Presse Neue WZB-Studie

Mangelnde Aufsicht führt zur sozialen Abschottung von Privatschulen

Schulpolitik und Verwaltung in Berlin und Hessen nehmen ihre Aufsicht über staatlich geförderte Privatschulen nur unzureichend wahr. Gesetzliche Vorgaben und Kontrollen, die Kindern unabhängig vom Geldbeutel der Eltern den Zugang zu diesen Schulen garantieren, sind mangelhaft oder fehlen. In beiden Ländern wird damit der Auftrag des Grundgesetzes, eine Sonderung der Schüler nach Besitzverhältnissen zu verhindern (Artikel 7 Absatz 4), nicht erfüllt. Das zeigt eine neue Studie der WZB-Forscher Michael Wrase, Laura Jung und Marcel Helbig. Die Studie belegt eine rechtswidrige Schulgeldpraxis in beiden Ländern, die zu einer sozialen Abschottung von Privatschulen führt. Viele einkommenschwache Familien können es sich nicht leisten, ihre Kindern auf diese Schulen zu schicken. mehr
Publikationen Neuer Leviathan erschienen

Die Bruchlinien der Weltpolitik

Titelbild Leviathan
"Abschied von der Globalisierung und Auflösung des Westens?" hat Reinhard Blomert sein Vorwort zum neuen Heft des Leviathans überschrieben. Die Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft, die von ihm redigiert wird, widmet sich in diesem Sommer kontroversen und aktuellen Themen. So sieht Klaus Dieter Wolf unter dem Titel "Ende oder Rückkehr der Geschichte?" die Weltpolitik vor neuen Herausforderungen, deren Bruchlinien vor allem durch die Frage nach Gerechtigkeit identifiziert werden könnten. Und Sigrid Betzelt und Ingo Bode haben sich über die Angstmobilisierung im liberalisierten Wohlfahrtskapitalismus Gedanken gemacht. mehr
Presse Neue WZB-Studie

Mehr Spenden durch Spendenzertifikate

Gemeinnützige Organisationen können mit anerkannten Spendensiegeln das Vertrauen in ihre Institution erhöhen, denn Spender geben mehr Geld für Organisationen, wenn diese ein Spendensiegel vorweisen können. Die Effizienz von Spendenzertifikaten hat ein Team um WZB-Wissenschaftlerin Maja Adena erstmals in einem Experiment mit etwa 500 Teilnehmern untersucht. Ihre Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig es bei Gütern ist, deren Qualität Kunden nicht leicht beurteilen können, Vertrauen zwischen Käufern und Verkäufern herzustellen. mehr
Forschung Textanalysedaten am WZB

Aufbereitet: 3,9 Millionen Parlamentsreden zur EU

Politik entsteht in und durch Text. Reden, Parteiprogramme, Gesetzestexte oder die öffentliche Berichterstattung verraten viel über die Positionen, Prioritäten und Strategien gesellschaftlicher Akteure. Moderne Verfahren der maschinellen Analyse großer Textmengen sind deshalb auch für die politischen Wissenschaften von Bedeutung. Auch das WZB entwickelt solche Methoden. Es stellt vor allem umfassende Dateninfrastrukturen bereit. Eine neue Datenquelle haben jetzt Christian Rauh, Pieter  De Wilde und Jan Schwalbach erschlossen: Sie erfassten über 3,9 Millionen Reden in nationalen Parlamenten zu Debatten über EU-Themen. mehr
Über das WZB In eigener Sache

Berliner Pride Weeks: WZB zeigt Flagge

Regenbogenfahnen am WZB, Foto: Martina Sander
Auch in diesem Jahr wehen die Regenbogenfahnen an der Fassade des WZB. Anlass sind die Berliner Pride Weeks, die mit zahlreichen Aktionen in der Stadt ein Zeichen gegen Diskriminierung, Homo- und Transfeindlichkeit setzen. Das WZB steht für eine offene Gesellschaft ein - über das ganze Jahr mit Beiträgen und Diskussionen zu Demokratie, Sozialforschung und der Gestaltung unseres Zusammenlebens. Die Regenbogenfahnen wehen bei uns bis zum 24. Juli. mehr
Presse Experiment

Wer seine Gewinnchancen kennt, verhält sich weniger kooperativ

Die bisher herrschende Ökonomen-Meinung, Wissen um die eigenen Gewinnchancen im Wettbewerb (payoff information) sei förderlich für die Zusammenarbeit, ist widerlegt. Steffen Huck, Johannes Leutgeb (beide WZB) und Ryan Oprea (University of California, Santa Barbara) kommen nach einem Laborexperiment zu einem anderen Ergebnis: Wenn wir die eigenen Profitchancen kennen, geben wir uns mit diesem Gewinn zufrieden. Wir finden dann aber nie heraus, dass eine Kooperation mit anderen sich insgesamt und auch individuell noch mehr auszahlt. Die Studie ist erschienen im Fachjournal Nature Communications. mehr
Publikationen Neues Buch von Ruud Koopmans

Fragezeichen hinter Multikulti

Buchcover, LIT Verlag
Wovon hängt es ab, ob die Integration von Zuwanderern gelingt oder ob Parallelgesellschaften entstehen? Mit dieser Frage setzt sich der Migrationsforscher Ruud Koopmans seit Jahrzehnten auseinander - mit sehr unterschiedlichen Antworten. In seinem neuen Buch beschreibt er seinen wissenschaftlichen Weg. Ursprünglich überzeugt von der Integrationspolitik seiner Heimat Niederlande, die der Kultur, der Sprache und der Selbstorganisation der Zuwanderer großen Raum gibt und Einbürgerung leicht macht, plädiert Koopmans inzwischen dafür, von Zuwanderern klare Anstrengungen der Integration in die Mehrheitsgesellschaft zu verlangen. mehr
Personen Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Rolf Rosenbrock

Dilek Kolat, Rolf Rosenbrock; Foto: Paritätischer Gesamtverband
Rolf Rosenbrock ist für sein mehr als 40-jähriges Wirken in der Prävention und Gesundheitsforschung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Er gilt als produktiver, hoch angesehener und erfolgreicher Forscher, Lehrer und Politikberater. Rolf Rosenbrock forschte seit 1977 am WZB, bis 2012 leitete er hier die Forschungsgruppe Public Health. Er ist heute Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. mehr