Englisch sollte lingua franca in Europa werden
Wer in Europa etwas werden will, muss fremde Sprachen sprechen können. In seinem Buch „From Babel to Brussels. European Integration and the Importance of Transnational Linguistic Capital“ beschreibt WZB-Fellow Jürgen Gerhards die Rahmenbedingungen, unter denen Mehrsprachigkeit zu einer zentralen Ressource in Europa geworden ist. Die Fähigkeit, sich verständigen zu können, sieht er als eine Voraussetzung für das Gelingen der europäischen Integration.
Doch die Fremdsprachenkompetenz der Bürger Europas ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgeprägt, wie der Soziologe auf der Grundlage einer Umfrage in 27 Ländern der EU erklärt. Gerhards plädiert für eine radikale Umkehr in der Sprachenpolitik der EU, indem er sich für die Einführung des Englischen als lingua franca in Europa ausspricht.
„From Babel to Brussels“ ist eine englische Übersetzung des 2010 erschienen Buchs „Mehrsprachigkeit im vereinten Europa. Transnationales sprachliches Kapital als Ressource in einer globalisierten Welt”. Mit der Veröffentlichung als open access-Publikation will der Soziologe und Geschäftsführende Direktor des Instituts für Soziologie der Freien Universität Berlin das Buch für Leser leicht zugänglich machen.