Schleppende Digitalisierung
Wie steht es um die Digitalisierung der allgemeinbildenden Schulen? Eine unter Leitung von WZB-Forscher Michael Wrase verfasste Studie wertet eine aktuelle Befragung zur Digitalisierungsstrategie des Bundes aus.
Gemeinsam mit Daniel Rohde führte Michael Wrase Interviews mit Praktiker*innen aus sieben Bundesländern. Das Ergebnis: Bei der Ausstattung von Schulen mit WLAN und digitalen Endgeräten bestehen erhebliche Unterschiede. Selbst nach mehr als zwei Jahren Pandemie kommt die Umsetzung des 2019 in Kraft getretenen „DigitalPakt Schule“ nur langsam voran.
Die befragten Expert*innen berichten von erheblichen bürokratischen Hürden und mangelnder Transparenz bei der Vergabe des hauptsächlich vom Bund geleisteten Digital-Zuschusses. Auf der Arbeitsebene von Schulen und kommunalen Schulträgern werde zu wenig verhandelt. Vielen Kommunen, die als Schulträger die Verantwortung für die Umsetzung der Digitalisierung an den Schulen tragen, fehlte schlicht das Geld für die erforderlichen personellen Ressourcen. Dies mache einen „DigitalPakt 2.0“ notwendig. Ein solches Förderprogramm müsse dafür Sorge tragen, dass eine effektive Zusammenarbeit zwischen den Schulen und Kommunen zustande kommt. Zudem sei die Adressierung bestehender Ungleichheiten unter den Schulen und kommunalen Schulträgern, sowie das gezielte Setzen von Weiterbildungsangeboten, für einen nachhaltigen Erfolg notwendig.
18.5.22
