Discussion Paper

Zur Wirkung einer großen Sekunde auf die Jugendkultur

Wie und warum sich mit dem Beatles-Song „She loves you“ etwas Wesentliches in der Jugendkultur geändert hat, haben Michael Hutter und Franz Kasper Krönig untersucht. In ihrer Studie kombinieren sie musikanalytische, kultursoziologische und ökonomische Perspektiven. Als zentrales Element identifizieren sie die ganz eigene Sekund-Dissonanzwirkung zwischen Stimmen und Gitarren im „Yeah, yeah, yeah“ des Refrains.

Die rauh und kraftvoll wirkende Eigenheit der Yeahs prägte  viele Beatles-Songs (I want to hold your hand, Paperback writer, Ticket to ride) und wurde auf vielfältige, kommerziell herstellbare  Kommunikationsformen übertragen – Stimulanz für Konsum und eine eigenständige globale Jugendkultur. Das „Yeah, yeah yeah“ selbst wurde zu einem „signalhaften Markenzeichen“ der Rockmusik und der Jugendkultur, wie die Autoren schreiben.

Franzosen nannten die französischsprachige Beatmusik verallgemeinernd „Yéyé“, Walter Ulbricht sprach auf dem ZK-Plenum der SED 1965 verständnislos vom „Je-Je-Je und wie das alles heißt“.

Die Untersuchung ist als WZB Discussion Paper Der "Yeah"-Refrain. Zur Wirkung einer großen Sekunde auf die Jugendkultur der 1960er Jahre erschienen.

Prof. Michael Hutter ist Direktor der Abteilung Kulturelle Quellen von Neuheit.
Dr. Franz Kasper Krönig forscht am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität Köln.

Das Foto zeigt begeisterte Beatles-Fans bei einem Konzert 1963, dem Jahr des „Yeah, yeah, yeah“ (Foto: Süddeutscher Verlag).