Neuer Academic Freedom Index
Repressionen gegen Forschende nehmen weltweit zu. Bislang fehlten geeignete Instrumente, um die Verstöße zu messen und zu dokumentieren. Sie reichen von der Restriktion von Lehrinhalten, dem Entzug der Finanzierung von Projekten bis hin zur Entlassung und im Extremfall zum Mord an unliebsamen Akademikern.
Ilyas Saliba (WZB) und Jannis Grimm (FU Berlin) haben einen Index entwickelt, um den Stand der Verstöße gegen die akademische Freiheit weltweit und staatliche Repressionen gegen Forschende und Studierende zu dokumentieren. Diese haben in den letzten Jahren zugenommen. Bislang gibt es noch keine systematische internationale Dokumentation der Fälle, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ihrer Forschung gehindert, ihre Möglichkeit zu reisen unterbunden oder sie sogar mit Leib und Leben bedroht werden.
Mit dem Academic Freedom Index wollen Ilyas Saliba und Jannis Grimm das ändern. Die beiden Politikwissenschaftler arbeiten jetzt gemeinsam mit dem Think Tank Global Public Policy Institute (GPPi) und der NGO Scholars at Risk (SAR) an der Umsetzung der konzeptionellen Idee.
Unter dem Titel "Free Research in Fearful Times: Conceptualizing an Index to Monitor Academic Freedom" haben die beiden Wissenschaftler ihren Index im Journal Interdisciplinary Political Studies vorgestellt und außerdem beim diesjährigen Scholars at Risk Global Congress in Berlin präsentiert.