. Zum anderen gibt es eine Reihe von experimentellen Studien, die untersuchen, inwieweit diese Nachteile durch Diskriminierung seitens Arbeitgeber erklärt werden können. Hierfür werden fiktive Bewerbungen an Arbeitgeber verschickt, wobei die ethnische Gruppenzugehörigkeit des Bewerbers variiert wird, andere Merkmale wie Bildungsstand und Berufserfahrung aber konstant gehalten werden. Studien dieser Art zeigen fast ausnahmslos, dass Diskriminierung stattfindet. Ein zentraler Nachteil dieser Studien ist jedoch, dass sie nur begrenzt generalisierbar sind und nicht ohne weiteres Rückschlüsse darüber erlauben, wie groß, im Vergleich zu anderen Wirkungsfaktoren, der Anteil von Diskriminierung für die Erklärung von Arbeitsmarktunterschieden ist.

Auch wenn es zu beiden Forschungsansätzen mittlerweile bereits reichhaltige Forschungsbefunde gibt, fehlt nach wie vor eine gemeinsame, synthetisierende Analyse. Ziel des Teilprojekts ARBEIT ist es daher, die Ursachen von Arbeitsmarktnachteilen von Personen mit Migrationshintergrund und den relativen Einfluss von Diskriminierung und anderen Wirkungsfaktoren (z.B. Bildungsunterschiede, Sprachkenntnisse, Sozialkapital) zu erforschen. Hierfür soll in einem ersten Schritt der aktuelle Forschungsstand aufbereitet werden, für den sowohl Ergebnisse aus Bevölkerungsbefragungen und Analysen von amtlichen Statistiken, als auch experimentelle Studien berücksichtigt werden. Diese Befunde werden zusammengetragen und systematisch aufeinander bezogen um vorhandene Forschungslücken zu identifizieren. Insofern solche Lücken mit weiterführenden Analysen bereits existierender Datensätzen geschlossen werden können, sollen diese in einem zweiten Schritt durchgeführt und Desiderata für anschließende Forschung formuliert werden.

Das Projekt ARBEIT ist ein Kooperationsprojekt der DeZIM-Gemeinschaft.

Projektleitung
Herbert Brücker (IAB), Frank Kalter (MZES)
Mitarbeiter/innen
David Kretschmer (MZES)
Laufzeit
2018 -
Förderung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Kooperationspartner
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)