Presse Steffen Huck über Flüchtlinge in Jordanien

Die barmherzigen Nachbarn der Samariter

Syrische Flüchtlinge in einem Camp in Jordanien, Foto: dpaZur Großansicht
Geschätzt anderthalb Millionen Flüchtlinge leben derzeit in Jordanien, einem Land mit gerade einmal sechs Millionen Einwohnern. Damit beherbergt Jordanien im Verhältnis weit mehr Flüchtlinge als Deutschland. „Von den Einheimischen kann man hören, wie schwer das ist, aber was man nicht hört, ist Protest von ihrer Seite gegen die Flüchtlinge“, schreibt WZB-Direktor Steffen Huck in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das sei umso erstaunlicher, weil nur rund ein Fünftel der Flüchtlinge in Aufnahmelagern lebt, während die anderen in den jordanischen Städten und Dörfern untergekommen sind, wo deshalb die Mieten unter entsprechendem Druck stehen. Neben dem Wasser ist das für viele Jordanier der zweite elementare Lebensbereich, der durch die Flüchtlingskrise massiv beeinträchtigt wird. Wer also lernen will, was Menschenliebe bedeute, schaue sich den Umgang mit den Flüchtlingen in Jordanien an, empfiehlt der Ökonom. mehr
Publikationen Interview mit Michael Zürn

„Es gibt keine Alternativen zu Europa“

Fotograf: M. Urban
Eine echte Alternative zu Europa haben die Europakritiker auch nicht, sagt Michael Zürn, Direktor der WZB-Abteilung Global Governance, in einem Interview mit der Deutschen Welle. Die Rechtspopulisten lehnten alles Offene und Internationale ab – ohne eigene politische Konzepte. Europakritische Stimmen seien gleichzeitig aber auch eine normale Begleiterscheinung für eine Institution, die immer größer und mächtiger werde. Beunruhigend ist es, dass sich die nationalen Regierungen keine Reformen mehr innerhalb der EU zutrauen, weil sie Abstimmungsniederlagen in Parlamenten und bei Referenden befürchten. mehr
Personen Personalie

Merlin Schaeffer wird Professor in Köln

David Ausserhofer
Merlin Schaeffer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung, übernimmt zum 1. September die Professur für „Demographie und soziale Ungleichheit“ am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. mehr
Publikationen Aufsatz

Wer sich überschätzt, delegiert seltener

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem „Rückschaufehler" und der Fähigkeit zum Delegieren? Als Rückschaufehler wird in der Psychologie die Tendenz bezeichnet, die Vorhersehbarkeit eines Ereignisses nach dem Motto „Das habe ich ja vorher schon gewusst“ retrospektiv zu überschätzen. Ein Team der WZB-Abteilung Verhalten auf Märkten hat diese Frage untersucht und während der WM 2010 Probanden gebeten, den Ausgang von Fußballspielen vorherzusagen. Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und zeigen: Wer sich überschätzt, delegiert seltener. mehr
Publikationen WZBrief Bildung

Die vielen Gesichter der Inklusion

Spätestens seit der Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im Jahr 2009 ist klar: Deutschland muss mehr tun, um Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf „die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung“ zu garantieren. In den Bundesländern gibt es allerdings eine kaum zu überschauende Vielfalt an Formen der schulischen Integration. Im neuen WZBrief Bildung schlägt Jonna Blanck eine Systematik vor, mit der diese deutschlandweit verglichen werden können. mehr
Presse Aktuelle Analyse

Das Internet bringt keine Wähler zurück

Die repräsentative Demokratie steht unter Druck: Das untere Drittel der Gesellschaft beteiligt sich nicht mehr, Parteien verlieren an gesellschaftlicher Verankerung, die Europäisierung schwächt den demokratisch legitimierten Nationalstaat nicht nur in Südeuropa. Als Heilmittel gelten mehr Referenden, die digitale Demokratie, mehr deliberative Verfahren oder ein stärkerer europäischer Zusammenschluss. Doch solche Änderungen halten in der Praxis nicht das, was sie versprechen, wie WZB-Demokratie-Forscher Wolfgang Merkel in seiner Analyse „Nur schöner Schein?“ für die Otto Brenner Stiftung zeigt. Sie schaffen es vor allem nicht, dass das untere Drittel der Gesellschaft in die Politik zurückkehrt. mehr