Gastbeitrag von Wolfgang Merkel

„Homogene Gesellschaften sind leichter zu regieren“

Der enorme Flüchtlingsstrom nach Deutschland und Europa ist auch eine Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Parallel zu der seit Jahren zunehmenden Ungleichheit der Einkommen und Vermögen wachsen mit ihm die kulturellen und religiösen Unterschiede. „Je größer die sozioökonomische und die ethnisch-religiöse Ungleichheit, umso geringer das wechselseitige Vertrauen der Bürger untereinander“, schreibt WZB-Direktor Wolfgang Merkel in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift Cicero.

Kulturell homogene Gesellschaften seien deshalb leichter zu regieren, während heterogene Gesellschaften dazu tendierten, „ethnische Konfliktlinien zu ziehen“ und sich „in Subkulturen zu fragmentieren“. Dieser Zusammenhang sei aber keineswegs zwangsläufig, betont Merkel. Politik könne hier moderierend eingreifen. Gerade der Abbau sozioökonomischer Ungleichheit helfe, „kulturelle Gräben zu überbrücken“.

In seinem Gastbeitrag analysiert Wolfgang Merkel drei große gesellschaftliche Konfliktlinien. Neben der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich verweist er auf den sich verfestigenden Konflikt zwischen arabischen Muslimen und europäischen Mehrheitsgesellschaften. Die dritte Konfliktlinie zieht der Experte zwischen kosmopolitischen Eliten und den „geistig, geographisch wie sozial eher immobilen Teilen unserer Gesellschaft“.

Zum Gastbeitrag im Cicero

Eine ausführliche Analyse zum Thema ist von Wolfgang Merkel auch auf dem Blog der WZB-Abteilung „Demokratie und Demokratisierung“ erschienen.

Zum Blogbeitrag