Freitag, 9. Oktober 2009

Politikwissenschaft als Kunst? Theoretische und methodische Zugänge in den Sozialwissenschaften

Symposium zu Ehren von Klaus von Beyme anlässlich seines 75. Geburtstages

Klaus von Beyme kann mit Recht als der Nestor der deutschen Politikwissenschaft betrachtet werden. Seit über fünf Jahrzehnten hat kaum jemand mit seinem weitgefächerten wissenschaftlichen OEuvre das Fach in Deutschland so geprägt wie er. Wie dem nach wie vor außerordentlich produktiven Wissenschaftler angemessen, soll das Symposion nicht nur Ehrung sein, sondern sich mit der ebenso zentralen wie kontroversen Frage beschäftigen, mit welchen Theorien und Methoden sich komplexe politische und gesellschaftliche Entwicklungen am besten erfassen, interpretieren und verstehen lassen.

Das geplante Symposium soll in dieser Situation zu einer Selbstverständigung des Faches beitragen. Es soll darüber reflektieren, ob sich „Politikwissenschaft als Kunst“ und „Politikwissenschaft als „harte“, d.h. „formalisierte“ Wissenschaft gegenseitig ausschließen oder ob für jeweils bestimmte Fragestellungen nur spezifische Herangehensweisen fruchtbar sind und mithin ein Nebeneinander möglich ist. Daher sind zu diesem Symposium Repräsentanten verschiedener akademischer Disziplinen und epistemologischer Strömungen eingeladen, ihre Sichtweise darzulegen und die für sie sprechenden Argumente aufzuführen. Ob sich im Gespräch miteinander (und mit dem Publikum) ein „agreement to disagree“ oder gar ein Konsens finden lässt, bleibt mit Spannung abzuwarten.

Herausragende Vertreter ihrer Zunft werden auf dem Symposium sprechen und diskutieren:

Hans-Dieter Klingemann (WZB), Herfried Münkler (HU Berlin), Fritz W. Scharpf (MPIfG, Köln), Ulrich Wehler (Universität Bielefeld).

Anschließend werden die Referenten ihre Thesen auf dem Podium mit Klaus von Beyme diskutieren.

Dem Anlass entsprechend wollen wir danach gemeinsam mit dem Jubilar auf einem Empfang im WZB feiern.

Andreas Busch ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen.

Wolfgang Merkel ist Direktor der Abteilung „Demokratie: Strukturen, Leistungsprofil und Herausforderungen“ am WZB.