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Kurzbeschreibung
Das Projekt, zunächst von der DFG und später mit Mitteln des WZB gefördert, erstellt eine umfassende Datenbank und darauf basierende Analysen von Protesten in der Bundesrepublik ab dem Zeitraum von 1950 bis zur jüngsten Gegenwart (einschließlich der Proteste in der DDR bzw. den Neuen Bundesländern seit 1989). Derzeit liegt ein analysefähiger Datensatz für die Periode von 1950 bis einschließlich 2002 vor.
Habilitationsprojekt von Jan C. Behrends, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Das Teilprojekt untersucht, in welcher Form und unter welchen sozialen, kulturellen und ökonomischen Bedingungen sich die Leitbilder der Gesundheitsprävention seit der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts entwickelt haben. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit chronischen Krankheiten, insbesondere die für die heutige Gesundheitsvorsorge paradigmatische Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Methodisch knüpft das Teilprojekt an aktuelle Ansätze der Wissenschafts- und der Verwaltungsgeschichte, ergänzend auch der Oral History, an. Für die national vergleichenden Fragen werden außerdem die Ansätze der Vergleichs- und Transfergeschichte berücksichtigt. Die Untersuchung gründet auf einer historisch-quellenkritischen Rekonstruktion von Archivakten und publizierten Dokumente.
Theoretical background and objectives
Incidents that happened several hundred years ago still have a great influence on the world we live in today. For example, Nunn (2008) found a direct connection between the degree of African slave trade between 1400 and 1900 and the current economic situation of a region today. Other studies found a positive link between the presence of a missionary before 1904 and literacy rates in villages in Africa and South America today (Cage & Rueda, 2016; Caicedo, 2014).
Christoph Haug war von 2005 - 2010 Doktorand in der Forschungsgruppe "Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa". Er promoviert an der FU Berlin über Entscheidungsfindungsprozesse in den globalisierungskritischen Bewegungen und ist Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung. Am WZB arbeitete er mit dem deutschen Team des internationalen DEMOS-Projekts zusammen.
Deliberation – verstanden als einverständnisorientiertes Argumentieren auf gleicher Augenhöhe – stellt das zentrale Konzept vieler neuerer Demokratietheorien dar. Im Anschluss an diese normativ-theoretischen Debatten wurde bisher jedoch nicht vergleichend über soziale Bewegungen, Verbände und Parteien geforscht. Dies ist umso verwunderlicher, da wesentliche theoretische Arbeiten die Rolle solcher Politikakteure – nicht zuletzt im Rahmen der Idee von Zivilgesellschaft – betont haben. Die Dissertation möchte hier einen der bedeutendsten Ansätze, nämlich Habermas Konzept deliberativer Politik konsequent auf die Kommunikation in Kleingruppen anwenden, um einen beschränkten Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke zu leisten.
Ausgehend von einem Bedarf an institutionellen Reformen – vor allem auf Ebene der EU – werden in sechs europäischen Ländern (UK, ES, FR, CH, DE, IT) und auf transnationaler Ebene Ansätze zu einer partizipatorischen Demokratie untersucht, die aus der globalisierungskritischen Bewegung hervorgehen. Gegenstand der Untersuchung ist die Kritik an der repräsentativen Demokratie und das Gegenmodell einer „Globalisierung von unten“. Gleichzeitig wird untersucht, inwieweit in der Selbstorganisation sozialer Bewegungen demokratische Modelle umgesetzt werden können. Dadurch soll das Wissen über die praktische Realisierbarkeit deliberativer Demokratie erweitert werden.
Die Wahrnehmung von Protesten ist vermittelt durch ihre Spiegelung in Massenmedien. JournalistInnen können in der Berichterstattung über Protest notwendigerweise nur einen Ausschnitt des Geschehens abbilden. Wie dieser Ausschnitt gewählt wird, bestimmt das Bild von Protestereignissen in großen Teilen der Bevölkerung. Dabei versuchen die beteiligten Akteure, d.h. in erster Linie Protestierende, Polizei und politische EntscheidungsträgerInnen, ihre Deutung der Ereignisse durchzusetzen. Selten wurde Protesten so viel mediale Aufmerksamkeit zuteil wie im Kontext des G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007. Ziel des Projektes ist es, die mediale Konstruktion der Proteste gegen das Regierungstreffens nachzuvollziehen.