Publikationen Neuerscheinung

Die WHO und zwei Elefanten

Wer für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeite, müsse lernen, mit „zwei Elefanten in einem Raum zu leben”. So beschrieb ein neu berufener Programmdirektor der WHO das Dilemma der UN-Sonderorganisation: ­ zum einen deren Fragmentierung in autonom agierende Regionalbüros, zum anderen die chronische Unterfinanzierung und Abhängigkeit der WHO von Spenden. Wie konnte es dazu kommen? Und weshalb haben alle bisherigen Reformversuche die Pathologien der Organisation eher verstärkt als korrigiert? WZB-Forscherin Tine Hanrieder geht dieser „Fragmentierungsfalle“ in ihrem neu erschienenen Buch nach. mehr
Publikationen Aufsatz

Wer sich überschätzt, delegiert seltener

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem „Rückschaufehler" und der Fähigkeit zum Delegieren? Als Rückschaufehler wird in der Psychologie die Tendenz bezeichnet, die Vorhersehbarkeit eines Ereignisses nach dem Motto „Das habe ich ja vorher schon gewusst“ retrospektiv zu überschätzen. Ein Team der WZB-Abteilung Verhalten auf Märkten hat diese Frage untersucht und während der WM 2010 Probanden gebeten, den Ausgang von Fußballspielen vorherzusagen. Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und zeigen: Wer sich überschätzt, delegiert seltener. mehr
Personen Arbeitsmarktforschung

Thomas Biegert für Dissertation ausgezeichnet

Ist der deutsche Arbeitsmarkt überreguliert? Wie wirkt sich Arbeitsmarktpolitik auf die Beschäftigungschancen in Europa aus? Und welche Rolle spielen Alter, Geschlecht und Bildung? Diesen Fragen ist der WZB-Wissenschaftler Thomas Biegert von der Abteilung Ungleichheit und Sozialpolitik in seiner Dissertation nachgegangen. Seine Arbeit hat auch die Lorenz-von-Stein-Gesellschaft überzeugt. Sie zeichnete den Soziologen für die beste sozialwissenschaftliche Dissertation an der Universität Mannheim des vergangenen Jahres aus. mehr
Presse Presseinformation

Wirtschaft setzt auf reifere Bewerber

Auch zwei Jahre nach dem Schulabschluss haben Bewerberinnen und Bewerber gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz – insbesondere dann, wenn sie sich in dieser Zeit über eine berufsvorbereitende Maßnahme im Übergangssystem weiterqualifiziert haben. Diese sogenannten Altbewerber werden sogar öfter zum Vorstellungsgespräch eingeladen als jene, die sich direkt nach der Schule bewerben. Das haben die WZB-Ökonominnen Dorothea Kübler und Julia Schmid aus der Abteilung Verhalten auf Märkten in einem Feldexperiment herausgefunden, in dem erstmals Rekrutierungskriterien auf dem Ausbildungsmarkt in einem großen Umfang getestet wurden. mehr
Publikationen WZB-Mitteilungen Juni 2015

Jenseits des Staates - zur Architektur globaler Politik

Klimawandel, Migration, Finanzkrisen –  heute können Staaten weniger denn je einzeln den großen Herausforderungen begegnen. Internationale Institutionen und Abkommen gewinnen an Bedeutung. Die Architektur globaler Politik ist Schwerpunktthema des aktuellen Heftes der WZB-Mitteilungen. Forscherinnen und Forscher schreiben darin weniger über eine umfassende „Weltpolitik“, sondern nehmen einzelne Akteure, deren Strategien und Akzeptanz unter die Lupe. mehr
Publikationen Internationaler Vergleich

Effektive Sozialpolitik ist nicht immer populär

Lange hat die Forschung angenommen, dass effektive Sozialpolitik auch automatisch populär ist. David Brady, Direktor der WZB-Abteilung Ungleichheit und Sozialpolitik und Amie Bostic (Duke University) haben das Verhältnis von Effektivität und Popularität in der Sozialpolitik international vergleichend untersucht. Grundlage waren Daten von 25 reichen Demokratien und 14 Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Ergebnis: Es gibt keinen Automatismus zwischen einer wirkungsvollen Sozialpolitik - die im besten Fall die soziale Ungleichheit verringert - und der Popularität einer solchen Politik. mehr
Presse Aktuelle Analyse

Das Internet bringt keine Wähler zurück

Die repräsentative Demokratie steht unter Druck: Das untere Drittel der Gesellschaft beteiligt sich nicht mehr, Parteien verlieren an gesellschaftlicher Verankerung, die Europäisierung schwächt den demokratisch legitimierten Nationalstaat nicht nur in Südeuropa. Als Heilmittel gelten mehr Referenden, die digitale Demokratie, mehr deliberative Verfahren oder ein stärkerer europäischer Zusammenschluss. Doch solche Änderungen halten in der Praxis nicht das, was sie versprechen, wie WZB-Demokratie-Forscher Wolfgang Merkel in seiner Analyse „Nur schöner Schein?“ für die Otto Brenner Stiftung zeigt. Sie schaffen es vor allem nicht, dass das untere Drittel der Gesellschaft in die Politik zurückkehrt. mehr