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Bücher 2013

Geschichte des Kapitalismus

Geschichte des Kapitalismus
Autor
Jürgen Kocka
Verlag
München: C.H.Beck
ISBN 978-3-406-65492-3
144 Seiten, € 8,95
C.H.Beck Wissen 2783
Historische Analysen über den Kapitalismus können zum Verständnis der aktuellen Krisen beitragen. Jürgen Kocka spannt den Bogen von der Frühzeit kapitalistischen Handelns bis zum heutigen Finanz- und Managerkapitalismus. Er umreißt die theoretischen Ansätze von Marx, Weber, Sombart und bezieht neue Ansätze ein (Keynes, Braudel, Wallerstein, um dann selbst eine Arbeitsdefinition anzubieten, die Charakteristika kapitalistischer Wirtschaft aufnimmt: individuelles Eigentum, dezentrale Entscheidungen, Agieren in Märkten, über Preise und im Wettbewerb, Arbeitsteilung, Geldwirtschaft und das Vorhandensein von Kapital. Dabei zeigt der Autor: Kapitalismus hat seinen Preis, aber auf der Habenseite das Potenzial, das Schicksal der Menschen entscheidend zu verbessern. Wer über Kapitalismus redet, darf über Staat und Gesellschaft nicht schweigen. Sie sind keine Antipoden zum kapitalistischen Markt, sondern eng mit ihm verflochten.

Paare und Ungleichheit(en)

Eine Verhältnisbestimmung
Paare und Ungleichheit(en)
(Hg.)
Alessandra Rusconi, Christine Wimbauer, Mona Motakef, Beate Kortendiek, Peter A. Berger
Verlag
Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich
ISBN 978-3-8474-0109-4
232 Seiten, € 26,90
Paarbeziehungen gelten als zentraler Ort, an dem Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern (re-)produziert, kompensiert oder verringert werden. Zudem spiegeln sich in und zwischen Paaren Klassen-, Schicht- und Milieuunterschiede, etwa in der Wahl des Partners bzw. der Partnerin, in der Positionierung auf dem Arbeitsmarkt, in Bevorzugungen und Benachteiligungen durch sozial- und familienpolitische Regelungen oder in der Artikulation und (Nicht-)Einlösung von Egalitätsnormen. In dem Band werden aktuelle Studien zu dieser Thematik präsentiert. Der erste Teil liefert Analysen zu Geschlechter(un)gleichheiten, Paarfindungen und Paarbildungen. Im zweiten Teil geht es um Paarbeziehungen und Erwerbsarbeit. Untersucht wird unter anderem, wie sich berufliche Anforderungen auf das Privatleben doppelerwerbstätiger Paare auswirken. Der dritte Teil konzentriert sich auf die Elternschaft. In den Blick genommen werden das Engagement von Vätern und die Situation bzw. Bewältigungsstrategien ungewollt kinderloser Paare, die sich erfolglos einer reproduktionstechnischen Behandlung unterzogen haben.

Politik des Verfassungsrechts

Interdisziplinäre und vergleichende Perspektiven auf die Rolle und Funktion von Verfassungsgerichten
Politik des Verfassungsrechts
(Hg.)
Michael Wrase, Christian Boulanger
Verlag
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft
ISBN 978-3-8487-0495-8
345 Seiten, € 78,00
Verfassungsgerichte agieren an der Schnittstelle zum politischen System, das sie durch ihre Entscheidungen mitgestalten. Sie betreiben eine „Politik des Verfassungsrechts“. In diesem Zusammenhang hat die politikwissenschaftliche Verfassungsgerichtsforschung in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Die Verfassungsgerichte werden als Akteure untersucht, die an das Recht gebunden sind, aber auch politische Rechtsprechung betreiben. Forschungsthemen sind die internen Entscheidungsprozesse, die demokratie-funktionalen Wirkungen der Verfassungsgerichtsbarkeit, ihre Governance-Funktion im föderal-politischen System Deutschlands sowie die Bedeutung von verfassungsgerichtlicher Autorität und Deutungsmacht. Der Band verbindet politikwissenschaftliche, rechtswissenschaftliche und rechtssoziologische Perspektiven und entwickelt Ansätze für weitere Forschungsprogramme. Erstmals wird dabei auch die Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich, der Schweiz und Ungarn in den Blick genommen und damit Grundlage für komparative Studien geschaffen.

Bringing Sociology to International Relations

World Politics as Differentiation Theory
Bringing Sociology to International Relations
(Hg.)
Mathias Albert, Barry Buzan, Michael Zürn
Verlag
Cambridge: Cambridge University Press
ISBN 978-1107440135
292 Seiten, € 63,63
Funktionale Differenzierung steht seit Langem im Mittelpunkt soziologischen Denkens und gilt als ein bestimmendes Merkmal in der Evolution der modernen Gesellschaft, durch das sich diese von vormodernen Gesellschaften und den in ihnen vorherrschenden Formen sozialer Differenzierung – Segmentation oder Systeme sozialer Stratifikation wie Klassenbildung – unterscheidet. Anknüpfend an neue Entwicklungen in der Anwendung der Differenzierungstheorie im Forschungszweig internationale Beziehungen wie auch in der Soziologie werden in diesem Band Analysen aus beiden Feldern zusammengeführt. In der Gesamtschau ergibt sich daraus eine interdisziplinäre Synthese, die Weltpolitik als ein differenziertes soziales Gefüge erkennbar macht. Über alle Beiträge und Kapitel hinweg geht es um Antworten auf die zentrale Frage: Welche neuen Perspektiven eröffnen sich, wenn das soziologische Konzept der funktionalen Differenzierung von der innerstaatlichen Ebene, auf die es ursprünglich gerichtet war, auf den größeren und vielschichtigeren Komplex der internationalen Beziehungen übertragen wird?

Forschungsinfrastrukturen für die qualitative Sozialforschung

Forschungsinfrastrukturen für die qualitative Sozialforschung
(Hg.)
Denis Huschka, Hubert Knoblauch, Claudia Oellers, Heike Solga
Verlag
Berlin: Scivero
ISBN 978-3-944417-01-1
185 Seiten, € 15,90
Für die sekundäranalytische Verwendung von Statistik- und Umfragedaten gibt es in den empirischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Deutschland mittlerweile eine gut entwickelte Infrastruktur. Über Forschungsdatenzentren werden solche Daten der Wissenschaft zugänglich gemacht. Im Gegensatz dazu ist die systematische Aufbereitung und Bereitstellung qualitativer Daten für die Weiternutzung in Forschung und Lehre hierzulande noch wenig verbreitet. Wesentliche Gründe dafür sind die Beschaffenheit dieser Daten, die in ihrer Rohdatenform unmittelbar personenbezogen sind, sowie Unsicherheiten in puncto Datenschutz. Außerdem erschweren fehlende Standards für die Dokumentation die Archivierung, Auffindbarkeit und Nachnutzung qualitativer Daten. Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, der schon maßgeblich an der Etablierung der Dateninfrastruktur für die quantitative Sozialforschung beteiligt war, hat nun auch den Ausbau der qualitativen Dateninfrastruktur auf seine Agenda gesetzt und Vertreter in- und ausländischer Institute, die sich theoretisch und praktisch mit diesem Thema befassen, zu einem Workshop eingeladen. Der Band dokumentiert ihre Beiträge und liefert in der Gesamtschau eine aktuelle Bestandsaufnahme erster qualitativer Forschungsinfrastrukturen. Unterschiedliche Archive stellen ihre Projekte vor und berichten über die bei der Umsetzung aufgetretenen Probleme ebenso wie über Lösungsansätze.

Mut zu Visionen

Brücken in die Zukunft (Jahrbuch Ökologie 2014)
Mut zu Visionen
(Hg.)
Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Jörg Sommer, Ernst U. von Weizsäcker
Verlag
Stuttgart: S. Hirzel
ISBN 978-3-7776-2362-7
256 Seiten, € 21,90
Das Jahrbuch Ökologie lädt in seiner neuen Ausgabe zu Visionen über eine ökologische Zukunftsgestaltung ein. Leitend ist dabei die Erkenntnis, dass Denken jenseits ausgetretener Pfade aus Sackgassen herausführen, vorher nicht gesehene Handlungsalternativen aufzeigen und so die erforderliche Umgestaltung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben kann. Teil I geht der Vision eines nachhaltigen Europa nach und fragt, welche Anforderungen eine diesem Ziel verpflichtete Politik erfüllen müsste. Teil II beleuchtet die drei strategischen Komponenten von Nachhaltigkeit, nämlich das zusammengehörende Trio aus Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Elementen eines guten Lebens in einer Welt multipler Krisen widmet sich Teil III mit Beiträgen über die Kunst der Gelassenheit und das Experimentieren mit neuen Formen sozialer Gemeinschaft. Dass in Wirtschaften seit jeher nicht nur das Phänomen des Wachsens, sondern auch des Schrumpfens wirkt, ruft Teil IV anhand sehr unterschiedlicher Beispiele sowie eines Plädoyers für eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und steigenden Treibhausgas-Emissionen in Erinnerung. Konkrete Schritte zur Nachhaltigkeit zeigt schließlich Teil V auf, in dem verschiedene Initiativen und Ansatzpunkte vorgestellt werden.

Mikrofinanzierung als Entwicklungshilfe

Sparen & Leihen als Alternative zu Mikrokrediten? Erfahrungen aus Ostafrika
Mikrofinanzierung als Entwicklungshilfe
Autor
Günther Schmid, Barbara Schmid-Heidenhain
Verlag
Berlin: Edition Pamoja
ISBN 978-3-00-040375-0
84 Seiten, € 9,90
Die Autoren, selbst Gründer einer Stiftung, die Kinder in Ostafrika unterstützt und vor allem um Bildung für Mädchen bemüht ist, setzen sich in diesem Band mit Mikrofinanzierungssystemen und ihrem Beitrag zur Entwicklung der Dritten Welt auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei das zunehmend praktizierte Modell „Sparen und Leihen“. Anders als die bekanntere Variante der Mikrokredite, die gerade in Afrika nur wenig Wirkung entfaltet hat, beruht dieses Konzept auf der Selbstorganisation einer Gruppe und eigenen Sparbeiträgen der Mitglieder, die sich zugleich auch Geld leihen können. Durch die regelmäßigen Einzahlungen, Darlehenszinsen und -rückzahlungen wächst der Kapitalstock und erlaubt die Vergabe immer größerer Darlehen, bis am Ende des gemeinsam festgelegten Sparzyklus jedem Teilnehmer seine angesparte Summe und seine anteilmäßige Rendite ausgezahlt wird. Diese Form des Sparens mindert die Furcht vor Überschuldung und Abhängigkeit und steht auch armen, nicht als kreditfähig geltenden Menschen offen. Über die positiven wirtschaftlichen Effekte hinaus fördert sie zudem sozialen Zusammenhalt und Gruppenlernen sowie das Entstehen einer Sparkultur. Die Arbeit und Funktionsweise einiger solcher Gruppen wird anhand persönlicher Erfahrungen beschrieben, ergänzend werden Dokumente von Hilfsorganisationen ausgewertet. Abschließende Folgerungen bringen die Vorzüge, aber auch die Grenzen dieses Modells aus der Perspektive der Entwicklungshilfe auf den Punkt.

Sozialpolitik in den USA

Eine Einführung
Sozialpolitik in den USA
Autor
Britta Grell, Christian Lammert
Verlag
Wiesbaden: Springer VS
ISBN 978-3-531-18133-2
303 Seiten, € 29,95
Als Ursache für die wachsende soziale Ungleichheit in den USA gilt vor allem aus europäischer Sicht ein nur rudimentär ausgebildeter Wohlfahrtsstaat. Dieser gängigen Annahme setzen die Autoren eine differenziertere Analyse der komplexen Realität entgegen. Ihre Darstellung der US-amerikanischen Sozialpolitik und des bestehenden sozialen Netzes beschränkt sich nicht nur auf die im engeren Sinne staatlichen Wohlfahrtsleistungen wie Sozialversicherungssysteme und Einkommenshilfen, sondern berücksichtigt auch die vielfältigen privatwirtschaftlichen Arrangements sozialer Absicherung sowie die steuerpolitischen Instrumente, mit denen bestimmte Gruppen finanziell unterstützt werden. In einem ersten Block wird die amerikanische Sozialpolitik in einer international vergleichenden Perspektive theoretisch und empirisch eingeordnet, werden ihre politischen Traditionen, Leitbilder und die sie prägenden gesellschaftlichen und politischen Konflikte herausgearbeitet und die historischen Entwicklungsphasen skizziert, in denen die Grundpfeiler des heutigen Systems entstanden sind. Der zweite Block gibt einen vertieften Einblick in die wichtigsten Felder von Sozialpolitik in den USA, nämlich Arbeitsmarkt-, Familien-, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik, Bildung, Wohnen, Gesundheit, Renten, Sozialhilfe- und Armutspolitik. Abschließend wird erörtert, inwieweit die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise sich auf die zukünftige Ausrichtung des amerikanischen Sozialmodells auswirkt.

Meeting Democracy

Power and Deliberation in Global Justice Movements
Meeting Democracy
Autor