New opportunities or reinforced disadvantages? Variation in returns to low-achieving school leavers’ participation in pre-vocational training measures (N.O.R.D.)

Main content

Das Projekt NORD widmet sich der Frage, inwiefern und warum die Teilnahme an berufsvorbereitenden Maßnahmen zu neuen Optionen oder zu einer verstärkten Benachteiligung beim Übergang in die Ausbildung (NORD 1) sowie beim Abschluss der Ausbildung (NORD 2) führen kann.

Das Augenmerk in NORD 1 liegt dabei auf dem Zugang zu Ausbildung:

1) Wer mündet nach dem Verlassen der Schule in Ausbildung und wer in berufsvorbereitende Maßnahmen ein und warum (Selektionsprozesse)?

2) Wer von den Teilnehmer/innen kann positive Entwicklungen hinsichtlich kognitiver Fähigkeiten, Schulabschlüsse und sozialer Ressourcen verzeichnen und warum?

3) Und schließlich als zentrale dritte Frage: Unter Berücksichtigung von Selektionsprozessen (siehe Frage 1), wer kann nach der Teilnahme in berufsvorbereitenden Maßnahmen in eine Ausbildung einmünden und in welchen Sektor? Und haben sich die Ausbildungschancen durch Entwicklungen während der Maßnahmenteilnahme (siehe Frage 2) wirklich verbessert?

Das Folgeprojekt NORD 2 widmet sich Ausbildungsabbrüchen und untersucht, ob und warum die vorherige Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Maßnahme das Abbruchrisiko von  Ausbildungsanfänger/innen beeinflusst. Die zentralen Fragestellungen sind:

1) Warum sind die Abbruchquoten von Ausbildungsanfänger/innen mit max. Hauptschulabschluss höher als von jenen mit einem mittleren Abschluss?

2) Beeinflusst die Teilnahme an berufsvorbereitenden Maßnahmen das Abbruchsrisiko von Ausbildungsanfänger/innen mit max. Hauptschulabschluss, wenn ja warum?

Besonderes Augenmerk wird in NORD 2 der Heterogenität der Gruppe der Ausbildungsabbrecher/innen und den Ursachen eines Abbruchs unter Berücksichtigung verschiedener Selektionsprozesse geschenkt.

Die Untersuchungsgruppe für beide Projekte sind Schulabgänger/innen mit maximal einem Hauptschulabschluss (einschließlich Schüler/innen von Sonderschulen für Lernbehinderung). Verwendet werden die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) der Startkohorte 4 (Panelbeginn in der 9. Klasse im Jahr 2010). Durch die Nutzung eines Counterfactual Approach (durch Matching-Verfahren sowie der Schätzung von Average Treatment Effects and Difference-in-Difference-Schätzern) sollen die Kausaleffekte des „Treatments: Berufsvorbereitung“  für den weiteren Verlauf der Ausbildungsbiografie untersucht werden. In den Analysen wird zudem für (konstante und zeitveränderliche) regionale Faktoren kontrolliert.

Mit den Projekten wird nicht nur ein bildungspolitisch interessantes Thema behandelt, sondern zugleich auch bildungs- und ungleichheitsrelevante Grundlagenfragen zu Selektionsprozessen bei und „Korrekturmöglichkeiten“ von bildungsbiografischen Weichenstellungen.

Ausgewählte Publikationen

Wzbaktiv
Holtmann, Anne Christine/Menze, Laura/Solga, Heike (2018): "Mangelt es wirklich an der 'Ausbildungsreife'? Die Bedeutung von Handlungsressourcen und Gelegenheitsstrukturen für die Ausbildungschancen von leistungsschwachen Jugendlichen". In: Nele McElvany/Wilfried Bos/Heinz Günter Holtappels/Johannes Hasselhorn/Annika Ohle-Peters (Hg.): Bedingungen erfolgreicher Bildungsverläufe in gesellschaftlicher Heterogenität. Dortmunder Symposium der Empirischen Bildungsforschung, Bd. Bd. 3. Münster: Waxmann, S. 9-33.
Solga, Heike (2015): 'A Fault Confessed is Half Redressed'. Review Essay on Low-achieving School Leavers' Access to Apprenticeships and Their Returns to Participation in Prevocational Training Measures. WZB Discussion Paper SP I 2015-501. Berlin: WZB.
Seitenspalte

Forschungsthemen

Bildung und Ausbildung
Projektleitung
Laufzeit
01/2015 – 03/2020
Förderung
gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kooperationspartner
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg