Im Ungleichgewicht: Demokratie und Kapitalismus
Der Aufstieg des globalisierten und weitgehend deregulierten Finanzkapitalismus hat nicht nur die weltweite Finanzkrise begünstigt, sondern auch die soziale und politische Einbettung des Kapitalismus gesprengt. Die Spannungen zwischen Kapitalismus und Demokratie sind immens gestiegen. Wolfgang Merkel, Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung, beschreibt in mehreren Beiträgen, unter anderem für den einflussreichen Blog „The Conversation“, wie durch die wachsende ökonomische Ungleichheit auch das Prinzip der politischen Gleichheit bedroht wird – mit fatalen Folgen für die Verlierer der Globalisierung.
In einem gemeinsamen Beitrag mit dem Historiker und ehemaligen Präsidenten des WZB, Jürgen Kocka, macht er deutlich, wie stark die Finanzmärkte den Spielraum der Politik eingeschränkt haben. Die Geschwindigkeit, Komplexität und Reichweite, in der finanzielle Transaktionen global getätigt werden, machen es für die Politik immer schwieriger zu reagieren. Eine „Desynchronisierung“ von Politik und Wirtschaft sei zu beobachten. Staat und Markt benötigten eine neue Balance der Kooperation und Kontrolle. All dies stellt die Demokratie vor große Herausforderungen.
Zum Blogbeitrag “Failing union of capitalism and democracy fuels rise in inequality" in "The Conversation"
Zum Beitrag in den WZB-Mitteilungen (PDF)
Wolfgang Merkel ist Herausgeber des im Sommer bei Springer VS erscheinenden Bandes „Ist die Krise der Demokratie eine Erfindung?“, für den Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen seiner Abteilung die Beiträge verfasst haben.