Neue Trennlinien in Europa

Zwischen Abschottung und Offenheit

Der Globalisierungsdruck führt zu einer neuen ideologischen Spaltung der Europäer. Die WZB-Forscherinnen und Forscher Céline Teney, Onawa Promise Lacewell und Pieter de Wilde beschreiben in ihrem Artikel für die European Political Science Review, dass sich in der globalisierten Welt neuartige Trennlinien („cleavages“) herausbilden, die sich an den gegensätzlichen normativen Ordnungen „Kosmopolitismus“ und „Kommunitarismus“ festmachen lassen.

Kosmopolitismus steht für tendenziell offene und integrative Einstellungen, die sich auf universelle Werte beziehen und deren Bezugsrahmen nicht mehr der Nationalstaat ist. Deren Vertreter nehmen sich als Gewinner der Globalisierung wahr, während jene, die sich als Verlierer empfinden, eher kommunitaristisch denken. Das gilt für die west- wie für die zentral- und osteuropäischen Länder.

Die Spaltung in mehrere Lager ist vor allem durch die Einstellungen zur EU-Integration und zu Einwanderung gekennzeichnet. Die Kosmopoliten stehen beidem aufgeschlossen gegenüber. Kommunitaristische Einstellungen dagegen sind tendenziell ausgrenzend und eher auf den Nationalstaat ausgerichtet. Die WZB-Forscherinnen und -Forscher haben Daten des Eurobarometers von 2009 ausgewertet.

Die politischen Trennlinien, die in Verbindung mit den normativen Ordnungen „Kosmopolitismus“ und „Kommunitarismus“ stehen, sind Forschungsthema des interdisziplinären WZB-Brückenprojekts „Die politische Soziologie des Kosmopolitismus und Kommunitarismus“.

Céline Teney, Onawa Promise Lacewell und Pieter de Wilde: „Winners and Losers of Globalization in Europe: Attitudes and Ideologies“. In: European Political Science Review.

Zum Abstract des Artikels

Mehr Informationen zum Brückenprojekt