Bücher 2010

Hier finden Sie alle 2010 erschienenen Bücher von WZB-Forscherinnen und -Forschern in chronologischer Reihenfolge.

Prosoziales Verhalten

Spenden in interdisziplinärer Perspektive
Spendenbereitschaft wird oft nur auf eine sehr populistische Weise in der Öffentlichkeit diskutiert – etwa, wenn Superreiche wie Bill Gates oder Warren Buffet einen Großteil ihres Vermögens stiften. Fundierte Analysen zum Spendenverhalten bleiben bei dieser Diskussion auf der Strecke. Um die Frage zu beantworten „Warum spenden wir?“ reicht es nicht, sich der Thematik nur über Angaben aus der Spendenstatistik zu nähern. Der Sammelband umfasst daher die Sichtweise verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Sein Themenspektrum reicht vom historisch-politischen Kontext des Spendenverhaltens über empirische Befunde, der Rolle der Medien bis hin zu Fragen des Fundraisings und der Transparenz bei der Spendenverwendung.
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Prosoziales Verhalten
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Herausgeber
Frank Adloff, Eckhard Priller, Rupert Graf Strachwitz
Auflage/ Ort/ Verlag

Stuttgart: Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8282-0507-9
249 Seiten
€ 44,00

Comparing Integration

Host Culture Adoption and Ethnic Retention among Turkish Immigrants and Their Descendents in France, Germany and the Netherlands
Die Forderung nach einer besseren Integration von Einwanderern und die Frage, wie dieses Ziel erreichbar ist, stehen in vielen europäischen Ländern schon seit Jahren im Zentrum öffentlicher und politischer Debatten. Die Vorstellungen über geeignete Maßnahmen und Wege gehen weit auseinander, und bis heute gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse über die Wirkungen staatlicher Integrationspolitiken. Ob und wie sie die soziokulturelle Integration beeinflussen, wird in dem Band am Beispiel türkischer Immigranten in drei Ländern mit unterschiedlichen Integrationsregimen untersucht: Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass nicht alle integrationspolitischen Ansätze die soziokulturelle Integration gleichermaßen befördern. Politiken, die Einwanderern ein hohes Maß an individueller Gleichheit zugestehen - Zugang zur Staatsbürgerschaft, Schutz vor Diskriminierung -, erhöhen die Bereitschaft, sich an die Kultur des Wohnlands anzupassen. Multikulturalistische Strategien, wie sie über längere Zeit in den Niederlanden verfolgt wurden, wirken sich dagegen mit ihrer Betonung von Diversität negativ auf die kulturelle Anpassung aus und begünstigen das Festhalten an der Kultur des Herkunftslands.
Autorin
Evelyn Ersanilli
Auflage/ Ort/ Verlag

Amsterdam: VU University Amsterdam 2010

ISBN 978-90-5335-250-2
191 Seiten

The Transnational Condition

Protest Dynamic in an Entangled Europe
Obwohl sie kein neues Phänomen sind, haben transnationale Protestbewegungen in den letzten beiden Jahrzehnten in Europa zugenommen. Protestanliegen und -formen haben sich über die Grenzen hinweg verbreitet. Zudem sind diese Proteste in einer Welt der internationalen Kooperationen, der Internetkommunikation und der Billigreisen sichtbarer geworden. Transnationale Bedingungen durchdringen alle Aspekte des Protests: seine Organisation und Dynamik, aber auch die Biografien der Protestierenden und die Netzwerke der Aktivisten. Der Band untersucht die vielfältigen Merkmale transnationalen Protests in Europa empirisch, beschäftigt sich aber auch mit den theoretischen Herausforderungen einer transnationalen Forschung.
Herausgeber
Simon Teune
Auflage/ Ort/ Verlag

New York/Oxford: Berghahn Books

ISBN 978-1-84545-728-0
260 Seiten
$ 70,00/£ 40,00

Das Ende des sozialen Friedens

Politik und Protest in Zeiten der Hartz-Reformen
Die Hartz-Reformen gehören zu den umstrittensten politischen Maßnahmen der vergangenen Jahre. Insbesondere Hartz IV löste eine Welle des Protestes aus, vor allem unter den Arbeitslosen, deren "Montagsdemonstrationen" 2004 eine große Öffentlichkeit erhielten. Die Autoren werfen anhand dieser Proteste einen Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Umgang mit den Hartz-Reformen. Trotz der massiven Proteste, so der Befund, wurden die sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unverändert fortgeführt. Doch hatten diese Konflikte einen grundlegenden Einfluss auf die deutsche Politik, besonders auf die Parteienlandschaft, indem sie die soziale Frage wieder als einen zentralen Punkt politischer Kontroversen etablierten.
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Das Ende des sozialen Friedens
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Autoren
Christian Lahusen, Britta Baumgarten
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus

ISBN 978-3-593-39032-1
252 Seiten
€ 29,90

The Making of a European Public Sphere

Media Discourse and Political Contention
Zwar ist „Europa“ längst unübersehbar, ein Blick auf Führerscheine, Münzen oder Pässe genügt. Doch längst nicht jedermann in Europa versteht sich deshalb auch gleich als Teil der Europeanization. Die Eliten können nicht darauf zählen, dass die Bürger Europa aus vollem Herzen unterstützen; dabei ist der Erfolg des Mammutprojekts Europäische Union auf eine lebendige European public sphere, eine europäische Öffentlichkeit, angewiesen. Die Autoren untersuchen die Rolle der Medienberichterstattung in ausgewählten Ländern Europas bei der Schaffung einer European public sphere: Wie spiegelt die Berichterstattung den politischen Wandel durch die europäische Integration wider? Wie funktionieren die Kommunikationsstrategien der EU-Institutionen? Wie trägt die Presse zur Europeanization der nationalen public spheres bei?
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The Making of a European Public Sphere
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Herausgeber
Ruud Koopmans, Paul Statham
Auflage/ Ort/ Verlag

Cambridge: Cambridge University Press 2010

ISBN 978-0-521-19090-9 (Hardcover)
ISBN 978-0-521-13825-3 (Paperback)
360 Seiten
€ 78,48/€ 26,16

Interessenvertretung aus dem Abseits

Erwerbsloseninitiativen im Diskurs über Arbeitslosigkeit
Der öffentliche Diskurs über Arbeitslosigkeit wird hauptsächlich von Politikern, Journalisten und Vertretern der Sozialverbände geprägt. Erwerbsloseninitiativen werden seltener nach ihrer Meinung gefragt. Zudem werden ihre Forderungen häufig als unberechtigt abgetan. Britta Baumgarten hat die Dokumente der Erwerbsloseninitiativen ausgewertet und analysiert die Kommunikations-Strategien der Initiativen, die ihre Deutung von Arbeitslosigkeit stärker in der öffentlichen Auseinandersetzung verankert sehen wollen.
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Interessenvertretung aus dem Abseits
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Autorin
Britta Baumgarten
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus

ISBN 978-3-593-39226-4
330 Seiten
32,90

Smooth Path or Long and Winding Road?

How Institutions Shape the Transition from Higher Education to Work
In diesem Band wird am Beispiel Großbritanniens und Deutschlands empirisch untersucht, wie nationale Institutionen und Regelungen den Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt beeinflussen. Die beiden ausgewählten Länder repräsentieren zwei unterschiedliche Typen politischer Ökonomien − liberale und koordinierte −, was sich auch in ihren (Aus-)Bildungssystemen und Arbeitsmarktinstitutionen niederschlägt. Die Analyse konzentriert sich auf vier institutionelle Bereiche: die Struktur des Hochschulsystems, die Inhalte bzw. die Berufsspezifität des Studiums, die Beschaffenheit der Akademikerarbeitsmärkte sowie die Arbeitsmarktregulierung. Um zu überprüfen, wie sich die jeweiligen institutionellen Regelungen auf den individuellen Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt auswirken, werden die Karriereverläufe von Hochschulabsolvent/innen in den ersten fünf Jahren nach Hochschulabschluss mit Hilfe von Längsschnittdaten analysiert. Der Ländervergleich bestätigt nachdrücklich, dass Institutionen maßgeblich über die Platzierung im Beschäftigungssystem entscheiden. In Deutschland mit seiner Tradition eines stärker verankerten Schutzes formaler Qualifikationen und damit verbundenem Berufsstatus verläuft die Einmündung in den Beruf wesentlich geradliniger als in Großbritannien, wo Hochschulabgänger/innen erst über Umwege und mehrere Stationen hinweg in ähnlichen Positionen ankommen wie deutsche Absolvent/innen.
Autorin
Kathrin Leuze
Auflage/ Ort/ Verlag

Opladen/Farmington Hills, MI: Budrich UniPress

ISBN 978-3-940755-42-1
276 Seiten
€ 39,90

Das präventive Selbst

Eine Kulturgeschichte moderner Gesundheitspolitik,
Verkörperungen/MatteRealities, Perspektiven empirischer Wissenschaftsforschung, Bd. 9
Praktiken der Prävention sind eine grundlegende Sozial- und Kulturtechnik der Moderne. Sie haben nicht nur die institutionelle Entwicklung der westlichen Gesundheitssysteme geprägt, sondern wurden auch zum Bestandteil subjektiver Körper- und Gesundheitsvorstellungen. Dieser Band bietet einen europäisch- und transatlantisch-vergleichenden Überblick über die bislang noch kaum bekannte Entwicklung der Gesundheitsprävention seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Gestützt auf aktuelle historische und sozialanthropologische Forschungsergebnisse international renommierter Autorinnen und Autoren wird gezeigt, wie der Vorsorgegedanke zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum subjektiven Leitbild des „präventiven Selbst“ diffundiert ist.
Herausgeber
Martin Lengwiler, Jeannette Madarász
Auflage/ Ort/ Verlag

Bielefeld: transcript

ISBN: 978-3-8376-1454-1
387 Seiten
€ 32,80

Die Klima-Manipulateure

Rettet uns Politik oder Geo-Engineering?
Jahrbuch Ökologie 2011
Wenn die Politiker versagen, kommen dann die Ingenieure? Nach dem Debakel der Klimakonferenz von Kopenhagen hat die großtechnische Klimamanipulation (Geo-Engineering) enorm an Unterstützern gewonnen. Das diesjährige „Jahrbuch Ökologie“ beschäftigt sich mit dieser grundsätzlichen Alternative zur Politik der Emissionsreduzierung (Mitigation) und der Anpassung an den Klimawandel (Adaptation), bei der konzeptionell und praktisch zwei Ansätze verfolgt werden: die Beeinflussung der direkten Sonneneinstrahlung (Solar Radiation Management) und die nachträgliche Entfernung des Kohlendioxids aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal). Am Beispiel der Erdabkühlung durch Sulfatinjektionen in die Stratosphäre und durch Eisendüngung der Meere werden zwei prominente Technikvarianten näher vorgestellt. In einem weiteren Beitrag werden die Argumente für und wider die verschiedenen Varianten des Geo-Engineering kartiert und bewertet. Aber auch andere aktuelle Themen kommen zur Sprache: Entwicklungen in Recht, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die jenseits der Sphären von Politik und Technik innovative Ansätze im Umgang mit Natur und Umwelt markieren.
Herausgeber
Günter Altner, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Ernst U. von Weizsäcker
Auflage/ Ort/ Verlag

Stuttgart: Hirzel Verlag

ISBN 978-3-7776-2110-4
248 Seiten
€19,80

Verschenkte Potenziale?

Lebensläufe nicht erwerbstätiger Frauen
Beruf und Familie, das geht in Deutschland offenbar noch immer nicht zusammen. Denn 5,6 Millionen Frauen unter 60 Jahren sind nicht erwerbstätig − das ist mehr als jede vierte. Damit bleibt ein riesiges Potenzial an Wissen und Erfahrung für den Arbeitsmarkt ungenutzt. Den Ursachen dafür geht Jutta Allmendinger auf den Grund und präsentiert dabei eine Vielzahl überraschender Fakten und Einsichten. So führt sie vor Augen, wie stark nach wie vor das Bild vom Mann als Ernährer der Familie in den Köpfen verankert ist. In persönlichen Porträts von Frauen veranschaulicht sie außerdem die Vielfalt an Wünschen, Lebenswegen und Problemen, die zur Nichterwerbstätigkeit führen. Ihr Plädoyer ist eindeutig: Der Staat täte gut daran, typische Hindernisse für den Wiedereinstieg auszuräumen und den Frauen aktive Hilfe anzubieten. Denn sie werden als qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht, und sie haben das Recht auf Teilhabe.
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Verschenkte Potenziale?
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Autorin
Jutta Allmendinger
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus

ISBN 978-3-593-39266-0
198 Seiten
€ 16,90

Schulden ohne Sühne

Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft
Die Staatsschuldenkrise ist zur Schicksalsfrage Europas geworden. Jetzt, da Griechenland und weitere Länder der Eurozone in finanzielle Schwierigkeiten geraten und die Hilfe der Staatengemeinschaft beanspruchen, werden die Weichen für die Zukunft des Euro und damit für das wirtschaftliche Wohl der Menschen in der Europäischen Union gestellt. Die Billionenfalle bedroht alle – Arbeitnehmer, Rentner, Sparer. Ihre Folgen können drastisch sein, vergleichbar mit einer Hyperinflation oder einer Währungsreform. In klarer Sprache erläutern die Autoren interessierten Bürgern wie versierten Experten alles, was man über die Schuldenkrise wissen muss. Das Buch besteht aus drei Teilen, die in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können: Der erste Teil beschreibt die großen Staatsbankrotte der Vergangenheit und die bedrohliche Entwicklung der Staatsschulden bis in die Gegenwart. Der zweite Teil trennt Mythen von Fakten über Staatsverschuldung, nennt ihre Gründe und ihre Wirkung. Der dritte Teil beantwortet zentrale Fragen zur aktuellen Staatsschuldenkrise, bewertet die politischen Maßnahmen und zeigt mögliche Auswege.
Herausgeber
Kai A. Konrad, Holger Zschäpitz
Auflage/ Ort/ Verlag

München: C.H. Beck

ISBN 978-3-406-60688-5
240 Seiten
€19,95

Die neue Ost-West-Arbeitsteilung

Arbeitsmodelle und industrielle Beziehungen in der europäischen Automobilindustrie,
Arbeit – Interessen – Partizipation, Bd. 9
Viele Unternehmen haben Teile ihrer Produktion von Westeuropa in mittelosteuropäische Staaten verlagert, wo das Lohnniveau weitaus geringer ist. Die beiden Autoren analysieren die Verlagerung von Arbeitsplätzen von West- nach Mittelosteuropa am Beispiel der Automobilindustrie und zeigen, welche Risiken sie für das „europäische Sozialmodell“ birgt. Die Fallstudien machen deutlich, dass vor allem große Zuliefererfirmen Teile ihrer Produktion in Niedriglohnländer verlagern, um dem Kostendruck der großen Automobilfirmen zu begegnen. Bei den Automobilherstellern gibt es besondere Muster der Arbeitsteilung, die nicht alle mit Verlagerung verbunden sind. Dazu gehört die Spezialisierung auf Kleinwagen oder die Ansiedelung von arbeitsintensiven Fertigungsstufen in Mittelosteuropa.
Autoren
Ulrich Jürgens, Martin Krzywdzinski
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag

ISBN: 978-3-593-39287-5
260 Seiten
€ 34,90

Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention

Gesundheitsförderung und Prävention müssen – vor allem wenn sie sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen erreichen sollen – an die Lebenswelt der Menschen vor Ort angepasst sein. Entsprechende Angebote lassen sich kaum standardisieren, und sie sind üblicherweise in komplexe Wirkungszusammenhänge eingebettet, die Kooperationspartner auf verschiedenen Ebenen einbeziehen. Diesen besonderen Anforderungen trägt der Ansatz der Partizipativen Qualitätsentwicklung Rechnung. Grundannahme ist, dass Qualität in der Arbeit erst entsteht, wenn sie von unten nach oben definiert und umgesetzt wird. Bei der Partizipativen Qualitätsentwicklung steht deshalb die aktive Beteiligung der Mitarbeiter und jener Menschen, auf die die Angebote abzielen, im Mittelpunkt der Interventionsplanung – von der Problemdefinition bis hin zur Evaluation. Das ermöglicht es allen Beteiligten, neue Kompetenzen in der Entwicklung und Bewertung der eigenen Arbeit zu erwerben und diese zum systematischen Lernen aus der eigenen Praxiserfahrung einzusetzen. Der Band führt in die Konzepte und Methoden der Partizipativen Qualitätsentwicklung ein und befasst sich mit ihrer Umsetzung in die lebensweltorientierte Prävention und Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Gruppen.
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Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention
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Herausgeber
Michael T. Wright
Auflage/ Ort/ Verlag

Bern: Verlag Hans Huber

ISBN 978-3-456-84867-9
288 Seiten
€ 29,95

Evaluation des Existenzgründungsprogramms EXIST III

ZEW-Wirtschaftsanalysen, Schriftenreihe des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Bd. 95
Die Beförderung einer Gründungskultur an deutschen Hochschulen ist seit einigen Jahren das erklärte Ziel der Wissenschaftspolitik. Mit dem Förderprogramm „EXIST“ wird seit 1998 versucht, entsprechende Aktivitäten systematisch zu unterstützen. Mit dieser Studie evaluiert ein Forschungskonsortium, an dem auch das WZB federführend beteiligt war, die gegenwärtig laufende Programmstufe EXIST III. Die Analyse erstreckt sich sowohl auf die Konzeption und Umsetzung des Programms als auch auf seine übergeordneten Leitziele, die Zahl und Erfolgswahrscheinlichkeit akademischer Ausgründungen zu erhöhen. Die Autoren konstatieren, dass durch das Programm zwar bessere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen erreicht wurden, insgesamt jedoch nicht mehr Akademiker zum Gang in die Selbstständigkeit bewogen werden konnten. Für die geringe Wirkungstiefe machen sie vor allem die kameralistischen Grundstrukturen verantwortlich, in denen sich die Hochschulen in Deutschland noch mehrheitlich bewegen. Die Empfehlungen zur künftigen Ausgestaltung des Programms zielen darauf ab, die größer gewordenen Handlungsspielräume der Hochschulen und die damit verbundene Aufwertung der zentralen Managementaufgaben der Leitungen als Hebel zu nutzen, um das Gründungsthema als eine der Kernaufgaben von Universitäten und Hochschulen zu begreifen.
Autoren
Jürgen Egeln, Michael Dinges, Andreas Knie, Dagmar Simon, Holger Braun-Thürmann, Helmut Fryges, Helmut Gassler, Sandra Gottschalk, Romy Hilbrich, Daniel Höwer, Kathrin Müller, Christian Rammer, Julia Schmidmayer, Franziska Steyer
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-5537-3
398 Seiten
€ 78,00

Reformen in Wohlfahrtsstaaten. Akteure, Institutionen, Konstellationen

Mit dem Ziel, die Bestimmungsfaktoren staatlichen Handelns zu erhellen, wird in diesem Band am Beispiel der Renten- und Sozialversicherung die Reformtätigkeit in 18 OECD-Ländern von 1980 bis 2002 vergleichend untersucht. Dabei interessiert vor allem, ob es spezifische Konstellationen gibt, die das Zustandekommen von Reformen begünstigen oder hemmen, welche Rolle die beteiligten Akteure spielen und welche Bedeutung politischen Institutionen wie etwa Mehrheits- vs. Verhältniswahlrecht, Föderalismus vs. Zentralismus oder Ein- vs. Zweikammersystemen zukommt. Die empirischen Befunde zeigen, dass der Demokratietypus, ebenso wie der Problemdruck, keinen direkten Einfluss auf die Reformaktivitäten in Wohlfahrtsstaaten ausübt. Zwar bilden die politischen Institutionen einen begrenzenden oder ermöglichenden Rahmen für politische Entscheidungen, aber als entscheidend erweisen sich die Akteure, nämlich die Regierungen und die sie tragenden Parteien. Von den konkreten Akteurskonstellationen - Einparteien-, Mehrparteienregierung, Anzahl der Koalitionspartner - hängt es ab, wie Handlungsspielräume genutzt werden.

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Cover Reformen in Wohlfahrtsstaaten
Autor
Alexander Petring
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-17313-9
244 Seiten
€ 39,95

Relationale Soziologie

Zur kulturellen Wende der Netzwerkforschung
Netzwerkforschung, Bd. 2
Dieser Band stellt die relationale Soziologie als einen innovativen Theorie- und Forschungsansatz vor. Allgemein geht es der relationalen Soziologie, die sich in den letzten 20 Jahren in Nordamerika entwickelt hat, um die theoretische Modellierung und empirische Analyse von sozialen Netzwerken als sozio-kulturelle Formationen. Anders als in der klassischen, strukturalistischen Netzwerkforschung werden nun strukturelle und kulturelle Elemente als konstitutiv für die Schaffung und den Erhalt von sozialen Netzwerken verstanden. Die in dem Buch versammelten internationalen Beiträge zeigen unterschiedliche theoretische Konzepte und empirische Anwendungsfelder der relationalen Soziologie auf und knüpfen Verbindungen zu anderen soziologischen Schulen wie der Systemtheorie, der Soziologie der Konventionen und der Akteur-Netzwerk-Theorie. Dies ermöglicht einen Einblick in Grundgedanken, thematische Schwerpunkte sowie den Facettenreichtum dieses Ansatzes.
Herausgeber
Jan Fuhse, Sophie Mützel
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-16772-5
293 Seiten
€ 34,95

The World Says No to War

Demonstrations against the War on Iraq, Social Movements, Protest, and Contention, Vol. 33
Der 15. Februar 2003 steht für das bis heute größte Protestereignis in der Geschichte: Millionen von Menschen demonstrierten an diesem Tag in aller Welt, um einen drohenden Krieg gegen den Irak abzuwenden. Wer sich an diesen Veranstaltungen beteiligte, welche Beweggründe und Erwartungen die Demonstranten hatten und was zu ihrer Mobilisierung führte, wird in diesem Band vergleichend untersucht. Die empirische Basis bilden schriftliche Befragungen mehrerer tausend Teilnehmer aus acht Nationen: den USA, dem Vereinigten Königreich, Spanien, Italien, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland. Die ausgewählten Länder spiegeln die Bandbreite politischer Positionen westlicher Regierungen gegenüber einer militärischen Intervention wider, die von aktiver Vorbereitung bis hin zu vehementer Ablehnung reichte; andererseits weichen sie in Bezug auf Protestkulturen sowie Stärke sozialer Bewegungen, öffentliche Meinung, Interessenvermittlungssysteme und politische Institutionen stark voneinander ab. Gerade vor dem Hintergrund dieser ungleichen Ausgangslagen interessieren die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Protestierenden in besonderer Weise. Die Analysen zeigen, dass trotz der gemeinsamen Zielsetzung des Protests deutliche Länderunterschiede im Hinblick auf Zahl und Zusammensetzung der Teilnehmer sowie Mobilisierungskanäle bestehen. Auch wurden in der Thematisierung des anstehenden Krieges in den Zeitungen verschiedener Länder die jeweiligen Pro- und Contra-Argumente unterschiedlich gewichtet.
Herausgeber
Stefaan Walgrave, Dieter Rucht
Auflage/ Ort/ Verlag

Minneapolis, MN/London: University of Minnesota Press

ISBN 978-0-8166-5095-8 (hc)
ISBN 978-0-8166-5096-5 (pb)
312 Seiten
$ 75.00 (hc), $ 25.00 (pb)

Politik für Gesundheit

Fest- und Streitschriften zum 65. Geburtstag von Rolf Rosenbrock
Wie nur wenige hat Rolf Rosenbrock Gesundheitswissenschaften und Public Health in Deutschland geprägt. Er hat substanzielle Beiträge zur Entwicklung dieser Disziplin seit den 1980er Jahren geleistet, indem er wissenschaftliche und politische Themen setzte und wichtige Impulse zur Schärfung ihres Profils gab. In diesem Band haben sich Weggefährten aus vier Jahrzehnten wissenschaftlichen und politischen Wirkens zusammengefunden, um den Jubilar anlässlich seines 65. Geburtstages zu ehren. Sie beleuchten in den Bereichen Public Health, Prävention, Krankenversorgung und Gesundheitspolitik unterschiedlichste Aspekte der Probleme, mit denen sich Rolf Rosenbrock in den vergangenen Dekaden befasst hat.
Herausgeber
Thomas Gerlinger, Susanne Kümpers, Uwe Lenhardt, Michael T. Wright
Auflage/ Ort/ Verlag

Bern: Verlag Hans Huber

ISBN 978-3-456-84827-3
407 Seiten
€ 34,95

Pauschalpatienten, Kurzlieger und Draufzahler

Auswirkungen der DRGs auf Versorgungsqualität und Arbeitsbedingungen im Krankenhaus
Seit 2003 wird fast die gesamte stationäre Versorgung in deutschen Krankenhäusern nach Fallpauschalen (Diagnosis-related Groups, DRGs) abgerechnet. Politik und Krankenkassen versprachen sich von der Umstellung auf dieses System eine Kostenersparnis, Ärzte und Pflegepersonal warnten dagegen vor Einbußen in der Qualität stationärer Versorgung. Welche Folgen tatsächlich eingetreten sind, wird in diesem Buch beleuchtet. Die Analysen stützen sich auf eine mehrmalige Befragung einer großen Zahl von Krankenhauspatienten, Ärzten und Pflegekräften zwischen 2002 und 2009 über ihre Wahrnehmung der Versorgungsqualität und Arbeitsbedingungen. Sie werden ergänzt durch Ergebnisse qualitativer Fallstudien in vier Krankenhäusern. Auch wenn sich insgesamt nicht alle Befürchtungen erfüllt haben, zeigt die Untersuchung, dass aus Sicht der Ärzte und Pfleger/innen die Arbeitsbelastung deutlich zugenommen hat und die Kluft zwischen ethischen und professionellen Ansprüchen und Berufsalltag größer geworden ist. So führt beispielsweise Zeitmangel dazu, dass die Kranken zu wenig emotionale Zuwendung erhalten. Verschlechterungen in der Versorgungssituation haben sich insbesondere bei Patienten mit mehreren Behandlungsanlässen ergeben.
Autoren
Bernard Braun, Petra Buhr, Sebastian Klinke, Rolf Müller, Rolf Rosenbrock
Auflage/ Ort/ Verlag

Bern: Verlag Hans Huber

ISBN 978-3-456-84825-9
311 Seiten
€ 34,95

Unternehmen Wissenschaft

Ausgründungen als Grenzüberschreitungen akademischer Forschung
Reihe "Science Studies"
Forschungsinstitute vermehren nicht nur das Wissen der Gesellschaft, sie können auch einen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung leisten. Akademische Ausgründungen gelten in diesem Zusammenhang als die Paradeform der Verwertung wissenschaftlichen Wissens. Dieses Buch führt vor, wie das Aufeinandertreffen von wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Rationalität in den Praktiken von Spin-offs organisatorisch, pragmatisch und lebensbiografisch gelingt - oder misslingt. Den Analysen liegen mehrere Einzelstudien zugrunde, in deren Rahmen rund 170 Spin-off-Projekte rekonstruiert wurden. Dabei zeigte sich, dass solche Unternehmen in Grenzbereichen zwischen Ökonomie und Wissenschaft in ein komplexes, mitunter widersprüchliches Erwartungs- und Referenzgeflecht eingebunden sind. Durch die für sie typische Brückenbildung zwischen wissenschaftlichem Arbeiten und wirtschaftlichem Denken sorgen sie in ihren beiden Bezugssystemen für Irritationen. Dies stellt einerseits einen besonderen Nährboden für Wissens- und Erkenntnissprünge dar, die sich auch in ökonomisch verwertbare Innovationen überführen lassen. Andererseits kann dieser Spagat unter weniger günstigen Bedingungen aber ebenso das unternehmerische Scheitern nach sich ziehen.
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Unternehmen Wissenschaft
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Autoren
Holger Braun-Thürmann, Andreas Knie, Dagmar Simon
Auflage/ Ort/ Verlag

Bielefeld: transcript

ISBN 978-3-8376-1401-5
196 Seiten
€ 24,80

Wertwechselstrom

Texte zu Kunst und Wissenschaft
Fundus-Bücher 183
Marktbeobachter geben sich mit oberflächlichen Korrespondenzen zwischen Kunstmärkten und anderen Wertpapiermärkten zufrieden, und Kulturbeobachter klagen über den Qualitätsverfall der Kunst in Zeiten eines dominierenden Marktes. Aber wer ästhetische und ökonomische Theorie, Kunst und Wirtschaftsgeschichte trennt, verkennt die konstitutive Bedeutung dieses Zusammenhangs. Michael Hutter zeigt, wie gerade die Unterschiede zwischen Kunst und Wirtschaft zur gegenseitigen Quelle der Wertschöpfung werden können. Der Band versammelt Studien zum historischen Einfluss der Künste auf das wirtschaftliche Wachstum sowie Texte zur Kunstpolitik, Arbeitsorganisation und Werttheorie. Komplettiert wird er durch zwei Einzelstudien zu Goethes "Faust II" Marcel Prousts "Recherche", an denen die Verwendung wirtschaftlicher Phänomene als literarisches Material erläutert wird.
Michael Hutter
Auflage/ Ort/ Verlag

Hamburg: Philo Fine Arts

ISBN 978-3-86572-582-0
335 Seiten
€ 16,00

Der Rechtsstaat unter Bewährungsdruck

Schriften zur Governance-Forschung, Bd. 20
Das juristische und politische Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsstaat ist im Wesentlichen anerkannt und unkontrovers. Trotzdem ist der deutsche Rechtsstaat seit einigen Jahren vielfältigen Bewährungsproben ausgesetzt. So hat etwa - Stichwort großer Lauschangriff - die Bekämpfung der organisierten Kriminalität den staatlichen Zugriff auf die private Kommunikation erheblich erweitert. Und der nach dem 11. September 2001 ausgerufene "War on Terror" markiert eine neue Dimension im Verhältnis von staatsfreier Privatsphäre und einem präventiv handelnden "Sicherheitsstaat". In fünf Beiträgen gehen namhafte Rechtswissenschaftler aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage nach, ob und wie sich durch solche Entwicklungen das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit verschiebt, und ob nicht die Versuche der staatlichen Selbstbehauptung die Gefahr mit sich bringen, auf dem Altar vermeintlicher Sicherheit just das zu opfern, was Rechtsstaatlichkeit bedeutet und als zentralen Bestandteil unserer politischen Kultur ausweist. Der Band dokumentiert die im ersten Halbjahr 2008 gehaltenen "Rule of Law Lectures".
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Der Rechtsstaat unter Bewährungsdruck
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Herausgeber
Gunnar Folke Schuppert, Wolfgang Merkel, Georg Nolte, Michael Zürn
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-5211-2
105 Seiten
€ 19,00

Work in a Modern Society

The German Historical Experience in Comparative Perspective
New German Historical Perspectives, Vol. 3
Anders als die Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung ist die Geschichte der Arbeit noch wenig erforscht. Dieser Band gibt einerseits einen Überblick über die Grundlinien der Entwicklung in Deutschland und Europa in den letzten Jahrhunderten. Andererseits versammelt er Ergebnisse neuer Studien zu wichtigen Einzelfragen. So berichtet Gerd Spittler über die Anfänge sozialwissenschaftlicher Forschung zur Anthropologie der Arbeit im 19. Jahrhundert. Karin Hausen resümiert die deutschen historischen Forschungen zur Geschichte von Geschlecht und Arbeit. Ute Frevert schreibt über "Vertrauen als Arbeit". Thomas Welskopp spürt dem Arbeitsbegriff in der frühen deutschen Arbeiterbewegung nach. Alf Lüdtke vergleicht Industriearbeit und die Arbeit der Soldaten im Krieg und entdeckt überraschende Gemeinsamkeiten. Mit der Zwangsarbeit von Ausländern in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt sich Klaus Tenfelde. Sebastian Conrad wendet sich der konfuzianischen Arbeitsethik und dem Geist des japanischen Kapitalismus zu. Arbeitsdiskurse in der Frühen Neuzeit rekonstruiert Josef Ehmer, und Andreas Eckert thematisiert neue Forschungen zur Globalgeschichte der Arbeit. Das Buch zeigt, auf welchen Baustellen derzeit in Deutschland die Sozial- und Kulturgeschichte der Arbeit betrieben wird.
Herausgeber
Jürgen Kocka
Auflage/ Ort/ Verlag

New York/Oxford: Berghahn Books

ISBN 978-1-84545-575-0
230 Seiten
$ 60.00/£ 35.00

Erzwungene Demokratie

Politische Neuordnung nach militärischer Intervention unter externer Aufsicht
Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Bd. 6
Die internationale Staatengemeinschaft überwacht in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo, in Afghanistan und im Irak die Friedenskonsolidierung. Sie exportiert dabei das Modell einer rechtsstaatlichen Demokratie und greift tief in die inneren Angelegenheiten eines Staates ein. Es stellt sich die Frage: Lässt sich Demokratie erzwingen? Die Autorin untersucht erstmals systematisch die Legalität, Legitimität und Effektivität der externen Demokratisierung von 1945 bis heute. Sie zeigt die zentralen Dilemmata auf, die mit der Demokratieförderung in Nachkriegsgesellschaften einhergehen. Im Mittelpunkt der Studie stehen die externe Supervision in Bosnien-Herzegowina, die internationale Übergangsverwaltung im Kosovo, die multilaterale Supervision in Afghanistan und die US-Besatzung im Irak. Ein kritischer Rückblick auf die Transformation Westdeutschlands unter alliierter Besatzung rundet die Analyse ab. Es zeigt sich: Die Dilemmata der externen Demokratisierung sind kaum aufzulösen, und die Erfolge bleiben begrenzt.

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Cover Erzwungene Demokratie
Autorin
Sonja Grimm
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-5028-6
420 Seiten
€ 69,00

Handbuch Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Deutschland

Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sind ein wesentlicher Eckpfeiler des Modells Deutschland und im Zusammenspiel mit dem Staat, Gewerkschaften und anderen Interessenorganisationen an vielen politischen Entscheidungen beteiligt. Sie organisieren kollektives Verhalten von wirtschaftlichen Konkurrenten und versuchen, gemeinsame Interessen zu artikulieren, zu repräsentieren und gegenüber anderen staatlichen und gesellschaftlichen Akteuren durchzusetzen. Dieses Handbuch liefert eine aktuelle Wissens- und Forschungsbilanz zu der komplexen Verbandslandschaft der deutschen Unternehmen. Im ersten Teil werden Geschichte und Funktionen, im zweiten Teil die Organisation und Struktur der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände behandelt. Teil 3 widmet ihrer Einbettung in den politischen und gesellschaftlichen Kontext. Dazu gehört auch ihr Verhältnis zu den Gewerkschaften. Im vierten Teil geht es um die Positionierung der Unternehmerverbände in der Tarif-, Sozial- und Umweltpolitik sowie ihr Verständnis von Sozialpartnerschaft. Der abschließende fünfte Teil konzentriert sich auf das internationale Umfeld und die Folgen der Internationalisierung des Regierens für die Europäisierung und die Arbeit der Verbände. Den roten Faden bildet die Grundfrage nach ihren Reaktionen auf die gewandelten Umweltbedingungen sowie die Veränderungsprozesse in den eigenen Reihen, die das deutsche Modell der sozialen Marktwirtschaft auf den Prüfstand stellen.

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Cover Handbuch Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Deutschland
Herausgeber
Wolfgang Schroeder, Bernhard Weßels
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-14195-4
552 Seiten
€59,95

United in Diversity?

Comparing Social Models in Europe and America
International Policy Exchange Series
Dieser Band zielt auf einen Vergleich des europäischen und des amerikanischen Sozialsystems und fragt zugleich, ob das große wirtschaftliche und soziale Gefälle zwischen den Mitgliedstaaten der EU es überhaupt noch erlaubt, von einem einheitlichen europäischen Entwicklungsmodell zu sprechen. Anhand ausgewählter gesellschaftlicher Probleme werden auf empirischer Grundlage Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den USA und Europa sowie innereuropäische Varianzen herausgearbeitet. In paarweise angeordneten Beiträgen kommen dabei jeweils ein amerikanischer und ein europäischer Autor zu Wort. Der erste Block des Buchs rückt die Struktur und das Handeln des Staats ins Zentrum und wendet sich vier Themenfeldern zu: den unterschiedlichen Konzepten und der Qualität von Demokratie, der politischen Integration am Beispiel der Wahlbeteiligung, der Zusammensetzung und Höhe staatlicher Ausgaben sowie dem Verständnis von Sozialbürgerschaft und sozialer Grundsicherung. Der zweite Block konzentriert sich auf die vergleichende Analyse spezifischer Politikergebnisse: die Bemühungen zur Herstellung von Vollbeschäftigung, das Ausmaß von Einkommensungleichheit und Muster sozialer Mobilität, die Verteilung von Bildungschancen und die Rolle der Bildungspolitik sowie Erfolge bzw. Misserfolge bei der Integration von Zuwanderern.
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United in Diversity?
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Herausgeber
Jens Alber, Neil Gilbert
Auflage/ Ort/ Verlag

Oxford/New York: Oxford University Press

ISBN 978-0-19-537663-0
450 Seiten
$ 55.00

Handbuch Wissenschaftspolitik

Nach langer Stagnation befindet sich das deutsche Wissenschaftssystem seit gut einer Dekade im Umbau. Akademische Forschung und Lehre werden grundlegend umgestaltet. Dabei sind viele der "Baustellen" wie die Forderungen nach mehr Wettbewerb, öffentlicher Rechnungslegung, Reform der Leitungsstrukturen und des Besoldungsrechts keineswegs neu. Neu sind allerdings die Kompetenz- und Machtverschiebungen in den Hochschulen, zwischen Hochschulen und Landesministerien, zwischen Bund und Ländern und zunehmend auch zwischen nationalen Politiken und supranationalen Einflüssen. Wissenschaftspolitik findet auf vielen Ebenen statt: innerhalb der Institutionen, weil Handlungsressourcen verlagert werden, als institutionelle Politiken, die neue Strukturen verarbeiten und ungewohnte Management- und Koordinationsleistungen erbringen müssen, als neue politische Arrangements, weil zwischen Ministerien, Forschungsförderern, Öffentlichkeit, wissenschaftspolitischen Institutionen und autonomer werdenden Hochschulen neue Koordinationsmechanismen entstehen, und nicht zuletzt als klassische Ressortpolitik, die eine veränderte Funktionsbeschreibung als Sachwalterin eines öffentlichen Interesses finden muss. Das Handbuch liefert erstmals einen systematischen Überblick über die Akteure und Koordinationsmodi im Wissenschaftssystem und verdeutlicht seine Übergangs- und Umbruchsphänomene.
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Handbuch Wissenschaftspolitik
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Herausgeber
Dagmar Simon, Andreas Knie, Stefan Hornbostel
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-15742-9
567 Seiten
€ 69,90

Systemtransformation. Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung

Dieses Lehrbuch liefert die erste systematische Einführung in die politikwissenschaftliche Transformationsforschung und bietet zusätzlich umfassende empirische Analysen der Demokratisierung nach 1945 und der Systemwechsel in Südeuropa, Lateinamerika, Ostasien und Osteuropa. Im ersten, theoretischen Teil werden Kriterien entwickelt, die eine klare begriffliche Fassung und Abgrenzung von politischen Herrschaftssystemen erlauben. Sie gelten gleichermaßen für Demokratie und Autokratie ebenso wie für Regierung, Regime, Staat und System. Vor dem Hintergrund dieser Ordnungsbegriffe werden die großen Phasen der Transformation von autokratischen zu demokratischen politischen Systemen konzipiert und in der Dynamik ihrer Strukturen und Akteure theoretisch-systematisch aufeinander bezogen. Die theoretischen Konzepte werden im zweiten Teil, der empirischen Analyse von vier großen regionalen Transformationswellen, auf die Demokratisierung Deutschlands, Italiens und Japans nach 1945, die Rechtsdiktaturen Südeuropas (Portugal, Griechenland, Spanien) nach 1974, die kapitalistischen Autokratien Ostasiens (Philippinen, Taiwan, Südkorea, Thailand) Mitte der 1980er Jahre sowie die kommunistischen Systeme Osteuropas nach 1989 angewendet. Neu hinzugekommen sind ein eigenes Kapitel zur externen Demokratisierung sowie - unter der Überschrift "Kehren die Diktaturen zurück?" - ein Ausblick auf die globale Demokratieentwicklung.

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Cover Systemtransformation, 2. Aufl.
Autor
Wolfgang Merkel
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2., überarbeitete und erweiterte Auflage

ISBN 978-3-531-17201-9
561 Seiten
€ 69,90

Staat als Prozess

Eine staatstheoretische Skizze in sieben Aufzügen
Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs "Staatlichkeit im Wandel"
Seit einigen Jahren beschäftigen sich Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaftler mit dem Wandel des Staates als Organisations- und Herrschaftsform. Doch wie misst oder beschreibt man die Transformation eines so abstrakten Gegenstandes? Gunnar Folke Schuppert erläutert anhand zahlreicher Beispiele den Wandel des Staates als vielschichtigen Prozess, in dem sich kontinuierlich Strukturen auflösen, alte Akteure an Einfluss verlieren und neue hinzukommen. Ein differenzierter Rückblick auf die Geschichte staatlicher Souveränität veranschaulicht, wie tiefgreifend der Wandel der letzten Jahrzehnte war und wie komplex die Fragen von Staatlichkeit in einer Zeit zunehmender Supra- und Transnationalisierung geworden sind. Mit seinem Essay antwortet der Autor den Bremer Politikwissenschaftlern Philipp Genschel und Stephan Leibfried, die 2008 eine kritische Sicht auf Schupperts Analyse geliefert hatten ("Schupperts Staat").
Gunnar Folke Schuppert
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus

ISBN 978-3-593-39189-2
190 Seiten
€ 24,90

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Research Unit Democracy and Democratization

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Promotionskolleg "Gute Arbeit": Ansätze zur Gestaltung der Arbeitswelt von morgen

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