Studium ohne Abitur ist selten
Mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz im Jahr 2009 sollte der Zugang zum Studium ohne Abitur in allen Bundesländern einfacher werden. Meister erhalten mit ihrem Abschluss die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, und auch den Absolventen einer dualen Berufsausbildung steht der Weg zur Hochschule unter bestimmten Bedingungen offen. Doch da fangen die Probleme an: Denn im Detail ist der Zugang zum Studium ohne Abitur in den Ländern immer noch unterschiedlich geregelt. Die Hochschulen haben bei der Umsetzung der Regelungen Ermessensspielräume, und die Absolventen einer dualen Ausbildung können sich meist nur in wenigen Studienfächern weiterqualifizieren. Die ungünstigen Bedingungen schrecken ab: Nur 2,7 Prozent der Studienanfänger sind 2010 über die berufliche Bildung in die Hochschule gekommen.
Lena Ulbricht, Stipendiatin in der Projektgruppe bei der Präsidentin, hat diese Hürden in dem Beitrag „Stille Explosion der Studienberechtigtenzahlen: die neuen Regelungen für das Studium ohne Abitur“ für das Magazin „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ untersucht. Das Ergebnis: Es fehlen Informationen und Fördermöglichkeiten. Außerdem gibt es zu wenig berufsbegleitende Studienplätze. Dem Ziel, mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulen zu schaffen, ist man kaum nähergekommen.