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Bücher 2009

Family and the Welfare State in Europe

Intergenerational Relations in Ageing Societies
Autor
Agnes Blome, Wolfgang Keck, Jens Alber
Verlag
Cheltenham, UK/Northampton, MA, USA: Edward Elgar
ISBN 978-1-84844-479-9
341 Seiten, £ 79.95
Der demographische Wandel und Änderungen in den Familienkonstellationen kennzeichnen den heutigen Wohlfahrtsstaat. Diese Prozesse gefährden das staatliche Leistungsangebot. Einige Autoren schließen daraus, dass es zu Verteilungskonflikten zwischen Generationen kommt. Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Frage, wie Staat und Familie die Lebensbedingungen von Generationen prägen und wie sich dieses Wechselspiel auf die sozialpolitischen Einstellungen von Altersgruppen in vier Ländern auswirkt: Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden. Im Einzelnen geht es um die Rentenleistungen und die materielle Lebenssituation von Senioren, die Pflege älterer Menschen, Familienpolitik und familienpolitische Leistungen sowie um Kinderbetreuung und Erwerbsbeteiligung von Müttern. Der Vergleich der Länder soll darüber Aufschluss geben, wie verschiedenartig das Zusammenleben zwischen Generationen organisiert sein kann und welche Strategien sich angesichts des demographischen Wandels als zukunftsfähig erweisen. Die Analysen zeigen, dass dem Zusammenspiel zwischen den Generationenverhältnissen im Wohlfahrtsstaat und den Generationenbeziehungen in der Familie eine zentrale Stellung bei der Regulierung von Verteilungskonflikten zukommt.

Zeit auf der hohen Kante

Langzeitkonten in der betrieblichen Praxis und Lebensgestaltung von Beschäftigten Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 98
Autor
Eckart Hildebrandt, Philip Wotschack, Almut Kirschbaum (unter Mitarbeit von Svenja Pfahl und Franziska Scheier)
Verlag
Berlin: edition sigma
ISBN 978-3-8360-8698-1
257 Seiten, € 19,90
Auf Langzeitkonten können Überstunden oder bestimmte Entgeltbestandteile in Form von Zeitguthaben verbucht und dann zu einem späteren Zeitpunkt entnommen werden. Zeit sparen und in einer späteren Phase des Erwerbslebens nutzen - so lautet die Grundidee. Für die Unternehmen stellen Langzeitkonten ein Flexibilisierungsinstrument dar; für die Beschäftigten eröffnen sie Chancen auf eine bessere Verteilung von beruflichen und außerberuflichen Anforderungen im Lebensverlauf. Allerdings ist die Palette der Umsetzungsformen in den Unternehmen und der Nutzungspraktiken auf Seiten der Beschäftigten außerordentlich breit. Die Ziele einer flexiblen Personalpolitik, die Wünsche der Arbeitnehmer, die juristischen Rahmenbedingungen und die Mitbestimmungsrechte der Interessenvertretungen - all dies bildet eine komplexe, manchmal auch konfliktgeladene Gemengelage, die es analytisch zu entschlüsseln gilt. Der Band stellt sich dieser Aufgabe. Anhand von repräsentativen Unternehmensdaten, ausführlichen Betriebsfallstudien sowie quantitativen und qualitativen Beschäftigtenbefragungen werden Nutzungspraxis und Nutzungsbarrieren von Langzeitkonten umfassend dargestellt und bewertet.

Spenden in Deutschland

Analysen - Konzepte - Perspektiven Philantropie, Bd. 1
Autor
Eckhard Priller, Jana Sommerfeld (Hg.)
Verlag
Münster: LIT Verlag
ISBN 978-3-8258-1763-3
254 Seiten, € 29,90
Sind die Deutschen tatsächlich "Spendenweltmeister", wie gelegentlich zu hören ist, oder halten sie sich bei dieser Form des Engagements eher zurück? An gesicherten Daten, die eine genaue Antwort ermöglichen, mangelt es; unterschiedliche Erhebungen und Untersuchungen bieten immerhin erste Anhaltspunkte zur Spendenbereitschaft der Bürger. Für zivilgesellschaftliche Organisationen, die Politik und die Wissenschaft sind derartige Informationen von großem Interesse: Freiwillige Transfers von Geld, Sachen und Leistungen für gemeinwohlorientierte Zwecke geben Auskunft über Verhaltensweisen, Wertorientierungen und den Gesamtzustand einer Gesellschaft. Die Beiträge dieses Bandes geben einen Überblick über die vorliegenden Daten zum Spendenverhalten in Deutschland. Dabei werden Befunde des Statistischen Bundesamts, Umfrageergebnisse und andere Erhebungen verschiedener Institutionen analysiert. Darüber hinaus prüfen die Autoren, welche Grundlagen für eine kontinuierliche Spendenberichterstattung vorhanden sind und wie diese methodisch gestaltet sein müsste, um wissenschaftlich fundiert die Öffentlichkeit informieren zu können. Der Aufbau einer solchen Spendenberichterstattung dient nicht zuletzt dazu, ein höheres Maß an Transparenz im Spendenwesen zu fördern.

GeisteswissenschaftlerInnen: kompetent, kreativ, motiviert - und dennoch chancenlos?

Ergebnisse des Expertisenwettbewerbs "Arts and Figures - GeisteswissenschaftlerInnen im Beruf", Bd. 2
Herausgeber
Heike Solga, Denis Huschka, Patricia Eilsberger, Gert G. Wagner (Hg.)
Verlag
Opladen/Farmington Hills: Budrich UniPress
ISBN 978-3-940755-13-1
DOI 10.3224/94075513
144 Seiten, printing on demand € 39,90
E-book im Open Access,
Download unter: http://dx.doi.org/10.3224/94075513
Anknüpfend an einen bereits erschienenen ersten Band werden hier weitere Beiträge junger Forscherinnen und Forscher vorgestellt, in denen über berufliche Orientierung und berufliche Werdegänge von Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern berichtet wird. Die Texte stammen aus dem Expertisenwettbewerb des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten für Nachwuchswissenschaftler/innen, der im Rahmen des "Jahrs der Geisteswissenschaften" 2007 stattfand und das Ziel verfolgte, neue Ideen und Möglichkeiten beruflicher Betätigung für diese Akademikergruppe aufzuzeigen. Denn verglichen mit Hochschulabsolvent/innen anderer Fachrichtungen sind die Berufsperspektiven von Geisteswissenschaftler/innen weniger konkret und unterliegen stärker Schwankungen des Arbeitsmarkts. Gesucht sind "Allrounder" oder "Generalisten", deren Kompetenzportfolios flexibel dem Bedarf künftiger Arbeitgeber genügen müssen. Vor dem Hintergrund der häufig zu beobachtenden Diskrepanzen zwischen erworbenen und aktuell nachgefragten Qualifikationsprofilen fragen die Autorinnen und Autoren, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten die Berufschancen von Geisteswissenschaftler/innen verbessern, ob sich in Zeiten wachsender Ungewissheiten am Arbeitsmarkt Anforderungen überhaupt noch prognostizieren lassen, welchen Anteil die universitäre Ausbildung am erfolgreichen Start ins Berufsleben hat und nicht zuletzt, welche neuen Praxisfelder sich erschließen lassen.

Soziale Ungleichheit

Klassische Texte zur Sozialstrukturanalyse
Autor
Heike Solga, Justin Powell, Peter A. Berger (Hg.)
Verlag
Frankfurt a.M./New York: Campus
ISBN 978-3-593-38847-2
492 Seiten, € 24,90
In diesem Reader werden wichtige theoretische Beiträge zur Sozialstrukturanalyse für Studierende und Dozenten zusammengestellt und fachlich eingeordnet. Ausgangspunkt ist die Frage, was unter sozialer Ungleichheit zu verstehen ist und welche Erklärungen es für deren Entstehung gibt. In einem einleitenden Forschungsüberblick stellen die Herausgeber die zentralen Grundbegriffe dar. Die folgende Dokumentation bietet zunächst Texte der klassischen Theorien zur sozialen Ungleichheit, unter anderem von Kingsley Davis und Wilbert E. Moore, Karl Marx, Max Weber und Pierre Bourdieu. Danach wird in Texten etwa von Ralf Dahrendorf, Helmut Schelsky und Ulrich Beck die kontinuierliche Diskussion um Klasse und Schicht nachgezeichnet, zusammengefasst unter der Leitfrage: "Leben wir noch in einer Klassengesellschaft?" Soziale Ungleichheit wird dabei auch in Beziehung gesetzt zu Fragen von Rasse und Geschlecht sowie zur Globalisierung. In weiteren Teilen des Bandes werden die jüngeren Beiträge über soziale Milieus und Lebensstile (Stefan Hradil, Michael Vester und andere) sowie dynamische Ansätze mit Blick auf den Lebensverlauf vorgestellt (Karl-Ulrich Mayer, Walter Müller und Helga Krüger).

Household Governance and Time Allocation

Four Studies on the Combination of Work and Care
Autor
Philip Wotschack
Verlag
Amsterdam: Thela Thesis
ISBN 978-90-361-0139-4
152 Seiten, € 24,50
In modernen Gesellschaften wird Paaren zunehmend abverlangt, die zeitlichen Anforderungen aus zwei Jobs bzw. Karrieren miteinander zu vereinbaren und mit den vielfältigen Aufgaben in Haushalt und Familie abzustimmen. Unterschiedliche Vorstellungen oder konkurrierende Ziele der Partner führen dabei zu neuen Kooperations- und Koordinationsproblemen. Ausgehend von dem theoretischen Konzept der "Household Governance" wird anhand von Daten des niederländischen "Time Competition Survey" systematisch analysiert, wie Paare versuchen, diesen Schwierigkeiten durch institutionalisierte Arrangements im Haushalt zu begegnen - etwa durch Outsourcing-Strategien, informelle Vereinbarungen, Qualitätsstandards und Strategien der Konfliktbewältigung. Die Studie zeigt, dass Paare zwar mit großer Kreativität passende Lösungen entwickeln, aber oft dennoch berufliche und familiäre Pflichten nicht in der gewünschten Weise miteinander vereinbaren können. Verantwortlich dafür sind nicht allein hohe Anforderungen des Erwerbsbereichs oder finanzielle Restriktionen. Vor allem bei der Entscheidung über den Umfang der Erwerbsbeteiligung stehen Paare vor dem grundlegenden Dilemma, dass kürzere Arbeitszeiten zum Zwecke der besseren Vereinbarkeit mit unvorhersehbaren individuellen Erwerbsrisiken verbunden sind.

Strategy and Dynamics in Contest

London School of Economics Perspectives in Economic Analysis
Autor
Kai A. Konrad
Verlag
Oxford/New York: Oxford University Press
ISBN 978-0-19-954960-3 (Hardback)
ISBN 978-0-19-954959-7 (Paperback)
256 Seiten, $ 99.00 (Hardback)/
$ 39.95 (Paperback)
Das Marketing von Firmen, Rechtsstreitigkeiten, Belohnungssysteme in Unternehmen, politischer Wettbewerb, Wettrennen um Patente, Sportturniere und kriegerische Auseinandersetzungen haben einiges gemeinsam: In allen Fällen handelt es sich um Interaktionen, bei denen es darauf ankommt, den Gegner zu übertreffen. Die Spieler strengen sich an, und am Ende des Wettkampfs ist dieser Einsatz unwiederbringlich verloren, und zwar unabhängig vom Gewinn oder Verlust des Wettbewerbs. Ziel des Buches ist es, grundlegende Eigenschaften der angesprochenen Interaktionstypen theoretisch zu beschreiben und ihre Gesetzmäßigkeiten aufzudecken. Zunächst stellt der Autor die Merkmale von statischen Wettkämpfen und Turnieren dar. Im Folgenden diskutiert er Aspekte wie zeitliche Planung von Wettbewerben, Eintritt, Sabotage und Delegation sowie Fragen der Wettkampfgestaltung, wie etwa Zulassung und Ausschluss von Spielern oder die Struktur von Auszeichnungen. Darüber hinaus werden Situationen analysiert, in denen Spieler wiederholt in gleichen oder unterschiedlichen Wettbewerbskonstellationen gegeneinander antreten. Beispiele sind Konflikte zwischen und Rivalität innerhalb von Gruppen, Ausscheidungsturniere und andere dynamische Wettkampfstrukturen.

Einnahmen- und Steuerpolitik in Europa: Herausforderungen und Chancen

Autor
Kai A. Konrad, Tim Lohse (Hg.)
Verlag
Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang
ISBN 978-3-631-59256-4
171 Seiten, € 34,00
Die Einnahmen- und Steuerpolitik in Europa steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Zwei Themen dominieren die Agenda. Erstens ist die Europäische Kommission gegenüber dem Parlament und dem Rat in der Pflicht, eine umfassende Überprüfung aller Aspekte des EU-Haushalts vorzunehmen. Dabei stellt sich die Frage, ob grundlegend neue Haushaltsstrukturen sinnvoll sind und wenn ja, ob in Anbetracht des Einstimmigkeitsprinzips tatsächlich eine Chance für Veränderungen besteht. Die Schaffung einer EU-Steuer würde eine Einnahmenvariante darstellen, die das bisherige komplexe System der Eigenmittel ablösen könnte. Zweitens zwingt ein verschärfter Steuerwettbewerb in der EU die Nationalstaaten gerade nach der Osterweiterung zur Modifikation ihrer Steuersysteme. Nach einem vielfach zu beobachtenden Sinken der Körperschaftsteuersätze stehen nun die Vorschläge zu einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage zur Debatte. Wie vorteilhaft wäre eine solche konsolidierte Bemessungsgrundlage, und welche Aussichten auf Realisierung hat sie? In dem Band, der eine Tagung dokumentiert, werden diese Fragen aus ökonomischer und juristischer Perspektive erörtert.

Hybridization of MNE Subsidiaries

The Automotive Sector in India
Autor
Florian A. A. Becker-Ritterspach
Verlag
Houndmills/Basingstoke: Palgrave Macmillan
ISBN 978-0-230-20669-4
302 Seiten, $ 90.00
Multinationale Konzerne, die Niederlassungen in anderen Ländern errichten, stehen vor der Frage, inwieweit sie ihre Produktions-, Organisations- und Geschäftsmodelle bruchlos transferieren können oder aber an die lokalen und nationalen Bedingungen des Gastlands anpassen müssen. Die Herausforderungen sind umso größer, wenn kulturelle Grenzen zu überwinden sind. Vor diesem Hintergrund werden in dem Band die Internationalisierungsstrategien multinationaler Automobilhersteller in Indien untersucht. Der Autor zeigt auf, dass die Firmen ganz unterschiedliche Standortpolitiken betreiben. Wie Organisations- und Personalkonzepte des Heimat- und des Gastlandes miteinander kombiniert werden, hängt wesentlich davon ab, welches Marktsegment bedient wird, ob das Unternehmen über ein internationales Produktionssystem verfügt und wie dieses beschaffen ist, wie sich der Markteintritt vollzieht (Neugründung oder Betriebsübernahme) und welche Regulierungsinteressen die jeweilige Regierung verfolgt. Internationalisierte und lokal geprägte Praktiken sind eng miteinander verwoben, wobei hinsichtlich Personalführung und Arbeitsbeziehungen lokale Standards dominieren, während bei der Fertigungstechnik und Planung eher supranational vereinheitlichte Konzepte angewendet werden.

Innovationsnetzwerke und Clusterpolitik in europäischen