Impfzebtrum in Ecuador
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Höhere Impfbereitschaft in ärmeren Ländern

Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind eher bereit, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen als Menschen in reicheren Ländern, zeigt eine neue Studie. Für den globalen Impffortschritt könnten diese Länder daher eine wichtige Rolle spielen.

Die Studie liefert erste Erkenntnisse über die Akzeptanz von Impfstoffen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, darunter aus Burkina Faso, Kolumbien, Indien, Mosambik, Nepal, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone und Uganda sowie aus den USA und Russland.

Die Studie, von einem internationalen Forscherteam in Nature Medicine veröffentlicht, zeigt, dass die Bereitschaft, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, in den Entwicklungsländern (80 Prozent der Befragten) deutlich höher war als in den USA (65 Prozent) und Russland (30 Prozent). Eine vorrangige Verteilung des Impfstoffs an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen könnte die weltweite Impfabdeckung daher entscheidend voranbringen.

Der persönliche Schutz vor COVID-19 war der Hauptgrund für die Akzeptanz des Impfstoffs, die Sorge vor Nebenwirkungen der häufigste Grund für das Zögern bei der Impfung. Das Gesundheitspersonal gilt als die vertrauenswürdigste Informationsquelle für COVID-19-Impfstoffe.

„Die Herausforderung besteht nun darin, die Verteilung der Impfstoffe im globalen Süden zu verbessern. Gelingt es nicht, die Impfung global auszuweiten, steigt das Risiko neuer Varianten, weiterer Infektionen und Todesfälle sowohl für reichere als auch für Entwicklungsländer", sagt Julio S. Solís Arce, wissenschaftlicher Mitarbeiter am WZB und Mitautor der Studie. "

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Akzeptanz von Impfstoffen mit der Zeit und den Informationen, die den Menschen zur Verfügung stehen, variieren kann. Während die Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit der verfügbaren COVID-19-Impfstoffe in den vergangenen sechs Monaten klarer geworden sind, könnten schwere, aber seltene Nebenwirkungen das öffentliche Vertrauen untergraben haben.

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19.7.2021

Die Studie ist veröffentlicht in Nature Medicine (Open Access):

COVID-19 vaccine acceptance and hesitancy in low- and middle-income countries

Weitere Informationen

An der Studie haben Forschende aus mehr als 30 Institutionen zusammengearbeitet - unter Leitung des WZB, dem International Growth Centre (IGC), Innovations for Poverty Action (IPA) und der Yale University. Sie stützt sich auf Umfragen, an denen Forscher:innen der WZB-Abteilung Institutionen und politische Ungleichheit und Kollegen in Nigeria (Alexandra Scacco), Uganda (Constantin Manuel Bosancianu und Macartan Humphreys), den Vereinigten Staaten (Nina McMurry), Russland (Georgiy Syunyaev) und Sierra Leone (Julio Solís Arce und Macartan Humphreys) beteiligt waren. McMurry, Scacco, Solís Arce und Syunyaev trugen als Erstautoren zu dieser Veröffentlichung bei.