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Bücher 2010

Hier finden Sie alle 2010 erschienenen Bücher von WZB-Forscherinnen und -Forschern in chronologischer Reihenfolge.

Prosoziales Verhalten

Spenden in interdisziplinärer Perspektive
Prosoziales Verhalten
Herausgeber
Frank Adloff, Eckhard Priller, Rupert Graf Strachwitz
Verlag
Stuttgart: Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft
ISBN 978-3-8282-0507-9
249 Seiten, € 44,00
Spendenbereitschaft wird oft nur auf eine sehr populistische Weise in der Öffentlichkeit diskutiert – etwa, wenn Superreiche wie Bill Gates oder Warren Buffet einen Großteil ihres Vermögens stiften. Fundierte Analysen zum Spendenverhalten bleiben bei dieser Diskussion auf der Strecke. Um die Frage zu beantworten „Warum spenden wir?“ reicht es nicht, sich der Thematik nur über Angaben aus der Spendenstatistik zu nähern. Der Sammelband umfasst daher die Sichtweise verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Sein Themenspektrum reicht vom historisch-politischen Kontext des Spendenverhaltens über empirische Befunde, der Rolle der Medien bis hin zu Fragen des Fundraisings und der Transparenz bei der Spendenverwendung.

Comparing Integration

Host Culture Adoption and Ethnic Retention among Turkish Immigrants and Their Descendents in France, Germany and the Netherlands
Autorin
Evelyn Ersanilli
Verlag
Amsterdam: VU University Amsterdam 2010
ISBN 978-90-5335-250-2
191 Seiten,
Die Forderung nach einer besseren Integration von Einwanderern und die Frage, wie dieses Ziel erreichbar ist, stehen in vielen europäischen Ländern schon seit Jahren im Zentrum öffentlicher und politischer Debatten. Die Vorstellungen über geeignete Maßnahmen und Wege gehen weit auseinander, und bis heute gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse über die Wirkungen staatlicher Integrationspolitiken. Ob und wie sie die soziokulturelle Integration beeinflussen, wird in dem Band am Beispiel türkischer Immigranten in drei Ländern mit unterschiedlichen Integrationsregimen untersucht: Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass nicht alle integrationspolitischen Ansätze die soziokulturelle Integration gleichermaßen befördern. Politiken, die Einwanderern ein hohes Maß an individueller Gleichheit zugestehen - Zugang zur Staatsbürgerschaft, Schutz vor Diskriminierung -, erhöhen die Bereitschaft, sich an die Kultur des Wohnlands anzupassen. Multikulturalistische Strategien, wie sie über längere Zeit in den Niederlanden verfolgt wurden, wirken sich dagegen mit ihrer Betonung von Diversität negativ auf die kulturelle Anpassung aus und begünstigen das Festhalten an der Kultur des Herkunftslands.

The Transnational Condition

Protest Dynamic in an Entangled Europe
Herausgeber
Simon Teune
Verlag
New York/Oxford: Berghahn Books
ISBN 978-1-84545-728-0
260 Seiten, $ 70,00/£ 40,00
Obwohl sie kein neues Phänomen sind, haben transnationale Protestbewegungen in den letzten beiden Jahrzehnten in Europa zugenommen. Protestanliegen und -formen haben sich über die Grenzen hinweg verbreitet. Zudem sind diese Proteste in einer Welt der internationalen Kooperationen, der Internetkommunikation und der Billigreisen sichtbarer geworden. Transnationale Bedingungen durchdringen alle Aspekte des Protests: seine Organisation und Dynamik, aber auch die Biografien der Protestierenden und die Netzwerke der Aktivisten. Der Band untersucht die vielfältigen Merkmale transnationalen Protests in Europa empirisch, beschäftigt sich aber auch mit den theoretischen Herausforderungen einer transnationalen Forschung.

The Making of a European Public Sphere

Media Discourse and Political Contention
The Making of a European Public Sphere
Herausgeber
Ruud Koopmans, Paul Statham
Verlag
Cambridge: Cambridge University Press 2010
ISBN 978-0-521-19090-9 (Hardcover)
ISBN 978-0-521-13825-3 (Paperback)
360 Seiten, € 78,48/€ 26,16
Zwar ist „Europa“ längst unübersehbar, ein Blick auf Führerscheine, Münzen oder Pässe genügt. Doch längst nicht jedermann in Europa versteht sich deshalb auch gleich als Teil der Europeanization. Die Eliten können nicht darauf zählen, dass die Bürger Europa aus vollem Herzen unterstützen; dabei ist der Erfolg des Mammutprojekts Europäische Union auf eine lebendige European public sphere, eine europäische Öffentlichkeit, angewiesen. Die Autoren untersuchen die Rolle der Medienberichterstattung in ausgewählten Ländern Europas bei der Schaffung einer European public sphere: Wie spiegelt die Berichterstattung den politischen Wandel durch die europäische Integration wider? Wie funktionieren die Kommunikationsstrategien der EU-Institutionen? Wie trägt die Presse zur Europeanization der nationalen public spheres bei?

Das Ende des sozialen Friedens

Politik und Protest in Zeiten der Hartz-Reformen
Das Ende des sozialen Friedens
Autoren
Christian Lahusen, Britta Baumgarten
Verlag
Frankfurt a.M./New York: Campus
ISBN 978-3-593-39032-1
252 Seiten, € 29,90
Die Hartz-Reformen gehören zu den umstrittensten politischen Maßnahmen der vergangenen Jahre. Insbesondere Hartz IV löste eine Welle des Protestes aus, vor allem unter den Arbeitslosen, deren "Montagsdemonstrationen" 2004 eine große Öffentlichkeit erhielten. Die Autoren werfen anhand dieser Proteste einen Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Umgang mit den Hartz-Reformen. Trotz der massiven Proteste, so der Befund, wurden die sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unverändert fortgeführt. Doch hatten diese Konflikte einen grundlegenden Einfluss auf die deutsche Politik, besonders auf die Parteienlandschaft, indem sie die soziale Frage wieder als einen zentralen Punkt politischer Kontroversen etablierten.

Interessenvertretung aus dem Abseits

Erwerbsloseninitiativen im Diskurs über Arbeitslosigkeit
Interessenvertretung aus dem Abseits
Autorin
Britta Baumgarten
Verlag
Frankfurt a.M./New York: Campus
ISBN 978-3-593-39226-4
330 Seiten, 32,90
Der öffentliche Diskurs über Arbeitslosigkeit wird hauptsächlich von Politikern, Journalisten und Vertretern der Sozialverbände geprägt. Erwerbsloseninitiativen werden seltener nach ihrer Meinung gefragt. Zudem werden ihre Forderungen häufig als unberechtigt abgetan. Britta Baumgarten hat die Dokumente der Erwerbsloseninitiativen ausgewertet und analysiert die Kommunikations-Strategien der Initiativen, die ihre Deutung von Arbeitslosigkeit stärker in der öffentlichen Auseinandersetzung verankert sehen wollen.

Smooth Path or Long and Winding Road?

How Institutions Shape the Transition from Higher Education to Work
Autorin
Kathrin Leuze
Verlag
Opladen/Farmington Hills, MI: Budrich UniPress
ISBN 978-3-940755-42-1
276 Seiten, € 39,90
In diesem Band wird am Beispiel Großbritanniens und Deutschlands empirisch untersucht, wie nationale Institutionen und Regelungen den Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt beeinflussen. Die beiden ausgewählten Länder repräsentieren zwei unterschiedliche Typen politischer Ökonomien − liberale und koordinierte −, was sich auch in ihren (Aus-)Bildungssystemen und Arbeitsmarktinstitutionen niederschlägt. Die Analyse konzentriert sich auf vier institutionelle Bereiche: die Struktur des Hochschulsystems, die Inhalte bzw. die Berufsspezifität des Studiums, die Beschaffenheit der Akademikerarbeitsmärkte sowie die Arbeitsmarktregulierung. Um zu überprüfen, wie sich die jeweiligen institutionellen Regelungen auf den individuellen Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt auswirken, werden die Karriereverläufe von Hochschulabsolvent/innen in den ersten fünf Jahren nach Hochschulabschluss mit Hilfe von Längsschnittdaten analysiert. Der Ländervergleich bestätigt nachdrücklich, dass Institutionen maßgeblich über die Platzierung im Beschäftigungssystem entscheiden. In Deutschland mit seiner Tradition eines stärker verankerten Schutzes formaler Qualifikationen und damit verbundenem Berufsstatus verläuft die Einmündung in den Beruf wesentlich geradliniger als in Großbritannien, wo Hochschulabgänger/innen erst über Umwege und mehrere Stationen hinweg in ähnlichen Positionen ankommen wie deutsche Absolvent/innen.

Verschenkte Potenziale?

Lebensläufe nicht erwerbstätiger Frauen
Verschenkte Potenziale?
Autorin
Jutta Allmendinger
Verlag
Frankfurt a.M./New York: Campus
ISBN 978-3-593-39266-0
198 Seiten, € 16,90
Beruf und Familie, das geht in Deutschland offenbar noch immer nicht zusammen. Denn 5,6 Millionen Frauen unter 60 Jahren sind nicht erwerbstätig − das ist mehr als jede vierte. Damit bleibt ein riesiges Potenzial an Wissen und Erfahrung für den Arbeitsmarkt ungenutzt. Den Ursachen dafür geht Jutta Allmendinger auf den Grund und präsentiert dabei eine Vielzahl überraschender Fakten und Einsichten. So führt sie vor Augen, wie stark nach wie vor das Bild vom Mann als Ernährer der Familie in den Köpfen verankert ist. In persönlichen Porträts von Frauen veranschaulicht sie außerdem die Vielfalt an Wünschen, Lebenswegen und Problemen, die zur Nichterwerbstätigkeit führen. Ihr Plädoyer ist eindeutig: Der Staat täte gut daran, typische Hindernisse für den Wiedereinstieg auszuräumen und den Frauen aktive Hilfe anzubieten. Denn sie werden als qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht, und sie haben das Recht auf Teilhabe.

Die Klima-Manipulateure

Rettet uns Politik oder Geo-Engineering? Jahrbuch Ökologie 2011
Herausgeber
Günter Altner, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Ernst U. von Weizsäcker
Verlag
Stuttgart: Hirzel Verlag
ISBN 978-3-7776-2110-4
248 Seiten, €19,80
Wenn die Politiker versagen, kommen dann die Ingenieure? Nach dem Debakel der Klimakonferenz von Kopenhagen hat die großtechnische Klimamanipulation (Geo-Engineering) enorm an Unterstützern gewonnen. Das diesjährige „Jahrbuch Ökologie“ beschäftigt sich mit dieser grundsätzlichen Alternative zur Politik der Emissionsreduzierung (Mitigation) und der Anpassung an den Klimawandel (Adaptation), bei der konzeptionell und praktisch zwei Ansätze verfolgt werden: die Beeinflussung der direkten Sonneneinstrahlung (Solar Radiation Management) und die nachträgliche Entfernung des Kohlendioxids aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal). Am Beispiel der Erdabkühlung durch Sulfatinjektionen in die Stratosphäre und durch Eisendüngung der Meere werden zwei prominente Technikvarianten näher vorgestellt. In einem weiteren Beitrag werden die Argumente für und wider die verschiedenen Varianten des Geo-Engineering kartiert und bewertet. Aber auch andere aktuelle Themen kommen zur Sprache: Entwicklungen in Recht, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die jenseits der Sphären von Politik und Technik innovative Ansätze im Umgang mit Natur und Umwelt markieren.

Das präventive Selbst

Eine Kulturgeschichte moderner Gesundheitspolitik, Verkörperungen/MatteRealities, Perspektiven empirischer Wissenschaftsforschung, Bd. 9
Herausgeber
Martin Lengwiler, Jeannette Madarász
Verlag
Bielefeld: transcript
ISBN: 978-3-8376-1454-1
387 Seiten, € 32,80
Praktiken der Prävention sind eine grundlegende Sozial- und Kulturtechnik der Moderne. Sie haben nicht nur die institutionelle Entwicklung der westlichen Gesundheitssysteme geprägt, sondern wurden auch zum Bestandteil subjektiver Körper- und Gesundheitsvorstellungen. Dieser Band bietet einen europäisch- und transatlantisch-vergleichenden Überblick über die bislang noch kaum bekannte Entwicklung der Gesundheitsprävention seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Gestützt auf aktuelle historische und sozialanthropologische Forschungsergebnisse international renommierter Autorinnen und Autoren wird gezeigt, wie der Vorsorgegedanke zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum subjektiven Leitbild des „präventiven Selbst“ diffundiert ist.

Schulden ohne Sühne

Warum der Absturz der Staatsfinanzen uns alle trifft
Herausgeber
Kai A. Konrad, Holger Zschäpitz
Verlag
München: C.H. Beck
ISBN 978-3-406-60688-5
240 Seiten, €19,95
Die Staatsschuldenkrise ist zur Schicksalsfrage Europas geworden. Jetzt, da Griechenland und weitere Länder der Eurozone in finanzielle Schwierigkeiten geraten und die Hilfe der Staatengemeinschaft beanspruchen, werden die Weichen für die Zukunft des Euro und damit für das wirtschaftliche Wohl der Menschen in der Europäischen Union gestellt. Die Billionenfalle bedroht alle – Arbeitnehmer, Rentner, Sparer. Ihre Folgen können drastisch sein, vergleichbar mit einer Hyperinflation oder einer Währungsreform. In klarer Sprache erläutern die Autoren interessierten Bürgern wie versierten Experten alles, was man über die Schuldenkrise wissen muss. Das Buch besteht aus drei Teilen, die in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können: Der erste Teil beschreibt die großen Staatsbankrotte der Vergangenheit und die bedrohliche Entwicklung der Staatsschulden bis in die Gegenwart. Der zweite Teil trennt Mythen von Fakten über Staatsverschuldung, nennt ihre Gründe und ihre Wirkung. Der dritte Teil beantwortet zentrale Fragen zur aktuellen Staatsschuldenkrise, bewertet die politischen Maßnahmen und zeigt mögliche Auswege.

Die neue Ost-West-Arbeitsteilung

Arbeitsmodelle und industrielle Beziehungen in der europäischen Automobilindustrie, Arbeit – Interessen – Partizipation, Bd. 9
Autoren
Ulrich Jürgens, Martin Krzywdzinski
Verlag
Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag
ISBN: 978-3-593-39287-5
260 Seiten, € 34,90
Viele Unternehmen haben Teile ihrer Produktion von Westeuropa in mittelosteuropäische Staaten verlagert, wo das Lohnniveau weitaus geringer ist. Die beiden Autoren analysieren die Verlagerung von Arbeitsplätzen von West- nach Mittelosteuropa am Beispiel der Automobilindustrie und zeigen, welche Risiken sie für das „europäische Sozialmodell“ birgt. Die Fallstudien machen deutlich, dass vor allem große Zuliefererfirmen Teile ihrer Produktion in Niedriglohnländer verlagern, um dem Kostendruck der großen Automobilfirmen zu begegnen. Bei den Automobilherstellern gibt es besondere Muster der Arbeitsteilung, die nicht alle mit Verlagerung verbunden sind. Dazu gehört die Spezialisierung auf Kleinwagen oder die Ansiedelung von arbeitsintensiven Fertigungsstufen in Mittelosteuropa.

Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention

Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention
Herausgeber
Michael T. Wright
Verlag
Bern: Verlag Hans Huber
ISBN 978-3-456-84867-9
288 Seiten, € 29,95
Gesundheitsförderung und Prävention müssen – vor allem wenn sie sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen erreichen sollen – an die Lebenswelt der Menschen vor Ort angepasst sein. Entsprechende Angebote lassen sich kaum standardisieren, und sie sind üblicherweise in komplexe Wirkungszusammenhänge eingebettet, die Kooperationspartner auf verschiedenen Ebenen einbeziehen. Diesen besonderen Anforderungen trägt der Ansatz der Partizipativen Qualitätsentwicklung Rechnung. Grundannahme ist, dass Qualität in der Arbeit erst entsteht, wenn sie von unten nach oben definiert und umgesetzt wird. Bei der Partizipativen Qualitätsentwicklung steht deshalb die aktive Beteiligung der Mitarbeiter und jener Menschen, auf die die Angebote abzielen, im Mittelpunkt der Interventionsplanung – von der Problemdefinition bis hin zur Evaluation. Das ermöglicht es allen Beteiligten, neue Kompetenzen in der Entwicklung und Bewertung der eigenen Arbeit zu erwerben und diese zum systematischen Lernen aus der eigenen Praxiserfahrung einzusetzen. Der Band führt in die Konzepte und Methoden der Partizipativen Qualitätsentwicklung ein und befasst sich mit ihrer Umsetzung in die lebensweltorientierte Prävention und Gesundheitsförderung bei