Kommentar zur Syrien-Konferenz

Deutschland muss aktiv vermitteln

Ilyas Saliba, Mitarbeiter der WZB-Abteilung Demokratie und Demokratisierung, hat sich für einen aktiveren Part der Bundesregierung in der Vermittlung für eine friedliche Beilegung des syrischen Bürgerkrieges ausgesprochen. Der Mitarbeiter der WZB-Abteilung Demokratie und Demokratisierung schreibt in einem Gastbeitrag für das Analyseportal Alsharq: "Die Bundesregierung kann hier als Mittler zwischen Russland, China und den anderen Vetomächten des UN-Sicherheitsrates eine entscheidende Rolle einnehmen." Die guten Beziehungen Deutschlands zu mehreren der Konfliktparteien und der internationalen Staaten seien Chance und Verpflichtung zugleich, erläutert der Politikwissenschaftler.

Als Sohn eines Syrers hat Saliba familiäre Kontakte nach Syrien und weiß um die desaströse humanitäre Lage vor Ort und in den umliegenden Ländern. Und auch die Ohnmacht gegenüber den eskalierenden Entwicklungen kennt er aus eigener Erfahrung. Doch „Wegschauen macht mitschuldig“, schreibt er in seinem Kommentar: „Diese persönliche Erkenntnis kann man ebenso auf die internationale Politik übertragen.“ Und so warte auf die Regierung der Großen Koalition diese Woche in Genf die erste außenpolitische Bewährungsprobe. „Ob Deutschland sich wie bisher in der zweiten Reihe damit begnügt, die Ergebnisse der Konferenz zu kommentieren, oder eine aktive Rolle als Mittler einnimmt, bleibt abzuwarten.“

Zum Blogbeitrag

Der Blog Alsharq (arabisch für „Der Osten“) beruht auf einem Netzwerk junger WissenschaftlerInnen und JournalistInnen mit Expertise und Erfahrungen rund um den Nahen Osten. Er wurde 2013 für den Grimme Online Award nominiert. Eine Kurzfassung des Kommentars von Ilyas Saliba ist auf ZEIT ONLINE erschienen.