Syrer in Deutschland

WZB berät erste Flüchtlingsbefragung

Das WZB hat eine erste umfangreiche Befragung von geflohenen Syrerinnen und Syrern in Deutschland wissenschaftlich begleitet. Initiiert wurde die Studie  vom Projekt „Adopt a Revolution“.

Knapp 900 syrische Flüchtlinge wurden dafür in fünf deutschen Städten zu Fluchtgründen, Konfliktursachen und Zukunftsperspektiven befragt. Heiko Giebler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der WZB-Abteilung Demokratie und Demokratisierung, hat die Initiatoren bei der Konzeption, Durchführung und Auswertung der Umfrage beraten. Am 7. Oktober wurden die Ergebnisse in der Bundespressekonferenz vorgestellt.

Repräsentativ im statistischen Sinne ist die Studie nicht, wie Heiko Giebler betont. Aufgrund der Vielzahl der befragten Personen ließen sich jedoch klare Tendenzen erkennen. Über zwei Drittel der Befragten gaben an, aufgrund unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben geflohen zu sein, nur rund 13 Prozent verfolgten ökonomische Ziele. 77 Prozent der befragten Flüchtlinge fürchteten sich in Syrien vor Übergriffen des Regimes von Bashar al-Assad – dagegen nur 42 Prozent vor einer Entführung durch die Terrormiliz Islamischer Staat. Ein klares Bild zeichnete sich auch in Sachen Bleibewunsch ab: Nur acht Prozent der nach Deutschland geflohenen Syrer möchten hier leben, die allermeisten jedoch in ein befriedetes Syrien zurückkehren.

Weitere Informationen zur Studie und zur Initiative „Adopt a Revolution“ finden Sie hier.