Religion und Bildungserfolg
Beeinflusst die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft oder Konfession die Bildungslaufbahn eines Menschen? Lange gingen Bildungsforscher von einem Zusammenhang aus und stempelten etwa „das katholische Arbeitermädchen vom Lande“ zur Bildungsverliererin. WZB-Wissenschaftler Marcel Helbig und der Leipziger Soziologe Thorsten Schneider haben dieses Forschungsfeld neu aufgerollt und plädieren für Differenziertheit: Vermeintliche Benachteiligungen bestimmter religiöser Gruppen – heute sind das eher Muslime als Katholiken – lassen sich ausnahmslos auf soziale Verhältnisse zurückführen.
Einige Phänomene allerdings weisen doch auf den Einfluss religiöser Prägungen hin: So sind Kinder aus Familien jener christlichen Konfession, die in einer Region in der Minderheit ist, in der Regel erfolgreicher in der Schule, und auch Gottesdienstbesuche sind der Bildungskarriere förderlich. Erkenntnisse aus ihrem Buch „Auf der Suche nach dem katholischen Arbeitermädchen vom Lande. Religion und Bildungserfolg im regionalen, historischen und internationalen Vergleich“ präsentieren Marcel Helbig und Thorsten Schneider im neuen WZBrief Bildung.