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WZB trauert um Anthony Atkinson

Anthony Atkinson im Dezember 2007 im WZB; Foto: David Ausserhofer

Das WZB trauert um Sir Anthony Atkinson. Der britische Ökonom war 2007 der erste Preisträger des A.SK Social Science Award, mit dem das WZB alle zwei Jahre sozialwissenschaftliche Arbeiten auszeichnet, die einen Beitrag zu gesellschaftlichen und politischen Reformen leisten. Als Kuratoriumsmitglied war er dem WZB viele Jahre ein unschätzbarer Ratgeber.

Atkinson lehrte Finanzwissenschaft am Nuffield College in Oxford, dessen Rektor er von 1994 bis 2005 war. Er gehörte zu den wenigen Ökonomen, die nach der Verteilung von Einkommen und Vermögen fragen. Anthony Atkinson starb am 1. Januar 2017 im Churchill Hospital in Oxford.

Atkinson war Zeit seines Lebens Verfechter des Wohlfahrtsstaats. Er engagierte sich für Mindestsicherungen, ob bei der öffentlichen Rentenversicherung oder beim Mindestlohn. Von ihm stammt das so genannte Atkinson-Maß sozialer Ungleichheit, mit dem Veränderungen im unteren Einkommensbereich gemessen und betont werden. Atkinsons jüngstes Buch "Ungleichheit. Was wir dagegen tun können“ erschien 2016. Er war bis zuletzt Vorsitzender der Kommission für globale Armut bei der Weltbank, die im Oktober 2016 Vorschläge zur besseren Messung und Beobachtung globaler Armut vorstellte.

Eigentlich wollte Anthony Antkinson, geboren 1944, Mathematiker werden, wechselte aber dann zur Volkswirtschaft und studierte bei den großen Cambridger Ökonomen der Zeit – wie James Meade, Nicholas Kaldor, Joan Robinson und Richard Stone. Sein Interesse gehörte allerdings den gesamten Sozialwissenschaften, wie er in seiner Rede anlässlich der Verleihung des A.SK Social Science Award im Dezember 2007 in Berlin sagte.

Die Rede können Sie hier nachlesen.

Mehr Informationen zum A.SK Preisträger 2007

"Der große Ungleichheitsforscher ist tot" - Ein Nachruf auf Tony Atkinson, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 2.1.2017