Standortentwicklung, Arbeits- und Beschäftigungsstandards in der Automobilzulieferindustrie

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Automobilzulieferer sind für einen wesentlich Teil der Beschäftigung und Innovation in der deutschen Automobilindustrie verantwortlich. Sie sind zugleich bereits stark globalisiert und in einem weiter voranschreitenden Globalisierungsprozess begriffen. In der letzten Dekade hatte sich dabei zwischen den deutschen und den mittelosteuropäischen Standorten eine funktionierende, eng verzahnte Arbeitsteilung entwickelt: die deutschen Standorte übernahmen Hightech-Produkte sowie Koordinations- und Innovationsaufgaben in globalen Produktionsnetzwerken, während sich die mittelosteuropäischen Standorte zu hochmodernen Fabriken für Standardprodukte entwickelten.

Dieses in der Forschung mit dem Begriff der „globalen Qualitätsproduktion“ bezeichnete Erfolgsmodell steht indes derzeit allem Anschein nach vor erheblichen Umbrüchen. Aktuelle Entwicklungen wie die Stagnation des europäischen Absatzmarktes, die weltweite Verschiebung von Wachstumszentren in die Richtung von Schwellenländern sowie mit hoher Wahrscheinlichkeit anstehende disruptive Innovationen in der Fahrzeugtechnik führen zu Veränderungsdynamiken in der automobilen Wertschöpfungskette. Sowohl deutsche wie auch mittelosteuropäische Standorte geraten unter verstärkten Kosten- und Verlagerungsdruck.

Das Projekt untersucht die aktuellen Veränderungen der Arbeitsteilung zwischen deutschen und mittelosteuropäischen Standorten der Automobilzulieferer sowie den Zusammenhang zwischen Standortentwicklung und Arbeits- und Beschäftigungsstandards. Es beruht auf Fallstudien an den mittelosteuropäischen Standorten und Referenzuntersuchungen in den deutschen Unternehmenszentralen. Bearbeitet werden die Fragen:

  • Wie entwickelt sich die Arbeitsteilung zwischen den Niedriglohnstandorten in Mittelosteuropa und den deutschen Hochlohnstandorten?
  • Wie beeinflusst die Ost-West-Arbeitsteilung die Arbeits- und Beschäftigungsstandards in der Automobilzulieferbranche?
  • Was sind die Erfolgsbedingungen für die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Arbeits- und Beschäftigungsstandards an deutschen und mittelosteuropäischen Standorten?

Ausgewählte Publikationen

Wzbaktiv
Krzywdzinski, Martin/Schröder, Axel (2017): Globale Rahmenvereinbarungen in der europäischen Automobilzulieferindustrie. WZB Discussion Paper SP III 2017-302 SP III 2017-302. Berlin: WZB.
Krzywdzinski, Martin (2016): Technologie, Qualifikationen und internationale Arbeitsteilung. Anmerkungen zu der Diskussion über Industrie 4.0. WZB Discussion Paper SP III 2016-301 SP III 2016-301. Berlin: WZB.
Mitarbeiter/innen
Laufzeit
01.01.2015 - 31.12.2016
Förderung
Hans-Böckler-Stiftung

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Beschreibung

Research Group Globalization, Work, and Production

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