Abstract

Der Erfolg von Unternehmensneugründungen ist ein wichtiger Indikator für das Wachstums- und Innovationspotential einer Ökonomie. Dies gilt besonders für die ostdeutschen Bundesländer, da dort der Aufbau neuer, wettbewerbsfähiger Industriestrukturen und aktives Unternehmertum von zentraler Bedeutung für zukünftiges Wirtschaftswachstum sind. Almus und Prantl (2002) zeigen, welchen Einfluss personen- und unternehmensspezifische Charakteristika auf die Wachstumschancen und Schließungsrisiken neu gegründeter Unternehmen in Ost- und Westdeutschland während der 1990er Jahre haben. Prantl (2003) widmet sich der Frage, inwieweit beobachtbare Unterschiede der Marktaustrittsprozesse in Ost- und Westdeutschland durch unterschiedliche Industriestrukturen, Kapital- und Arbeitsmarktgegebenheiten erklärt werden können.

Welchen Anreiz Unternehmen haben, Innovationen hervorzubringen, steht im Blickpunkt mehrerer Studien der Abteilung. Innovationstätigkeit und Produktivitätssteigerung hängen von der Wettbewerbssituation auf Produktmärkten ab. Wettbewerb in einem Markt wird einerseits vom Wettbewerbsverhalten der am Markt etablierten Unternehmen und andererseits vom Markteintritts- und -austrittsgeschehen beeinflusst. Aghion, Blundell, Howitt, Griffith und Prantl (2004a) analysieren die Auswirkungen einer Erhöhung von Markteintrittsdruck und Markteintritt neuer Unternehmen auf die Innovationstätigkeit und das Produktivitätswachstum der im Markt etablierten Unternehmen. Es wird gezeigt, dass etablierte Unternehmen in technologisch hoch entwickelten Industrien einen stärkeren Anreiz haben als solche in rückständigeren Industrien, auf erhöhten Markteintrittsdruck durch verstärkte Innovationstätigkeit zu reagieren. Auf diese Weise können sie ihre Marktanteile verteidigen. Empirische Untersuchungen führen zu Ergebnissen, die im Einklang mit dem theoretisch abgeleiteten Zusammenhang zwischen der Reaktion etablierter Unternehmen und dem technologischen Industriestatus stehen.

Die Möglichkeit, Innovationen für sich allein nutzbar zu machen, spielt eine große Rolle bei der Entscheidung von Firmen, Neuerungen hervorzubringen und Informationen mit den Wettbewerbern zu teilen. Jos Jansen (2002) stellt das Problem der Informationsoffenlegung in den Vordergrund seiner Analyse des Innovationsverhaltens von Firmen. Danach haben Firmen, die erfolgreiche Prozessinnovationen hervorbringen, zwei gegenläufige Effekte auf dem Produktmarkt zu erwarten. Auf der einen Seite erfährt der Konkurrent durch eine Innovation auf dem Markt, dass das Unternehmen effizient ist und wird entmutigt, eigene Bestrebungen weiterzuverfolgen. Auf der anderen Seite kann der Konkurrent sich nun jedoch einen Teil des offenbarten Wissens aneignen und selber effizient werden, und das ermutigt ihn zu mehr Anstrengungen. Üblicherweise teilen Unternehmen nur Informationen mit geringem gemeinsamem Interesse, obwohl sie besser daran wären, wenn sie sich dazu verpflichten könnten, stets alle Information zu tauschen. In einer weiteren Studie werden die Anreize des Informationsaustausches von Unternehmen untersucht, die an einer gemeinsamen Innovation arbeiten.

Der Informationsaustausch und firmenübergreifendes Lernen in einem Forschungs-Joint-Venture (RJV) wird von Seldeslachts und Pennings (2004) untersucht. Dabei sind im Unterschied zu einem Großteil der bestehenden Literatur zu RJVs, die sich mit den Motiven einer RJV-Gründung beschäftigt, insbesondere die Anreize für ein Unternehmen, in einem bestehenden Joint-Venture weiter zu arbeiten oder auszusteigen, von Interesse. Die Studie stellt fest, dass ein Unternehmen aus einem erfolgreichen RJV aussteigt, wenn eine Kombination von drei Bedingungen erfüllt ist. Der Ausstieg erfolgt wenn (i) das Unternehmen genug im RJV gelernt hat, (ii) es das Wissen aus dem RJV auch außerhalb des RJV nutzen kann, und (iii) es dafür nicht bestraft wird. Außerdem will ein Unternehmen aussteigen, wenn es das Gefühl hat, von den Partnern ausgebeutet zu werden. Die Eingangs-Hypothesen aus dieser Studie wurden mit Daten der NCRA Research Joint Ventures aus den Jahren 1985-1999 überprüft.

Die Investitionsanreize in Branchen, in denen Unternehmen die Art der Innovation verheimlichen, wie es zum Beispiel bei E-Commerce Unternehmen oft der Fall ist, werden von Jansen (2004) analysiert. In diesen Branchen ist es nicht klar, wie viele Unternehmen parallel konkurrrierende Technologien entwickeln. Je mehr Zeit vergeht, in der keine Entdeckung gemacht wird, desto optimistischer werden die Unternehmen bezüglich des Konkurrenzdrucks und desto niedriger wird der Anreiz, weiter in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Investitionen nehmen mit der Zeit ab, was wirtschaftliche Implikationen für diese Industrie hat.