Wahlstudie

Kanzlerkandidaten werden überschätzt

Die Entscheidung, welcher Partei die Wähler ihre Stimme geben, hängt stärker als früher von deren Spitzenkandidaten ab, heißt es oft. Diese Annahme haben Aiko Wagner und Bernhard Weßels für die Bundestagswahlen seit 1998 am Beispiel der Kanzlerkandidaten von Union und SPD überprüft und festgestellt: Der Einfluss, den die Bewertung der Spitzenkandidaten auf die Wahlentscheidung hat, wird überschätzt – im untersuchten Zeitraum hat er sogar abgenommen. Dagegen ist die Parteibindung wichtiger geworden. Die Befunde der Wahlforscher widersprechen somit dem Eindruck, im Urteil der Wähler zählten heute Köpfe mehr als politische Programme.

Über ihre Studie berichten die Autoren im Aufsatz „Kanzlerkandidaten – Wie beeinflussen sie die Wahlentscheidung?“, der in der Politischen Vierteljahresschrift, Sonderheft 45/2011, erschienen ist.