Internationaler Vergleich

Effektive Sozialpolitik ist nicht immer populär

Lange hat die Forschung angenommen, dass effektive Sozialpolitik auch automatisch populär ist. David Brady, Direktor der WZB-Abteilung Ungleichheit und Sozialpolitik und Amie Bostic (Duke University) haben das Verhältnis von Effektivität und Popularität in der Sozialpolitik international vergleichend untersucht.

Grundlage waren Daten von 25 reichen Demokratien und 14 Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Ergebnis: Es gibt keinen Automatismus zwischen einer wirkungsvollen Sozialpolitik - die im besten Fall die soziale Ungleichheit verringert - und der Popularität einer solchen Politik. Eine auf direkte Armutsbekämpfung gerichtete Sozialpolitik erweist sich zwar als effektiv, erfährt aber wenig Unterstützung in der Bevölkerung. Jede Regierung muss einen Weg finden, effektive Politik nicht durch Mangel an öffentlicher politischer Unterstützung untergraben zu lassen.

Die Ergebnisse sind veröffentlicht in der American Sociological Review.

David Brady/Amie Bostic: Paradoxes of Social Policy. Welfare Transfers, Relative Poverty, and Redistribution Preferences. In: American Sociological Review, 2015, Vol. 80, No. 2, pp. 268-298.

Das Verhältnis von Effektivität und Popularität in der Sozialpolitik war ebenfalls Thema einer Konferenz, die am 18. und 19. Mai im WZB stattfand.

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