Ein Festakt für Bernhard Weßels
Familienangehörige, Freunde, Weggefährtinnen, Kollegen und Kolleginnen und zahlreiche, auch internationale Forschende verabschiedeten Bernhard Weßels am 12. April mit einem Festakt in den Ruhestand. Aber was heißt schon Ruhestand bei einem Wissenschaftler, der Forschung nicht nur als Beruf, sondern darüber hinaus sogar als sein Hobby versteht.
Und so stand der Festakt am vergangenen Freitag unter dem Motto „Wie empirische Demokratieforschung gelingen kann“ und machte die Lebensleistung des WZB-Politikwissenschaftlers Bernhard Weßels deutlich, der seit 1989 am WZB arbeitete und forschte. Pola Lehmann, Heiko Giebler und Aiko Wagner stellten gleich zu Beginn Bernhard Weßels eindrucksvolle Verdienste für die vergleichende Demokratieforschung in den Mittelpunkt. Denn das WZB war – und das ist ein Verdienst Bernhard Weßels – in den vergangenen Jahrzehnten ein idealer Ort für problemorientierte Grundlagenforschung.
„Wir brauchen belastbare Daten, vor allem auch in diesen Krisenzeiten, denn aktionistisch darf Forschung nicht sein“, machte Heiko Giebler deutlich. Den Grundstein – und die Weiterentwicklung dieser Datenerhebungsprojekte hat Bernhard Weßels am WZB in zahlreichen langfristigen Projekten und Kooperationen in der Forschung gelegt; das riesige Netzwerk um Bernhard Weßels hat Aiko Wagner in seiner Rede in Netzwerk-Grafiken aufbereitet.
Kein Wunder, dass der Politikwissenschaftler Rüdiger Schmitt-Beck den Geehrten als „Vollprofi“ bezeichnete, der ganz große Räder gedreht habe. Früher habe es eine große Datenknappheit in der Wahlforschung gegeben, aber er habe neben vielen anderen Forschungsthemen die „Infrastruktur des Big Science in der Wahlforschung“ aufgebaut. Am Schluss – nach den Reden von Sylvia Kritzinger, Georg Lutz, Wolfgang Schroeder, Wolfgang Merkel, Hans-Dieter Klingemann und anderen – kam Bernhard Weßels mit dem Beitrag „Politischer Prozess – Demokratieforschung am WZB“ zu Wort. Immerhin – und das betonte Pola Lehmann, die Co-Leiterin des Manifesto-Projekts: Bernhard Weßels bleibt uns erhalten und wird weiter Wegbegleiter des WZB sein.
17.4.24, kes
Das Foto oben zeigt Bernhard Weßels (links) und Hans-Dieter Klingemann.
Zum Abschied gab es als Geschenk ein Graphik-Recording von Christoph Kellner vom studio animanova.