Internationale Regeln für die Klimarettung
Climate- oder Geo-Engineering ist ein Sammelbegriff für technische Eingriffe in das Klimasystem der Erde. Technische Großprojekte wie etwa die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung (Solar Radiation Management) werden zunehmend von Wissenschaftlern und Politikern als Möglichkeit im Kampf gegen den Klimawandel propagiert. Sie haben jedoch wegen der schwer zu kalkulierenden Risiken globale Auswirkungen – nicht nur auf das Klima, sondern auch in politischer und sozialer Hinsicht.
Michael Zürn, Direktor der Abteilung Global Governance, und Stefan Schäfer, Berlin Graduate School for Transnational Studies (BTS), beschreiben in ihrem gerade im Journal Global Policy erschienenen Artikel „The Paradox of Climate Engineering“, wie ein transparenter Umgang mit den zu erprobenden Methoden und Technologien entstehen könnte.
Die politischen und sozialen Folgen der technologischen Eingriffe in das Klima der Erde sind so gravierend, dass ein internationaler Rahmen geschaffen werden muss. Das gilt sowohl für die Forschung wie auch für ein internationales Regelwerk. Eine wichtige Rolle sollen dabei bereits existierende internationale Institutionen wie der Weltklimarat, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), spielen. Zürn und Schäfer plädieren zudem für die Gründung einer internationalen Organisation, einer „Klimaagentur“, um die Optionen von Climate Engineering international zu prüfen, zu testen und zu koordinieren.
Michael Zürn/Stefan Schäfer: The Paradox of Climate Engineering. In: Global Policy, 2013, Volume 4, Issue 3, pp. 266–277.