Forschung

Neues Forschungsprojekt: Wann Diktaturen stürzen

Nordafrika und der Nahe Osten erleben derzeit eine Serie politischer Erdbeben. Zwei der dienstältesten Diktatoren der Welt mussten abtreten, ein dritter hat sein Land in einen Bürgerkrieg gestürzt. Dabei galten die autokratischen Regime der Region bis vor kurzem noch als stabil. Wann brechen autokratische Regime zusammen? Warum überlebt eine Diktatur, die andere nicht? Diese Fragen werden von einem Team um Prof. Wolfgang Merkel in einem neuen Forschungsprojekt untersucht.

Der Druck der Straße allein reicht als Erklärung für den Fall von Diktaturen nicht aus. Die Forscher gehen davon aus, dass Diktaturen ihre Herrschaft auf drei Säulen stützen: Legitimation, Repression und Kooptation. Ein Zusammenbruch wird wahrscheinlicher, wenn eine Säule als Herrschaftsinstrument ausfällt.

Basierend auf diesem Drei-Säulen-Modell soll ein Datensatz autokratischer Systeme von 1972 bis 2009 erstellt werden. Legitimation, Kooptation und Repression werden dabei über ein breites Spektrum institutioneller und sozioökonomischer Indikatoren abgebildet. Das theoretische Modell wird durch eine Kombination quantitativer (Ereignisanalyse) und qualitativer Methoden (vergleichende Fallanalyse) getestet und verbessert.

Das Forschungsprojekt "Critical Junctures and the Survival of Dictatorships. Explaining the Stability of Autocratic Regimes" läuft bis 2014 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

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Foto: Freude über den Rücktritt von Hosni Mubarak in Kairo, dpa picture alliance