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Understanding NEETS. Individual and Institutional Determinants of Youth Inactivity in France, Germany, Japan, the Netherlands, and the UK

Forschungsthemen
Bildung und Ausbildung
Mitarbeiter/innen
Laufzeit
06/2016-05/2019
Förderung
gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Internationales, koordiniertes Forschungsprojekt im Rahmen des ORA-Programms (Open Research Area) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Das Projekt untersucht die sozio-ökonomische Situation von Jugendlichen, die sich nicht in Beschäftigung, Bildung oder Aus- und Weiterbildung befinden (NEET = „not in employment, education or training“), in Frankreich, Deutschland, Japan, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich im Vergleich. Diese Jugendlichen bilden eine wachsende Gruppe in industrialisierten Gesellschaften, die stark von Ausgrenzung und Marginalisierung betroffen ist, da Probleme beim Erwerbseinstieg in der Regel nachhaltige negative Folgen für den Lebenslauf der Betroffenen haben. Zwischen den Ländern gibt es eine große Varianz sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung dieser Gruppe und den individuellen Erwerbsverläufen als auch relevanten institutionellen Faktoren und entsprechenden Policy-Maßnahmen. Im Rahmen des Projektes sollen Merkmale von NEET-Jugendlichen beschrieben und hinsichtlich der institutionellen Einflussfaktoren untersucht werden. Auch die Konsequenzen für den weiteren Lebensverlauf werden im Ländervergleich analysiert. Ein besonderes Augenmerk gilt ebenso den Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik und ihren Effekten bei der Bewältigung der Folgen einer NEET-Phase.

Das deutsche Teilprojekt beschäftigt sich hauptsächlich mit der Rolle des Berufsausbildungssystems und vorberuflicher Maßnahmen im Verhältnis zu NEET-Jugendlichen. Deutschland ist als Fallstudie interessant, da es über ein stark stratifiziertes Bildungssystem verfügt und aufgrund der mehrheitlich von Frauen durchlaufenen schulischen Ausbildungsgänge eine relativ hohe Gender-Spezifität aufweist. Mit dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) steht für dieses Projekt ein hervorragend geeigneter Datensatz zur Verfügung. Wir werden mit seiner Hilfe folgende Hauptfragen beantworten: 1. Gibt es bestimmte Muster von Jugendlichen in NEET und weisen diese Unterschiede hinsichtlich des Geschlechts auf? 2. Ist jede Form von Bildungsbeteiligung (berufsvorbereitende Maßnahmen) hinsichtlich der Arbeitsmarktintegration besser als NEET? 3. Verhindert die duale Berufsausbildung eine NEET-Phase von Jugendlichen oder schiebt sie diese nur hinaus?

Das Konsortium besteht aus Soziologen/innen und Ökonomen/innen in den beteiligten Ländern Frankreich, Deutschland, Japan, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Zusätzlich wurde ein Projektbeirat eingerichtet, der aus Policy-Praktiker/innen und relevanten Fachleuten besteht, um die Ergebnisse zu reflektieren, die Umsetzbarkeit zu gewährleisten und ein beratendes Expert/innen-Netzwerk zu konstituieren. Das deutsche Projektteam ist am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) verortet und wird von Prof. Heike Solga geleitet. Projektmitarbeiter ist Dr. Christian Brzinsky-Fay. Die Projektlaufzeit beginnt im Juni 2016 und endet im Mai 2019.