Ungleichheit und Demokratie
Wie viel Ungleichheit verträgt eine Demokratie? Verhindern große Unterschiede innerhalb einer Gesellschaft die Demokratisierung eines Landes? Schwächt die ungleiche Verteilung von Macht und Einkommen die Stabilität einer Demokratie?
Bisher lagen Antworten nur für einzelne Dimensionen der Ungleichheit vor. Ein Gesamtbild haben jetzt WZB-Forscher Wolfgang Merkel und Brigitte Weiffen (Universität Konstanz) gezeichnet. Sie haben den Einfluss der verschiedenen Facetten von Ungleichheit insbesondere auf junge Demokratien von Mitte der 1970er Jahre bis 2007 empirisch erfasst und dabei herausgefunden: Ungleichheit in ihren vielfältigen Ausprägungen steht einem Regimewechsel meist nicht im Weg, erschwert aber in der Folge den Prozess der demokratischen Konsolidierung ganz erheblich.
In entwickelten Demokratien droht die sozioökonomische Ungleichheit die unteren Schichten von der demokratischen Teilhabe zunehmend auszugrenzen und damit die partizipative Substanz der Demokratie auszuhöhlen.
Die Untersuchung ist als Aufsatz in der Zeitschrift Comparative Sociology erschienen.