Bücher 2008

Handbook of Quality of Life in the Enlarged European Union

Die Erweiterung auf 27 Mitgliedstaaten und vor allem die Aufnahme mittel- und osteuropäischer Länder hat die Europäische Union nicht nur zu einem größeren, sondern zugleich heterogeneren Sozialraum werden lassen. So ist ein beträchtliches Wirtschafts- und Wohlstandsgefälle zwischen der alten EU und den neuen Mitgliedsländern zu konstatieren, durch das manche Beobachter gar den inneren Zusammenhalt in der Union bedroht sehen. Doch ist im Einzelnen wenig über die soziale Situation der Bevölkerung in den Beitrittsländern bekannt. Dem Mangel an fundiertem empirischen Wissen über die Lebensbedingungen und die Lebensqualität in den mittel- und osteuropäischen Gesellschaften abzuhelfen, hat sich dieses Handbuch zum Ziel gesetzt. Es liefert Analysen und Daten zu zentralen Bereichen des sozialen Lebens in Europa und gliedert sich in fünf Blöcke: Fertilität, Familien und Haushalte; Beschäftigung und Arbeitsbedingungen; materielle Lebensbedingungen; Sozialkapital und soziale Kohäsion; Prozesse der Europäisierung. In den einzelnen Beiträgen werden die Neumitglieder sowohl untereinander als auch mit den EU-15-Ländern verglichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt darüber hinaus der Frage, wie sich die Erweiterung auf den zukünftigen europäischen Integrationsprozess auswirken wird.
Jens Alber, Tony Fahey, Chiara Saraceno (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

London/New York: Routledge

ISBN 978-0-415-42467-7
430 Seiten
£ 95.00

Generationenbeziehungen im Wohlfahrtsstaat

Lebensbedingungen und Einstellungen von Altersgruppen im internationalen Vergleich
Die Alterung der Gesellschaft und sich ändernde Familienkonstellationen sind gemeinsame Entwicklungslinien der heutigen Wohlfahrtsstaaten. Diese Prozesse gefährden das wohlfahrtsstaatliche Leistungsangebot. Einige Autoren leiten daraus Verteilungskonflikte zwischen Generationen ab. Im Zentrum dieser Studie steht die Frage, wie Staat und Familie die Lebensbedingungen von Generationen prägen und wie sich dieses Wechselspiel auf die sozialpolitischen Einstellungen von Altersgruppen in vier strategisch ausgewählten Ländern - Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden - auswirkt. Im Einzelnen geht es um die Rentenleistungen und die materielle Lebenssituation von Senioren, die Pflege älterer Menschen, Familienpolitik und familienpolitische Leistungen sowie um Kinderbetreuung und Erwerbsbeteiligung von Müttern. Der Vergleich der Länder soll darüber Aufschluss geben, wie verschiedenartig das Zusammenleben zwischen Generationen organisiert sein kann und welche Strategien sich vor dem Hintergrund alternder Gesellschaften als zukunftsfähig erweisen. Die Analysen zeigen, dass dem Zusammenspiel zwischen den Generationenverhältnissen im Wohlfahrtsstaat und den Generationenbeziehungen in der Familie eine zentrale Stellung bei der Regulierung von Verteilungskonflikten zukommt.
Agnes Blome, Wolfgang Keck, Jens Alber
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-15660-6
419 Seiten
€ 39,90

Arbeitszeitpolitik im Lebensverlauf

Edition der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 212
Lebensläufe diversifizieren sich zunehmend. Es entstehen neuartige Kombinationen und vielfältige Übergänge zwischen Phasen der Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit, Qualifizierung, Kinderbetreuung oder Pflege. Zugleich haben Unsicherheiten und Risiken in den Erwerbsbiografien zugenommen, und es zeigen sich deutliche "Schieflagen" der Verteilung von Zeit und Geld im Lebenslauf, etwa in der mittleren Lebensphase in Form kumulierender zeitlicher Belastungen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen untersuchen die Autoren, welche neuen Anforderungen, Möglichkeiten und Ambivalenzen sich daraus für die Neugestaltung der Arbeitszeit im Lebenslauf ergeben. Sie stellen neue Instrumente der Arbeitszeitgestaltung (wie z.B. Lebensarbeitszeitmodelle) vor und bewerten sie anhand erster Erfahrungen mit der betrieblichen Umsetzung. Dabei richtet sich der Blick ebenfalls auf andere Länder, insbesondere die Niederlande, die in der "Lebenslaufpolitik" eine Vorreiterrolle einnehmen. Der Band benennt praktische Problemlagen, aktuelle Handlungsfelder und offene Forschungsfragen zu diesem jungen Themenfeld. Er leistet damit auch einen Beitrag zur Debatte um den demografischen Wandel, in der die Neuorganisation der Lebensarbeitszeit als entscheidend angesehen wird, um die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen und eine bessere Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensbereiche zu gewährleisten.
Sebastian Brandl, Eckart Hildebrandt, Philip Wotschack (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung

ISBN 978-3-86593-093-4
174 Seiten
€ 20,00

Wirtschaftliche und soziale Risiken auf den Arbeitsmärkten von Künstlern

Auf nahezu keinem anderen Arbeitsmarkt liegen Erfolg und Misserfolg so nahe nebeneinander wie auf denen für Künstler. Während einige Musiker, darstellende und bildende Künstler regelmäßig Spitzeneinkünfte erzielen, ist für den Großteil ihrer Kollegen die wirtschaftliche Existenz immer wieder von Unsicherheiten geprägt. Dennoch verlieren künstlerische Berufe nicht an Attraktivität, sondern ziehen seit den 1970er Jahren vermehrt Personen an. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Studie mit der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Künstler hierzulande. Zunächst werden die Arbeitsmärkte der drei genannten Berufsgruppen charakterisiert, die spezifischen Strukturmerkmale von Künstlerarbeit (Selbständigkeit/abhängige Beschäftigung, Mischformen, befristete Verträge, Teilzeit, (nicht-)sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, Mehrfachbeschäftigung, schwankende Auftragslage) sowie Veränderungen auf der Arbeitsangebotsseite herausgearbeitet, um dann die Einkommenssituation, das Arbeitslosigkeitsrisiko und die Altersbezüge von Künstlern zu betrachten. Anschließend wird untersucht, in welchem Maße institutionelle Arrangements wie das Künstlersozialversicherungsgesetz, das Arbeitslosenversicherungsgesetz und das Urheberrecht sowie kollektive Akteure wie Gewerkschaften und Berufsverbände zur Prävention und Bewältigung wirtschaftlicher und sozialer Risiken beitragen und nicht zuletzt, mit welchen individuellen Strategien die Künstler selbst gegenzusteuern versuchen.
Carroll Haak
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-16142-6
259 Seiten
€ 34,90

Childhood: Changing Contexts

Comparative Social Research, Vol. 25
Demografische und gesellschaftliche Veränderungen prägen die Kontexte von Kindheit und die Erfahrung des Kindseins stark. Zugleich nehmen über soziale Gruppen und Gesellschaften hinweg die Unterschiede und Ungleichheiten in der Ausgestaltung von Kindheit neue Formen an. Insbesondere in der entwickelten Welt sind - auf nationaler wie supranationaler Ebene - Themen wie Rückgang oder Anstieg der Zahl von Kindern, ihre materielle und soziale Lage, Erziehungs- und Bildungsangebote sowie die Verteilung von Zuständigkeiten für das Kindeswohl zwischen den verschiedenen sozialen Akteuren auf die politische Agenda gerückt. Öffentliche Diskussionen über Geburtenraten, die Erwerbstätigkeit von Müttern, frühkindliche Betreuung und Förderung verweisen ebenso wie internationale Erklärungen über die Rechte von Kindern auf die fortschreitende Politisierung von Kindheit. Dieser Band spürt sowohl länderbezogen als auch ländervergleichend einigen zentralen Entwicklungstrends nach und analysiert, wie sie die Vorstellungen und Realität von Kindheit transformieren. Im Mittelpunkt steht die Situation in den entwickelten Staaten, doch werden - Stichwort Transnationalisierung und Globalisierung - auch die Probleme von Kindern behandelt, die von Migration und Modernisierungsprozessen in Entwicklungsländern betroffen sind.
Arnlaug Leira, Chiara Saraceno (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Biggleswade, UK: Emerald Publishing Limited

ISBN 978-0-7623-1419-5
430 Seiten
£ 57.99

Skill Formation

Interdisciplinary and Cross-National Perspectives
In den letzten Dekaden haben sich die Arbeitsanforderungen tiefgreifend verändert. Das bezieht sich nicht allein auf die Inhalte von Arbeit, sondern auch auf Art und Ausmaß der nachgefragten Qualifikationen. Anders als früher ist die berufliche Erstausbildung heute nicht mehr das Eingangstor zu einer lebenslang ausgeübten, gleichbleibenden Tätigkeit. Da fachliches Wissen immer schneller veraltet, müssen sich Bildungsinvestitionen auf den gesamten Lebenslauf erstrecken. Dieser Wandel hat weitreichende Implikationen für die Entwicklung und Vermittlung von Kompetenzen in Schulen, Einrichtungen der beruflichen Bildung und am Arbeitsplatz, denen in diesem Band nachgegangen wird. Bildungspsychologen, Berufspädagogen, Politologen, Ökonomen und Soziologen aus verschiedenen Ländern setzen sich mit drei Fragebündeln auseinander: Was wird unter Kompetenzen, Qualifikationen, Fertigkeiten überhaupt verstanden? Wie grenzen sie sich voneinander ab, und wie können sie gemessen werden? Ein zweiter Strang von Fragen zielt auf die Institutionen, in denen Kompetenzen erworben oder eingeübt werden. Welche Ausbildungssysteme haben sich in unterschiedlichen Ländern herausgeformt, und wie gut sind sie in der Lage, auf die gegenwärtigen Herausforderungen zu reagieren? Drittens geht es um den Zugang zu und die Erträge von Bildung und Ausbildung: Wo und wie werden Kompetenzen und Fähigkeiten weitergegeben, wie werden sie aufrechterhalten, und wann gehen sie verloren? Was tun Gesellschaften, um das Ziel gleicher Bildungschancen zu verwirklichen?
Karl Ulrich Mayer, Heike Solga (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

New York u.a.: Cambridge University Press

ISBN 978-0-521-86752-8
258 Seiten
£ 40.00

Families, Ageing and Social Policy

Intergenerational Solidarity in European Welfare States
Series "Globalization and Welfare"
Die demographische Entwicklung in Europa hat einschneidende Folgen für die Beziehungen zwischen den Generationen. Als Folge der längeren durchschnittlichen Lebensdauer nimmt der Anteil jener, die sowohl für Kinder als auch für Eltern sorgen, kontinuierlich zu. Die Zahl der Paare ohne Kinder steigt, während Kinder, die geboren werden, immer häufiger geschwisterlos aufwachsen. Die Autorinnen und Autoren dieses Bands bieten erstmals ein umfassendes Bild der sich wandelnden Generationenkonstellationen in Europa. Pflegeleistungen, finanzielle Unterstützung und emotionale Zuwendung in der Familie werden dabei analysiert, und zwar jeweils mit dem Blick auf beide beteiligten Seiten, die gebende wie die empfangende Generation. Eine wichtige Dimension ist die Frage nach der Rolle des Wohlfahrtsstaats, der in Europa in unterschiedlichem Maße und in unterschiedlicher Form finanzielle und infrastrukturelle Hilfe gewährt. Berücksichtigt werden Entwicklungen in einer Vielzahl europäischer Staaten. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Besonderheiten der Generationenbeziehungen in den Migrantengemeinschaften gerichtet, für die sich spezifische Fragen stellen, wie etwa die weiter bestehenden familiären Bindungen im Herkunftsland.
Chiara Saraceno (Ed.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Cheltenham, UK/Northamptom, MA, USA: Edward Elgar

ISBN 978-1-84720-648-0
336 Seiten
£ 75,00

Full Employment in Europe

Managing Labour Marktet Transitions and Risks
Die moderne Arbeitswelt ist nicht mehr binär durch Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit, sondern durch Übergänge zwischen variierenden Arbeitsverhältnissen gekennzeichnet. Viele dieser Übergänge sind riskant und entscheiden über das Auf oder Ab der Erwerbskarriere. Die Arbeitslosenversicherung sichert aber nur das Einkommensrisiko bei Arbeitslosigkeit, und die aktive Arbeitsmarktpolitik entspricht nicht mehr den Anforderungen der Risikovielfalt - etwa dem Risiko einer Erosion der Bildung im Erwerbsverlauf, dem Risiko unsteter oder gar existenzgefährdender Einkommen durch befristete Beschäftigung oder niedrige Löhne und dem Risiko reduzierter Erwerbseinkommen infolge der Einschränkung der Erwerbsfähigkeit durch Familienpflichten. Gesucht ist eine neue Vollbeschäftigungspolitik, die auch die Einkommens- und Beschäftigungsrisiken in kritischen Phasen der Erwerbsbiografie absichert. Dieses Buch entwickelt die Grundlagen einer Theorie der Übergangsarbeitsmärkte, stellt gute Praktiken einer lebenslauforientierten Arbeitsmarktpolitik in Europa vor und plädiert für die Erweiterung der Arbeitslosen- zu einer Beschäftigungsversicherung, in der sich nicht nur Arbeit, sondern auch riskante Übergänge zwischen verschiedenen Arbeitsverhältnissen lohnen.
Günther Schmid
Auflage/ Ort/ Verlag

Cheltenham, UK/Northampton, MA: Edward Elgar

ISBN 978-1-84720-520-9
ISBN 978-1-84844-147-7)
385 Seiten
£ 85,00 / on-line discount £ 76.50

(auch als E-Book erhältlich:

Reform der Arbeitsvermittlung

Uniformierungsdruck in der Bundesagentur für Arbeit
Im Rahmen der Hartz-Reformen wurde die Arbeitsvermittlung in Deutschland grundlegend verändert. Diese Studie zeigt auf, dass sich Strategien und Praxis der Arbeitsvermittlung immer stärker angeglichen haben. Durch diese zentralistischen Reformen verringert sich die Vielfalt der Implementationsmodelle der lokalen Arbeitsagenturen; das kreative Potenzial der Bundesagentur für Arbeit wurde dadurch geschwächt. Durch die zunehmende Vereinheitlichung der Vermittlungsmodelle und andere Einseitigkeiten der eingeschlagenen Reformstrategie kann es verstärkt zu unbeabsichtigten Nebenwirkungen und paradoxer Reformeffekte kommen. So wird die Service-Orientierung der Arbeitsvermittlung einerseits verbessert, andererseits verschlechtert. Auch der Ausbau des Controlling hat positive und negative Effekte. Die Reformen steigern die Legitimation der Arbeitsverwaltung, zugleich schafft die Reformstrategie neue Legitimationsprobleme. Der Autor versteht die Reform der Arbeitsvermittlung nicht als politisch neutrale Verwaltungsmodernisierung. Vielmehr vollziehe sich mit den weitreichenden Änderungen der normativen Grundlagen und der Praxis der öffentlichen Arbeitsvermittlung ein institutioneller Governance-Wandel.
Holger Schütz
Auflage/ Ort/ Verlag

Opladen/Farmington Hills: Budrich UniPress Ltd.

ISBN 978-3-940755-03-2
265 Seiten
€ 26,90

Findigkeit in unsicheren Zeiten

Ergebnisse des Expertisenwettbewerbs "Arts and Figures - GeisteswissenschaftlerInnen im Beruf", Bd. 1
Der Band, hervorgegangen aus einem Expertisenwettbewerb für Nachwuchswissenschaftler im Rahmen des 2007 veranstalteten "Jahres der Geisteswissenschaften", beschäftigt sich mit der Situation von Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Ausgangspunkt der Beiträge sind Nachteile im Vergleich zu Hochschulabsolvent/innen anderer Disziplinen. Diese äußern sich in einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote, einer signifikant stärkeren Verbreitung prekarisierter Arbeitsverhältnisse sowie häufig in einem relativ niedrigen Einkommen. Ziel des in drei Teile gegliederten Buchs ist es, auf der Basis einer empirisch-statistischen Bestandsaufnahme geisteswissenschaftlicher Berufsfelder aktuelle Möglichkeiten und zukünftige Chancen dieser Akademikergruppe zu eruieren. Im ersten Teil erfolgt eine allgemeine Analyse des beruflichen Verbleibs von Geisteswissenschaftlern, der Veränderung ihrer Erwerbschancen über die Zeit und der Erschließung alternativer Beschäftigungsfelder. Der zweite Teil widmet sich der beruflichen Spezialisierung durch weiterbildende Maßnahmen sowie der Entstehung neuer Berufsgruppen an der Schnittstelle zwischen Universität und Wissensgesellschaft. Im dritten Teil schließlich werden zum einen die Karrierewege von Geisteswissenschaftlern in den USA vom Studium über die Promotion bis in den Beruf untersucht, zum anderen findet ein Vergleich der Arbeitsmarktchancen von Geisteswissenschaftler/innen in Deutschland und Großbritannien statt.
Heike Solga, Denis Huschka, Patricia Eilsberger,
Gert G. Wagner (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Opladen/Farmington Hills: Budrich UniPress

ISBN 978-3-940755-12-4
205 Seiten
Printing on Demand € 39,90

E-book im Open Access,
Download unter: http://dx.doi.org/10.3224/94075512

Erlöse - Kosten - Qualität: Macht die Krankenhausträgerschaft einen Unterschied?

Eine vergleichende Untersuchung von Trägerunterschieden im akutstationären Sektor in Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika
Obwohl es in wenigen Ländern so viele private Krankenhäuser gibt wie in Deutschland, hat sich die Wissenschaft hierzulande noch kaum mit der Thematik beschäftigt, wie sich private von öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäusern in ihrem Organisationsverhalten unterscheiden. Im Zentrum dieser Arbeit steht der Vergleich von Kosten, Preisen/Erlösen und Leistungsqualität sowie die Frage, ob diesbezüglich systematische Verhaltensunterschiede zwischen den drei Krankenhaustypen auszumachen sind. Im ersten Teil werden die genannten Krankenhausträgerarten einander zunächst gegenübergestellt und ihre idealtypischen Merkmale herausgearbeitet. Der zweite Teil wendet sich dann dem Trägerpluralismus im US-amerikanischen Krankenhauswesen zu, da sich der Großteil der Forschungsliteratur auf die dortigen Verhältnisse bezieht. Dabei tritt hervor, dass in puncto Kosten und Qualität keine oder nur geringe Unterschiede zwischen den Trägerarten bestehen, während bei den Gewinnen die privaten Häuser besser abschneiden als andere. Im dritten Teil bestätigt eine eigene empirische Untersuchung für Deutschland, dass private Einrichtungen, die zu einem Verbund gehören, für die gleiche Leistung höhere Erlöse erzielen als öffentliche oder freigemeinnützige Krankenhäuser.
Markus Wörz
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-16007-8
312 Seiten
€ 34,90

40 Years of Research on Rent Seeking

Vol. 1: Theory of Rent Seeking
Vol. 2: Applications: Rent Seeking in Practice
Diese zwei Bände beinhalten eine neue, umfassende Zusammenstellung bedeutender akademischer Forschung im Bereich "rent seeking". Die Beiträge decken die Zeitspanne von den Anfängen dieses Forschungsfelds bis heute ab. Der Begriff "rent seeking" geht auf eine einflussreiche Arbeit von Gordon Tullock mit dem Titel "The welfare costs of tariffs, monopolies, and theft" zurück. Er verwies darin auf die Tatsache, dass Eigentumsrechte nur durch entsprechende Vorkehrungen geschützt und ökonomische Renten umkämpft sind. Die Anstrengungen zum Schutz von Eigentumsrechten bzw. zur Aneignung von Renten stellen aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive aber eine Verschwendung dar. In der Textsammlung werden wichtige Beiträge zu diesem Problem zusammengeführt, von denen einige seit langem vergriffen und viele andere in Fachzeitschriften erschienen sind, die nur von wenigen Bibliotheken geführt werden. Die Herausgeber liefern in einer ausführlichen Einleitung einen Überblick über die Literatur und fassen die ausgewählten Arbeiten zusammen. Band 1 enthält überwiegend Theoriebeiträge. Band 2 fokussiert auf praktische Anwendungen dieser Theorie. Die Artikel zeigen, dass eine Vielzahl ökonomischer, politischer und sozialer Phänomene aus der "rent seeking"-Perspektive besser verstanden werden kann.
Roger D. Congleton, Arye L. Hillman, Kai A. Konrad (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Berlin/Heidelberg: Springer

ISBN 978-3-540-79181-2 (Vol. 1)
ISBN 978-3-540-79185-0 (Vol. 2)
815 Seiten
€ 181,85 (Vol. 2)

Setpreis € 266,43

Föderalismuskommission II: Neuordnung von Autonomie und Verantwortung

Im März 2007 haben Bundestag und Bundesrat die Kommission zur Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen (Föderalismuskommission II) ins Leben gerufen, um die Finanzbeziehungen in der Bundesrepublik Deutschland neu zu ordnen. Die Vorschläge zu einer Reform öffentlicher Verschuldungsregeln reichen von einem vollständigen Verschuldungsverbot für Bund und Länder, über ausgefeilte Frühwarnsysteme und (konjunkturabhängige) Schuldenbremsen bis hin zur Auflösung der Solidargemeinschaft von Bund und Ländern und der Insolvenzfähigkeit von Ländern. Fast ebenso umfangreich sind die Reformvorschläge im Hinblick auf die Einnahmekompetenz der Bundesländer. Auf der einen Seite stehen die Verfechter der These, dass nur ein Festhalten am Status quo die Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland sichern kann; auf der anderen Seite gibt es Vertreter, die ein Zuschlagrecht der Länder oder gar die vollständige Steuerautonomie der Länder bei einzelnen Steuern favorisieren. Das Buch beleuchtet die Fragestellungen aus ökonomischer und juristischer Perspektive.
Kai A. Konrad, Beate Jochimsen (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang

ISBN 978-3-631-57585-7
195 Seiten
€ 34,80

Change in SMEx

Towards a New European Capitalism?
In der Forschung über unterschiedliche Ausprägungen des Kapitalismus wurden bisher meist nur Großunternehmen als treibende Kraft für institutionellen Wandel und Globalisierungsprozesse wahrgenommen. Im Unterschied dazu gehen die Autoren dieses Bandes davon aus, dass ohne Berücksichtigung der Rolle kleiner und mittelgroßer Unternehmen ein adäquates Verständnis des europäischen Kapitalismus nicht möglich ist. Präsentiert werden Fallstudien aus verschiedenen europäischen Ländern, in denen untersucht wird, wie sich strukturelle und institutionelle Veränderungen im Zuge der Globalisierung auf die Corporate Governance, Managementkultur, Wettbewerbsstrategien und industrielle Beziehungen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen auswirken. Dabei werden drei Schwerpunkte gesetzt: Veränderungen in der Finanzierung, den Eigentumsverhältnissen und im Unternehmensmanagement; die Einbettung kleiner und mittelgroßer Unternehmen in globalisierte Produktionsnetzwerke; der Wandel der Arbeitsbeziehungen in Unternehmen dieses Typs. Als Beitrag zur Diskussion über "Varieties of Capitalism" sind die Analysen international vergleichend und interdisziplinär angelegt.
Katharina Bluhm, Rudi Schmidt (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Houndmills/Basingstoke: Palgrave Macmillan

ISBN 978-0-230-51589-5
303 Seiten
$ 90,00

Professionalisierung der wissenschaftlichen Politikberatung?

Interaktions- und professionssoziologische Perspektiven
Reihe "Science Studies"
Die wachsende Zahl von Kommissionen, Beiräten und Beratern lässt erkennen: Politik wird immer stärker von Beratung abhängig. Wissenschaftliche Politikberatung scheint da noch die seriöseste Form zu sein. Doch sie hat ein Problem: Kaum jemand weiß, wie sie funktioniert. Dieses Manko versucht die Studie zu beheben, indem der Autor entsprechende Beratungsbeziehungen mittels professionssoziologischer Theorien analysiert und das beratende Handeln als soziale Beziehung fasst. Dadurch werden die grundlegenden Probleme der wissenschaftlichen Politikberatung deutlich, die vor allem aus der Aufgabe entstehen, wissenschaftliches Wissen so auf die politischen Probleme anzuwenden, dass die Beratung für die Politiker hilfreich ist. Es geht dabei also nicht nur um die Bereitstellung verlässlichen Wissens, sondern mit zu berücksichtigen sind zugleich die Verhaltensmöglichkeiten, die für den Adressaten der Beratung gangbar sind. Im Ergebnis zeigt die Untersuchung, dass wissenschaftliche Beratung professionalisierungsbedürftig, aber kaum professionalisiert ist. So fehlen beispielsweise Regeln guter Praxis für die Beratung, eine kollegiale Kontrolle der Beratungsleistungen, aber auch Einrichtungen zur Ausbildung wissenschaftlicher Berater.
Kai Buchholz
Auflage/ Ort/ Verlag

Bielefeld: transcript

ISBN 978-3-89942-936-7
240 Seiten
€ 25,80

Verpasste Chancen der Modernisierung?

China zwischen nachholender und alternativer Motorisierung
Die allseits bekannten Bilder von der Skyline Shanghais sind zum Symbol des "Neuen China" mit seiner beschleunigten Modernisierung und seinem rasanten Wachstum geworden. Doch wohin führt der Weg? Erleben wir eine "nachholende Modernisierung" im Sinne des hegemonialen westlichen Modells oder wird China einen "alternativen asiatischen Entwicklungspfad" einschlagen? Diese modernisierungstheoretischen Grundsatzfragen verbinden die Autoren mit dem technologie- und wirtschaftspolitischen Komplex der Motorisierung Chinas bis 2020 und darüber hinaus. Ein Quantensprung scheint möglich, und dabei könnte der Einstieg in eine radikal neue Automobiltechnik ein realistisches - und aus Ressourcen- und Umweltgründen auch wünschenswertes - Szenario sein. Forschungsstrategisch und industriepolitisch wäre der Aufbau einer "postfossilen Mobilitätsindustrie" durchaus plausibel. Weniger als jedes andere Land mit einer etablierten Autoindustrie müsste China bestehendes Know-how entwerten und eine über Jahrzehnte gewachsene fossile Infrastruktur abschreiben. Doch zeigen die Analysen auch, wie viele Faktoren gegen einen alternativen Weg sprechen - sowohl bei der Modernisierung insgesamt als auch bei der Motorisierung Chinas.
Weert Canzler, Meinolf Dierkes, Andreas Knie, Lutz Marz, Marc Weider
Auflage/ Ort/ Verlag

Berlin: edition sigma

ISBN 978-3-89404-249-3
135 Seiten
€ 12,90

Zukünfte des Automobils

Aussichten und Grenzen der autotechnischen Globalisierung
Das Auto ist unangefochten attraktiv. Wie zu seinen Anfangszeiten gilt es als Prestigeobjekt, und dank der Innovationsfähigkeit der Automobilhersteller passt es sich technisch-sozialen Veränderungen immer wieder an. Allerdings: Diese Stabilität ist nicht für alle Zeiten garantiert. Vier kritische Entwicklungen werden die Zukünfte des Automobils bestimmen. Erstens die Globalisierung des Automobilbaus: Sie läuft, trotz bestehender Überkapazitäten vermutlich beschleunigt, mit neuen Teilnehmern weiter. Zweitens eine verstärkte (Re-)Urbanisierung: Fraglich ist hier, ob der Trend zur verdichteten Stadt mit abnehmenden oder aber zu Suburbia mit zunehmenden automobilen Lebensweisen geht. Drittens sozialstrukturelle Veränderungen: Wachsende soziale Ungleichheiten könnten der Industrie auf den alten, aber auch den aufstrebenden neuen Automärkten zu schaffen machen, falls die Nachfrage auskömmlich verdienender Mittelschichten schrumpft. Und viertens die Erosion der fossilen Energiebasis: Die Volatilität der Energiemärkte wächst mit jedem Liter verbranntem Öl. Die verschiedenen Aspekte des Automobilismus werden meist nur getrennt voneinander betrachtet - der Versuch, sie in differenzierter Analyse miteinander zu verknüpfen, ist Programm dieses Buchs.
Weert Canzler, Gert Schmidt (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Berlin: edition sigma

ISBN 978-3-89404-250-9
300 Seiten
€ 21,90

Tracing Mobilities

Towards a Cosmopolitan Perspective
Mobilität zählt ebenso wie Individualität, Rationalität, Gleichheit und Globalität zu den Grundprinzipien der Moderne. Im modernen Konzept von Mobilität verschmelzen die Vorstellung gestaltbarer gesellschaftlicher Verhältnisse, der Gedanke sich stetig vervollkommnender menschlicher Subjekte und die Idee räumlicher Bewegung als dynamischer Kraft, die solchen Fortschritt erst ermöglicht, miteinander. Anknüpfend an dieses Konzept werden in dem Buch aktuelle Befunde einer theoretisch angeleiteten interdisziplinären Mobilitätsforschung präsentiert. Dabei wird ein Bogen geschlagen von Modernisierungstheorien des Zusammenspiels von sozialem Wandel und Mobilität bis zu empirischen Analysen über neue Formen von Mobilität und ihre Implikationen für das Alltagsleben. Der erste Teil des Bandes konzentriert sich auf die sozialen Veränderungen, die für die "zweite Moderne" kennzeichnend sind, und nimmt die damit verbundenen Mobilitätserfordernisse und -ansprüche in den Blick. Sodann wird nach den Folgerungen gefragt, die sich aus dem Wandel für die Forschung ergeben. Der zweite Teil besteht aus mehreren Fallstudien, die sich u.a. mit "Mobilitätspionieren" und dem Zusammenhang zwischen beruflicher Mobilität und Privatleben befassen.
Weert Canzler, Vincent Kaufmann, Sven Kesselring (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Aldershot: Ashgate

ISBN 978-0-7546-4868-0
208 Seiten
£ 55.00

Evaluation und politisches Lernen

Diskursive Zukunftsforschung als Methode der Politikevaluation
Das Buch bietet eine Erweiterung des sozialwissenschaftlichen Methodenrepertoires. Unter dem Titel diskursive Zukunftsforschung wird eine Evaluationsmethode entwickelt, die politische Lernprozesse auch in normativ umstrittenen Fragen unterstützen kann. Wenn politische Entscheidungen auch Ergebnisse von Machtkämpfen und Überzeugungskonflikten sind, greift eine Evaluation, die sich allein auf die Vermittlung von "Fakten aus der Wissenschaft" "in die Politik" beschränkt, zu kurz. Am Beispiel der Reform der Arbeitsvermittlung hat die Autorin in direkter Interaktion mit Beteiligten eine prospektive Evaluation erprobt, bei der künftige Auswirkungen aktueller Maßnahmen bewertet werden. In der Kombination aus anonymer Online-Befragung und Diskussionsveranstaltungen findet eine Auseinandersetzung über grundlegende Strategien statt. Zur Effizienz der Arbeitsvermittlung, ihrem sozialpolitischen Auftrag, der Rolle von Sanktionen und zur öffentlich-privaten Aufgabenverteilung wurden dabei Argumentationsstrategien unterschiedlicher Interessengruppen sichtbar. Eine solche Transparenz ermöglicht politische Lernprozesse, wie bereits innerhalb des rund einjährigen Untersuchungszeitraums nachgewiesen werden konnte.
Silke Gülker
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-3311-1
200 Seiten
€ 34,00

Information, Kommunikation und Wissen im Mitbestimmungssystem

Schriften der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 70
Die deutsche Unternehmensmitbestimmung stellt ein wichtiges Element "guter" Corporate Governance dar. Globalisierung und steigender Kapitalmarktdruck haben die Rahmenbedingungen der Mitbestimmung jedoch verändert. Die Mitbestimmungssysteme müssen sich darauf einstellen und entsprechend weiterentwickeln. Die Schlüsselrolle hierfür wird von den Autoren nicht in der Abkehr von den übergreifenden Strukturen gesehen, sondern in der Verbesserung der Prozesse der Corporate Governance. Ziel des Buchs ist es, die "Black box" der Aufsichtsratsarbeit zu öffnen und die Prozesse der Information, Kommunikation und Wissensmobilisierung im System der Unternehmensmitbestimmung zu untersuchen, um ein besseres Verständnis für die inneren Arbeitsstrukturen zu gewinnen, die die Qualität der Arbeit im Aufsichtsrat beeinflussen. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage, die im Jahr 2006 unter Arbeitnehmervertretern in deutschen Aufsichtsräten durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kompetenzbildung im Aufsichtsrat neben geeigneten Strukturen umsichtig gestaltete Prozesse - Versorgung mit Informationen, offene Kommunikation, Konsensfindung - voraussetzt, um die vorhandenen Potenziale der Aufsichtsratsmitglieder für gute Unternehmensentscheidungen zu mobilisieren und den wachsenden Anforderungen an die Aufsichtsratsarbeit gerecht zu werden.
Ulrich Jürgens, Inge Lippert,
Frank Gaeth
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-3588-7
213 Seiten
€ 39,00

Sektorale Innovationsprozesse und die Diskussion über deutsche Innovationsschwächen

Edition der Hans-Böckler-Stiftung 204
In der Diskussion über Spielarten des Kapitalismus wird die Auffassung vertreten, "liberale Marktwirtschaften" wie die USA begünstigten eher radikale Innovationen als "koordinierte Marktwirtschaften" wie Deutschland. Eine genauere Untersuchung sektoraler Innovationsprozesse in der Pharmaindustrie, der Telekommunikationsindustrie und der Automobilindustrie zeigt allerdings, dass die Wirklichkeit komplizierter ist: Die Gegenüberstellung von "radikalen" und "inkrementellen" Innovationen ist ebenso problematisch wie ihre Identifizierung mit bestimmten Branchen und Institutionensystemen. Nationale Innovationssysteme sind keine abgeschlossenen Einheiten, sondern bedingen sich in ihren Stärken und Schwächen gegenseitig. Staatliche Regulierung spielt überall eine zentrale Rolle für Innovationsprozesse, wenn auch in unterschiedlicher Weise. Eine historische Analyse ist unabdingbar, um Veränderungen der Innovationsbedingungen zu begreifen. In der deutschen Pharmaindustrie und Telekommunikationsindustrie ist ein relativer Niedergang zu verzeichnen, der jedoch sehr unterschiedliche Gründe hat, die sich nicht unter ein einfaches Erklärungsschema subsumieren lassen. Die deutsche Innovationsdebatte ist noch zu sehr auf Technologieförderung fixiert und blendet Fragen der sozialen und ökologischen Qualität von Innovationen und ihrer Diffusion weitgehend aus.
Ulrich Jürgens, Thomas Sablowski
Auflage/ Ort/ Verlag

Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung

ISBN 978-3-86593-084-2
150 Seiten
€ 15,00

Öffentlicher Verkehr im Gewährleistungsstaat

Der ÖPNV zwischen Regulierung und Wettbewerb
Die Bahnstrukturreform des Jahres 1994 sowie die Regionalisierung des Schienennahverkehrs zum Jahr 1996 haben die Reform des öffentlichen Verkehrs in Deutschland eingeleitet. Die Autorin geht in dem Buch der Frage nach, wie sich diese Reform in der Praxis ausgewirkt hat, welche Widersprüche und neuen Problemlagen daraus resultierten und welche Ursachen ihnen zugrunde liegen. Als systematisierendes Konzept dient das Modell des Gewährleistungsstaats. Es stellt die Reformprozesse unter das programmatische Ideal, Leistungen der Daseinsvorsorge nicht mehr durch den Staat selbst erbringen zu lassen, sondern - in verschiedensten Formen der Wahrnehmung und Ausgestaltung - die Gewährleistungsverantwortung für die Ausführung solcher Aufgaben durch Dritte zu übernehmen. Das tradierte Selbstverständnis, wonach staatliche Aufgabenwahrnehmung in der Daseinsvorsorge Wettbewerb ausschließe, wird in dieser Sichtweise überwunden. Die detaillierte Analyse der tatsächlichen Praxis im öffentlichen Verkehr führt jedoch zu dem Ergebnis, dass trotz der Einführung "gewährleistungsstaatlicher" Instrumente das traditionale, wettbewerbsfreie Daseinsvorsorgemodell nach wie vor dominiert.
Astrid Karl
Auflage/ Ort/ Verlag

Berlin: edition sigma

ISBN 978-3-89404-251-6
357 Seiten
€ 24,90

Arbeits- und Sozialpolitik in Polen

Interessenvermittlung und politischer Tausch in einem umkämpften Politikfeld
Ist Polen das trojanische Pferd einer deregulierten Arbeitspolitik und einer geringen sozialen Sicherung in der Europäischen Union? Der Autor untersucht mit netzwerkanalytischen Methoden die politischen Entscheidungsprozesse sowie den Wandel der Interessen- und Kräftekonstellation im Politikfeld Arbeit und Soziales in Polen seit 1989. Die Ergebnisse widersprechen der häufig vorgebrachten These der Dominanz eines neoliberalen Modells. Der Konflikt der 1980er Jahre zwischen der Solidarność und dem kommunistischen Regime hat auch nach dem Systemwechsel die politischen Identitäten geprägt und eine politische Landschaft geschaffen, in der sowohl innerhalb der Linken als auch innerhalb der Rechten liberale und gewerkschaftsnahe Kräfte Koalitionen bilden mussten. Die Entwicklung der Arbeits- und Sozialpolitik in Polen spiegelt Kompromisse und politischen Tausch zwischen diesen Kräften wider, wobei sich allerdings die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des politischen Tauschs im Laufe der 1990er Jahre zuungunsten der Gewerkschaften verschoben haben.
Martin Krzywdzinski
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-15609-5
323 Seiten
€ 39,90

Wissenschaft unter Beobachtung

Effekte und Defekte von Evaluationen
Leviathan-Sonderheft 24/2007
Die Prüfung und Bewertung wissenschaftlicher Leistungen spielt eine Rolle, seit es organisierte Wissenschaft gibt. Aber sowohl die Diskussionen um diese Leistungen als auch die Verfahren zu ihrer Überwachung haben sich verändert. Ein Ausdruck dieses Wandels ist die flächendeckende Einführung von Evaluationen. Diese zielen keineswegs nur auf die Sicherung der Qualität von Forschung und Lehre; vielmehr erhoffen sich die wissenschaftspolitischen Akteure damit zugleich eine Stärkung der finanziellen und administrativen Kontrolle der von ihnen alimentierten wissenschaftlichen Einrichtungen. Evaluationen entwickeln sich so zu einem wichtigen Instrument der externen Steuerung von Wissenschaft, mit dem verschiedenartige Zielsetzungen verbunden sein können. Gerade dies nährt die Sorge, dass ihr Einsatz als Multifunktionswaffe kontraproduktive Wirkungen für die Wissenschaft hervorruft. In dem Band werden die unterschiedlichen Ziele und vor allem die nicht intendierten Effekte und latenten Funktionen von Evaluationen in den Blick genommen und Bedingungen aufgezeigt, die erfüllt sein müssen, damit Evaluationen ein Impulsgeber für das Lernen von wissenschaftlichen Einrichtungen sein können.
Hildegard Matthies,
Dagmar Simon (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-15457-2
357 Seiten
€ 39,90

Wissensproduktion und Wissenstransfer

Wissen im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit
Reihe "Science Studies"
Die Wissenschaft sieht sich heute wachsenden Anforderungen gegenüber, politik- und handlungsrelevantes Wissen bereitzustellen. Gleichzeitig wird ein Rückgang an Vertrauen in sie beklagt und die Forderung nach risikosensibler sowie problem- und nutzenorientierter Forschung erhoben. Aus diesem Spannungsfeld heraus ergeben sich Fragen nach den Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaft sowie nach der Bedeutung wissenschaftlicher Expertise für politische Entscheidungen. Werden die Strukturen des Subsystems Wissenschaft und seine Mechanismen zur Prioritätensetzung der sich aus der relativen Autonomie ergebenden Macht und Verantwortung gerecht? Welche informellen Formen und Prozeduren der wissenschaftlichen Politikberatung sichern die Qualität der Expertise einerseits und sind andererseits dem Kontext des politischen Handlungsfeldes angemessen? Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dieser Problematik und gruppieren sich um zwei Themenschwerpunkte: Veränderungen der Wissensproduktion - Ursachen und Formen; Kommunikation wissenschaftlichen Wissens im politischen Meinungsbildungsprozess. Dabei vermittelt das Buch zugleich einen Eindruck von der Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit der Wissenschaftsforschung.
Renate Mayntz, Friedhelm Neidhardt, Peter Weingart, Ulrich Wengenroth (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Bielefeld: transcript

ISBN 978-3-89942-834-6
350 Seiten
€ 29,80

Mobile Cities

Dynamiken weltweiter Stadt- und Verkehrsentwicklung
Mobilität und Gesellschaft, Bd. 2
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte lebt der größte Teil der Weltbevölkerung nicht mehr auf dem Land, sondern in den Städten. Die weltweite Urbanisierung geht mit einer rasanten sozialen und räumlichen Mobilisierung ganzer Gesellschaften einher. Während Verstädterung und Verkehrswachstum in den traditionellen Industrieländern inzwischen einen gewissen Sättigungsgrad erreicht haben, schreiten sie in den Transformations- und Entwicklungsländern mit einer gewaltigen Dynamik voran. Doch schon jetzt ist unbestritten, dass bei einer am westlichen Muster orientierten nachholenden Modernisierung aufgrund der begrenzten Ressourcen und ökologischen Effekte mit negativen Auswirkungen in globalem Maßstab zu rechnen ist. Vor diesem Hintergrund liefert der Band erstmals eine international vergleichende Bestandsaufnahme zur aktuellen und absehbaren Stadt- und Verkehrsentwicklung in den hochindustrialisierten Weltregionen, in Lateinamerika und Afrika sowie in Asien. Ziel ist es, das Ausmaß der globalen Herausforderungen zu erfassen, daraus mögliche Handlungsfelder und konkrete Gestaltungsperspektiven abzuleiten - aber auch zu untersuchen, ob es Beispiele für alternative Entwicklungspfade gibt, die dem Nachhaltigkeitsprinzip Rechnung tragen. Die Autoren zeigen, dass von einer notwendigen Umkehr bisher nicht die Rede sein kann, und ermuntern abschließend mit einigen Thesen zu einem innovativen Umgang mit den aufgeworfenen Problemen.
Oliver Schöller-Schwedes, Stephan Rammler
Auflage/ Ort/ Verlag

Münster: LIT Verlag

ISBN 978-3-8258-0913-3
256 Seiten
€ 29,90

War and Democratization: Legality, Legitimacy and Effectiveness

Democratization, Vol. 15, No. 3, Special Issue, June 2008
Demokratieförderung in Nachkriegsgesellschaften entwickelte sich in den 1990er Jahren zu einem drängenden Thema. Externe Akteure verbanden ihre Bemühungen, Frieden zu stiften, mit dem weitergehenden Ziel, zugleich die Weichen für einen Regimewandel hin zur Demokratie zu stellen. In diesem Zusammenhang lassen sich vier Formen der Demokratieförderung unterscheiden: (1) die Erzwingung demokratischer Strukturen durch eine Besatzungsmacht; (2) die Wiedereinsetzung einer gewählten Regierung mittels militärischer Intervention; (3) die bewaffnete Intervention aus humanitären Gründen als Reaktion auf schwere Menschenrechtsverletzungen unter Beschneidung nationaler Souveränitätsrechte; (4) die Erzwingung von Demokratie durch Krieg. In dem Band wird nach der Legalität, Legitimität und Effektivität dieser verschiedenen Interventionsformen gefragt, mit denen die internationale Staatengemeinschaft über die Durchführung militärischer humanitärer oder friedenschaffender Missionen hinaus langfristige Prozesse des Staatsaufbaus und der Demokratisierung zu unterstützen versucht. Die behandelten Fallbeispiele verdeutlichen ohne Ausnahme, dass die Verankerung eines demokratischen Regimes umfassende politische, soziale und ökonomische Maßnahmen der Friedenskonsolidierung erfordert. Wenn sich externe Akteure zurückziehen, bevor demokratische Institutionen aus eigener Kraft bestehen können, droht die Gefahr eines Scheiterns der erzwungenen Transformation.

Bild
Cover War and Democratization
Autor
Sonja Grimm, Wolfgang Merkel (Eds.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Milton Park, UK/New York: Routledge

ISSN 1351-0347
226 Seiten
£ 15.00

Migrations- und Integrationsprozesse in Europa

Vergemeinschaftung oder nationalstaatliche Lösungswege?
Die politische Gestaltung der Zuwanderung und der Integration von Zugewanderten waren lange Zeit ein Hort nationaler Souveränität. Im Zuge der wachsenden wirtschaftlichen und politischen Integration Europas haben die Nationalstaaten jedoch auch im Bereich der Zuwanderungspolitik hoheitliche Aufgaben partiell an die EU abgegeben und damit den Weg frei für supranationale Regelungen gemacht. Aber trotz zunehmender Angleichung verläuft die Integration von Zuwanderern in Europa heute keineswegs nach einem einheitlichen Schema; zum einen weichen die nationalen Politiken zur Regelung der Einwanderung und Integration immer noch beträchtlich voneinander ab, zum anderen unterscheiden sich die erzielten Integrationserfolge etwa im Hinblick auf den Arbeitsmarkt deutlich. Diese gewandelten Kontexte von Migrationspolitik und Integrationsprozessen in Europa werden in dem Band thematisiert. Die Beiträge im ersten Teil beschäftigen sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen europäischen Harmonisierungsbemühungen und nationalen Gestaltungsansprüchen , das die Migrationspolitik derzeit bestimmt. Im zweiten Teil wird ein vielfacettiges Bild sozialer Integrationsprozesse in Deutschland und anderen EU-Staaten gezeichnet.
Uwe Hunger, Can M. Aybek, Andreas Ette, Ines Michalowski (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-16014-6
310 Seiten
€ 39,90

Zukunftsfähigkeit Deutschlands

Sozialwissenschaftliche Essays
Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 693
Ist Deutschland für die Zukunft gerüstet? In aktuellen Debatten überwiegen trotz begonnener Reformen die Zweifel. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Forschungseinheiten des WZB setzen sich in diesem Buch aus unterschiedlichen disziplinären Blickwinkeln mit der Zukunftsfähigkeit des Landes auseinander und versuchen, sie durch handlungsorientierte Vorschläge zu verbessern. Die Beiträge befassen sich unter anderem mit der demografischen Herausforderung, sozialen Sicherungssystemen, Ungleichheit, Arbeit, Migration, Außenpolitik, Demokratieentwicklung, Industrie und Innovation sowie fiskalischer Handlungsfähigkeit. Sie benennen strukturelle Hemmnisse, aber auch Reformchancen, und skizzieren mögliche Szenarien für die nächsten Jahrzehnte. Dabei zeigt nicht zuletzt der internationale Vergleich, dass die Bundesrepublik auf vielen Gebieten derzeit nicht mehr als Mittelmaß bietet. In der Zusammenschau ergibt sich dementsprechend ein gemischtes, durchwachsenes Bild: Während das politische System als nicht sehr leistungsstark, blockiert und wenig zukunftsfähig beurteilt wird, mischen sich bei der Einschätzung der sozialökonomischen Entwicklung, der Folgen des demografischen Wandels, des Familiensystems und vor allem der zivilgesellschaftlichen Dynamik positive und negative Befunde. Die größte Bereitschaft zum Umsteuern wird im Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft ausgemacht, wobei das zunehmende bürgerschaftliche Engagement von besonderer Bedeutung ist. --NL-- Bei dem Band handelt es sich um die leicht überarbeitete und um einen Ausatz über aktuelle Bildungsfragen erweiterte Fassung des gleichnamigen WZB-Jahrbuchs 2006.
Jürgen Kocka (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung

ISBN 978-3-89331-854-4
348 Seiten
Bereitstellungspauschale € 4,00

Social Democracy in Power. The Capacity to Reform

Routledge Research in Comparative Politics

Ende der 1990er Jahre waren sozialdemokratische Parteien in den meisten Ländern der Europäischen Union an der Regierung beteiligt. Wie erfolgreich waren sie in ihrer Reformpolitik? Folgten sie einem einheitlichen "Dritten Weg"? Mit dem Buch liegt erstmals eine in sich geschlossene, vergleichende empirische Untersuchung der Regierungspolitik sozialdemokratischer Parteien in sechs Ländern seit Mitte der 1990er Jahre vor. Auf der Basis ausführlicher Länderstudien (zu Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Dänemark) werden die Politikmaßnahmen sozialdemokratischer Regierungen analysiert und deren fiskal-, beschäftigungs- und sozialpolitische Performanz in vergleichender Perspektive bewertet. Die Autoren zeigen, dass die unterschiedlich weitreichende Revision traditioneller sozialdemokratischer Ziele und Instrumente in den sechs Ländern mit einer spezifischen Erfolgsbilanz einhergeht. Dies bildet die Grundlage für eine Typologie sozialdemokratischer Regierungspolitik und erklärt sich aus der unterschiedlichen Ausprägung nationaler Institutionen und Handlungskontexte. Abschließend werden die Aufgaben und Perspektiven sozialdemokratischer Politik im 21. Jahrhundert umrissen.

Bild
Cover Social Democracy in Power
Autor
Wolfgang Merkel, Alexander Petring, Christian Henkes, Christoph Egle
Auflage/ Ort/ Verlag

London/New York: Routledge

ISBN 978-0-415-43820-9
336 Seiten
£ 75.00

The Political Economy of International Tax Governance

Transformation of the State Series
Dieses Buch befasst sich mit einer Frage, die in der Forschung bisher wenig Beachtung gefunden hat: Wie steht es um die Steuerhoheit - einem zentralen Wesensmerkmal des modernen Staats - in der Ära der Globalisierung? Die Studie zeigt, dass die nationale Steuersouveränität zwar stärker durch internationale Besteuerungsregeln eingeschränkt wird als gemeinhin angenommen, dass aber eine Stärkung des internationalen Steuerrechts notwendig ist. Eingebettet in aktuelle Debatten über internationale Institutionen und "Global Governance" liefert der Autor eine theoretisch angeleitete empirische Analyse der Etablierung der internationalen Besteuerungsregeln sowie ihrer institutionellen Ausformungen. Dabei wird die gesamte Geschichte der internationalen Steuerpolitik von den 1920er Jahren, als es lediglich um eine Vermeidung der Doppelbesteuerung ging, bis zu heutigen Versuchen der Regulierung des internationalen Steuerwettbewerbs in den Blick genommen. Der Band eröffnet den internationalen Beziehungen und der Politischen Ökonomie ein neues Forschungsfeld und bietet Steuerjuristen und Finanzwissenschaftlern neue Perspektiven auf ihr angestammtes Forschungsgebiet.
Thomas Rixen
Auflage/ Ort/ Verlag

Basingstoke: Palgrave Macmillan

ISBN 978-0-230-50768-5
264 Seiten
£ 50,00

Die sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945

Ein Handbuch
Ob Proteste gegen die Notstandsgesetze oder Atomkraftwerke, ob Kampagnen von Gewerkschaften oder feministischen Gruppen: Deutsche Geschichte ist auch eine Geschichte sozialer Bewegungen und lässt sich nur in Auseinandersetzung mit ihnen erfassen und verstehen. Nicht bloß haben sie sich in den vergangenen Jahrzehnten einen festen Platz im Repertoire des bürgerschaftlichen Engagements erobert, sondern erfahren mittlerweile sogar mehr Zuspruch als konventionelle Formen politischer Beteiligung in Parteien, Verbänden oder Vereinen. Dieses Handbuch bietet erstmals einen umfassenden Überblick über die vielfältigen sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik und der DDR und ordnet sie in ihren zeitgeschichtlichen Kontext ein. In chronologischer Folge werden zunächst im ersten Teil charakteristische Phasen der deutschen Nachkriegsgeschichte in ihren Prägewirkungen und Herausforderungen für die Bewegungen beschrieben. Der zweite Teil widmet sich in 21 Kapiteln einzelnen, auf bestimmte Themenfelder fokussierten Bewegungen und Protestnetzwerken. Dabei liegt der Darstellung eine einheitliche Struktur zugrunde, die Vergleiche erleichtern soll: Abgrenzung zu anderen Bewegungen, historische Vorläufer und Ausgangssituation, Entwicklungslinien, Ideologien und Zielsetzungen, Organisationen und Netzwerke, Strategien und Aktionen, Wirkungen und Perspektiven. Im Schlusskapitel wird eine theoretische und empirische Bilanz gezogen.
Roland Roth, Dieter Rucht (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag

ISBN 978-3-593-38372-9
770 Seiten
€ 49,90

Nur Clowns und Chaoten?

Die G8-Proteste in Heiligendamm im Spiegel der Massenmedien
Der G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 und die dagegen gerichteten Proteste waren ein großes Medienereignis. Bilder von Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten, von Popkonzerten und Protestcamps, aber auch von den gewalttätigen Ausschreitungen gingen um die Welt. Die Veranstalter und Organisatoren wie auch die Kritiker und Gegner des Treffens versuchten durch Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinne - außenorientierte Darstellungen und Inszenierungen, Kämpfe um Deutungen und Deutungsmacht, PR-Aktivitäten - die Aufmerksamkeit und Gunst des breiten Publikums zu gewinnen. Die Massenmedien als wichtigste Mittler trafen also auf unterschiedliche Akteure, die ihre widerstreitenden Positionen gleichermaßen zu Gehör bringen wollten. In diesem Band wird die öffentlich sichtbare Medienresonanz auf die mit dem Gipfel verbundenen Ereignisse analysiert. Sozialwissenschaftler, Medienschaffende und Aktivisten rekonstruieren, welches Bild der Proteste die Massenmedien gezeichnet haben und welche Rolle dabei Journalisten, Pressesprecher der Polizei und Protestierer spielten. Welchen Einfluss hatten sie darauf, wie Fernsehzuschauer und Zeitungsleser die Geschehnisse wahrnahmen? Betrachtet werden aber auch die Produktionsbedingungen und das Selbstverständnis der Journalisten, der Umgang der Protestgruppen mit den Medien und deren Berichterstattung.
Dieter Rucht, Simon Teune (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Frankfurt a.M./New York: Campus Verlag

ISBN 978-3-593-38764-2
254 Seiten
€ 24,90

Politische Diskurse im Internet und in Zeitungen

Das Beispiel Genfood
Das Internet gilt vielen als ein Instrument, das im Vergleich zu herkömmlichen Massenmedien eine öffentliche Debatte mit einem weitaus breiteren Spektrum an Akteuren und argumentativen Gesichtspunkten zu aktuellen politischen Fragen ermöglichen würde. Damit könnte das Internet zu einer Demokratisierung und Rationalisierung öffentlicher Diskurse beitragen. Diese Annahme wird in dem Band anhand des Streits um Nutzen und Gefahren von Genfood mit quantitativen empirischen Mitteln im deutschsprachigen Raum untersucht. Neben einer konventionellen Inhaltsanalyse wird auch eine methodisch innovative Analyse von Hyperlinks und Webseiten durchgeführt. Im Ergebnis zeigen sich nur relativ kleine Unterschiede zwischen Internet und Qualitätszeitungen, sofern das Internet nicht von der Angebotsseite erschlossen wird, sondern aus der Perspektive derjenigen Nutzer, die Google als Suchmaschine heranziehen. Zudem scheint das Internet zu einer Fragmentierung politischer Öffentlichkeit beizutragen.
Dieter Rucht, Mundo Yang,
Ann Zimmermann
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-15942-3
224 Seiten
€ 24,90

Rote Rüben auf dem Olivaer Platz

Quellen zur Ernährungskrise in der Nachkriegszeit Berlins 1945-1949
Dahlemer Materialien, Bd. 7
Diese Quellenedition beschäftigt sich mit der Ernährungskrise zwischen 1945 und 1949 in Berlin und dokumentiert die Folgen der damaligen schweren Versorgungsprobleme. Als Millionenstadt, die durch ihre besondere politische Lage von ihrem ummittelbaren Versorgungsgebiet teilweise abgeschnitten war, stand Berlin vor außerordentlichen Herausforderungen. Die Quellen verweisen auf private, kommunale und alliierte Anstrengungen, um die Versorgung der Einwohnerschaft zu sichern. Sie ermöglichen damit Antworten auf die Frage, inwieweit diese Aufgabe bewältigt wurde und wo das Versorgungssystem an seine Grenzen stieß. Das Buch vergegenwärtigt die Alltagserfahrungen der Bevölkerung, verdeutlicht Stimmungen und Gefühle in Zeiten des Hungers, illustriert eigenverantwortliches und gemeinschaftsbewusstes Handeln ebenso wie egoistisches, skrupelloses Verhalten in Notzeiten. Darüber hinaus zeigen die Quellen die Ambivalenz des Verwaltungshandelns mit seinen hemmenden bürokratischen Regelungen einerseits und dem steten Bemühen um eine gerechte Verteilung der nur begrenzt vorhandenen Lebensmittel andererseits.
Jürgen Schmidt (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Münster u.a.: LIT Verlag

ISBN 978-3-8258-1057-3
456 Seiten
€ 29,90

Politische Kultur

In diesem Band wird ein erweitertes Konzept von Politischer Kultur entwickelt, das im Gegensatz zum herkömmlichen Verständnis nicht auf die Erfassung politischer Einstellungen und Grundhaltungen der Bürger als kulturellen Voraussetzungen für die Stabilität politischer Systeme beschränkt ist. Vielmehr gilt das Interesse über solche individuell-subjektiven Orientierungen hinaus auch den sie prägenden gesellschaftlichen Gegebenheiten: der Art und Weise, wie in einem Gemeinwesen miteinander kommuniziert und umgegangen wird, wie Konflikte behandelt und gelöst werden und wie die strukturelle und institutionelle Infrastruktur einer Gesellschaft beschaffen ist, die unterschiedliche Verhaltensweisen und Umgangsarten flankiert und kanalisiert. Der Autor verdeutlicht an zahlreichen Beispielen die Vielfalt und Verästelungen von Politischer Kultur, in der sich die historisch gewachsenen Traditionen eines Gemeinwesens, seine institutionellen Eigenarten, seine Rechtsordnung, seine Erinnerungskultur sowie kollektive Träume und Mythen niederschlagen. Zentrale Begriffe, die ausführlich erörtert werden, sind in diesem Zusammenhang Öffentlichkeit, Kommunikation, Institutionen und Recht. Im letzten Schritt wird schließlich zu bestimmen versucht, woran man die Politische Kultur eines demokratischen Rechtsstaates erkennen kann.
Gunnar Folke Schuppert
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-3362-3
794 Seiten
€ 69,00

Governance von und durch Wissen

Schriften zur Governance-Forschung, Bd. 12
Zur Bewältigung seiner Aufgaben ist der Staat auf die Generierung von Wissen durch stetige Gewinnung, Weitergabe und Verarbeitung von Informationen angewiesen. Erst die ausreichende Verfügbarkeit von Wissen schafft Handlungskapazität und Autorität. Doch in neuerer Zeit scheint das Vertrauen in dessen Reichweite immer mehr zu sinken, lässt doch gerade die gewaltige Vermehrung "gesicherten Wissens" vor allem durch die Naturwissenschaften das Ausmaß des Nichtwissens umso deutlicher werden. Vor diesem Hintergrund wird auch das der Aufklärung verpflichtete Konzept einer "Herrschaft durch Wissen" brüchig. Seinen theoretischen, institutionellen, rechtlichen und technischen Dimensionen widmet sich dieser Band aus verschiedenen disziplinären Perspektiven mit besonderem Bezug auf die jüngere Governance-Diskussion. Dabei wird sichtbar, dass neben die traditionelle Form der gesellschaftlichen Wissensproduktion durch die akademische Wissenschaft heute neue Formen anwendungsorientierter Wissensproduktion durch eine Vielzahl unterschiedlicher Wissensakteure wie NGOs, Think Tanks und kommerzielle Forschungsinstitute getreten sind, die in nicht hierarchisch organisierten und zunehmend transnational agierenden Netzwerken zusammenwirken. Dies wirft die Frage nach den Herausforderungen auf, die sich daraus für die rechtliche Rahmung und Steuerung staatlicher Wissensgenerierung ergeben.
Gunnar Folke Schuppert,
Andreas Voßkuhle (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8329-3541-2
303 Seiten
€ 49,00

Governance in einer sich wandelnden Welt

Politische Vierteljahresschrift, Sonderheft 41/2008
Der Begriff "Governance" hat sich in den 1990er Jahren nicht nur in der Politikwissenschaft, sondern auch in anderen Disziplinen etabliert und seitdem eine rasante Karriere gemacht. Gleichzeitig leidet er aber aufgrund der ihm zugeschriebenen unterschiedlichen Bedeutungen und seiner verschiedenen Verwendungszusammenhänge an einer erheblichen Unschärfe. Dieser Band will zu einer Verständigung über Begriff und Konzept beitragen und befasst sich vor dem Hintergrund der nicht nur semantischen Wende von "Steuerung" zu "Governance" mit gesellschaftlichen und politischen Problemlösungsstrukturen im Kontext sich wandelnder Staatlichkeit. Eine Besonderheit stellt dabei der multidisziplinäre Zugriff auf das Thema dar, bei dem Politik- und Rechtswissenschaft gemeinsam ihre analytische Kompetenz einbringen. Im ersten Teil geht es um begriffliche Abgrenzungen und Konturen einer Theorie von Governance. Der zweite Teil widmet sich dem Verhältnis von Recht und Governance, um daraus für ein Verständnis von Governance als Koordination von Akteurshandeln in Regelungsstrukturen zu lernen. Im dritten und vierten Teil werden neue Formen und Modi von Governance auf nationalstaatlicher bzw. transnationaler Ebene untersucht. Das Buch schließt mit einem Ausblick, in dem eine Zwischenbilanz über bisherige Erträge der Governance-Forschung gezogen und ein Vorschlag zur Begriffsdefinition unterbreitet wird.
Gunnar Folke Schuppert, Michael Zürn (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

ISBN 978-3-531-15922-5
600 Seiten
€ 49,90

Lob der Vielfalt

Jahrbuch Ökologie 2009
Das Jahrbuch Ökologie, das nunmehr zum 18. Mal erscheint, informiert über die ökologische Situation und die Belastungstrends in den verschiedenen Bereichen der natürlichen Umwelt, analysiert die staatliche und internationale Umweltpolitik, dokumentiert historisch bedeutsame Umweltereignisse, beschreibt positive Alltagserfahrungen im Umgang mit der Natur und entwirft Visionen für eine zukunftsfähige Welt. Schwerpunkt der neuen Ausgabe ist das Thema biologische Vielfalt. Der Verlust an Biodiversität ist ein globales ökologisches Problem, das in seinem Ausmaß, seinen Auswirkungen, aber auch was die Handlungsmöglichkeiten betrifft, von der Öffentlichkeit bisher kaum erkannt wurde. Die Beiträge und Fallbeispiele dieses Bandes beschäftigen sich daher vor allem mit dem Wert der Natur und dem Erhalt der biologischen Vielfalt an sich. Es geht darin aber ebenfalls, weil der Mensch nicht nur Bewahrer, sondern gleichermaßen Zerstörer der Natur ist, um die ökonomischen und ökologischen Schäden des Verlusts an Biodiversität. In der Rubrik "Vor-Denker & Vor-Reiter" werden wieder einige Persönlichkeiten gewürdigt, die sich um das Verständnis und den Schutz der Umwelt verdient gemacht haben.
Günter Altner, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Ernst U. von Weizsäcker (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Stuttgart: Hirzel Verlag

ISBN 978-3-7776-1605-6
248 Seiten
€ 19,80

Datenreport 2008

Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland
Die 12. Ausgabe des 1983 erstmals erschienenen Datenreports bietet in neuer Gestaltung wieder eine Kombination von Daten der amtlichen Statistik und der sozialwissenschaftlichen Forschung über objektive Lebensverhältnisse und subjektives Wohlbefinden der Bürger in Deutschland. In mehr als 40 Kapiteln, geordnet nach 16 thematischen Bereichen, werden die Lebensbedingungen und die Lebensqualität umfassend beschrieben und analysiert. Der vergleichende Blick richtet sich dabei immer wieder auf andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Nach wie vor wird dort, wo es relevante Differenzen gibt, unterschieden zwischen den Entwicklungen in Ost- und in Westdeutschland. Zu den zentralen Themen zählen die Entwicklung der sozialen Sicherung und die subjektiven Einstellungen zum Sozialstaat und zur Sozialpolitik, die Entwicklung und Verteilung der Einkommen, die Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen (zum Beispiel Haushaltseinkommen, Gesundheit, Demokratie), die soziale Schichtung und soziale Lagen sowie die politische und soziale Partizipation und Integration.
Statistisches Bundesamt (Destatis), Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS-ZUMA), Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) (Hg.)
Auflage/ Ort/ Verlag

Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung

ISBN 978-3-89331-909-1
455 Seiten
Schutzgebühr € 4,00

kostenfreier Download

Stellenangebote

Seitenstruktur
Beschreibung

Finanzen

Free text
Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft
Seitenstruktur
Beschreibung

Center for Global Constitutionalism

Weitere Stellenangebote