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Michael Zürn in den WZB-Mitteilungen

Originär demokratische Quellen politischer Legitimität werden weniger wichtig, nicht gewählte Gremien und Entscheidungsträger gewinnen hingegen an Bedeutung. Das zeigt WZB-Direktor Michael Zürn in seinem Artikel in den neuen WZB-Mitteilungen. Die Autorität von internationalen Organisationen und Regimen stößt dabei auf ein hohes Maß an Zustimmung, während das Vertrauen in Parteien und Parlamente sinkt. Das scheint die legitimatorische Fundierung der Demokratie zu schwächen und wird vermehrt zu Konflikten über Grundfragen der Demokratie führen.

Berufung

Zum 1. April tritt Hella von Unger eine Professur für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München an. Ihr Schwerpunkt werden die qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung sein. Die Sozialwissenschaftlerin forschte am WZB zu Gesundheitsförderung und HIV-Prävention. Sie verfolgte einen partizipativen Forschungsansatz, um sozial und gesundheitlich benachteiligte Gruppen einzubinden, die für konventionelle Forschung „schwer erreichbar“ sind. Aktuell wendet sie klassische qualitative Methoden an, um Gesundheitsdiskurse ländervergleichend zu untersuchen.

Neil Fligstein am WZB

Mit seiner Analyse zur globalen Finanzkrise hat Professor Neil Fligstein (UC Berkeley) am 26. März den Auftakt zu einer neuen Vorlesungsreihe gemacht: den WZB Distinguished Lectures in Social Sciences. In seinem Vortrag beleuchtete er vor allem die Rolle der westeuropäischen Banken, die das Spiel mit riskanten Finanzprodukten mitgespielt haben und damit die Krise erst zu einer globalen Ausmaßes gemacht haben. Der Mitschnitt der Vorlesung mit anschließender Diskussion ist jetzt als Video verfügbar.

WZBrief Zivilengagement

Mit fast 600.000 Organisationen sind Vereine die häufigste Rechtsform der organisierten Zivilgesellschaft in Deutschland. Jeder zweite Deutsche ist Mitglied in einem Verein, viele gleich in mehreren. Doch fehlender Nachwuchs und Wettbewerbsdruck bereiten vielen Vereinen Sorgen, wie die Forscherinnen und Forscher der Projektgruppe Zivilengagement in ihrem neuen WZBrief Zivilengagement beschreiben.

Studienberechtigten-Panel

Studierende, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben, sind an deutschen Universitäten nach wie vor unterrepräsentiert, obwohl viele von ihnen das Abitur haben. Welche bildungspolitischen Maßnahmen können dazu führen, dass sie sich häufiger als bisher für ein Studium entscheiden? Dieser Frage geht ein neues gemeinsames Forschungsprojekt des WZB  und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nach.

Postdoc-Förderung

Bildungswege sind komplex und geprägt von vielen Einflüssen wie der Herkunft, dem Schulsystem oder ökonomischen Voraussetzungen. Um Bildungsprozesse besser zu erforschen, braucht es die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen, was aber noch zu selten passiert. Diese Lücke will das neu gegründete Kolleg für interdisziplinäre Bildungsforschung schließen, das unter Federführung des WZB jetzt seine Arbeit aufgenommen hat.

WZBrief Arbeit

Die Entwickler von digitaler Spielesoftware sind kreativ und motiviert. Dennoch fristet die Branche in Deutschland ein Schattendasein. Nur ein minimaler Prozentsatz der hier verkauften digitalen Spiele wird auch hier herge­stellt. Es gibt weniger als 10.000 Arbeitsplätze, und der Marktanteil deutscher Spie­leentwickler ist gering. Die Wissenschaftlerin Christina Teipen hat die Gründe dafür in dem neuen WZBrief Arbeit untersucht: Die Entwickler haben mit finanziellen Schwierigkeiten und prekären Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

Wahlstudie

Die Entscheidung, welcher Partei die Wähler ihre Stimme geben, hängt stärker als früher von deren Spitzenkandidaten ab, heißt es oft. Diese Annahme haben Aiko Wagner und Bernhard Weßels für die Bundestagswahlen seit 1998 am Beispiel der Kanzlerkandidaten von Union und SPD überprüft und festgestellt: Der Einfluss, den die Bewertung der Spitzenkandidaten auf die Wahlentscheidung hat, wird überschätzt – im untersuchten Zeitraum hat er sogar abgenommen.