Ausgezeichnet

Digital Humanities Preis für Manifesto Corpus

Der Interdisziplinäre Forschungsverbund Digital Humanities hat den Manifesto Corpus des WZB mit dem diesjährigen Berliner Digital Humanities Preis ausgezeichnet. Der Preis würdigt die konsistente Nutzung von technischen und konzeptionellen Standards sowie die nachhaltige Erschließung kulturellen Erbes. Der „Manifesto Corpus“ ist eine digitale, frei zugängliche und mehrsprachige Datenbank, die die derzeit größte Sammlung kommentierter Wahlprogramme umfasst.

Anne Baillot vom Centre Marc Bloch begründete die Vergabe in ihrer Laudatio wie folgt: „Das ‚Manifesto Corpus‘ bietet als digitales Archiv freien Zugang zu den Originalformulierungen von Zielen und Politikvorschlägen aus Wahlprogrammen. So gut zugänglich und vor allem quellentechnisch transparent ist der Zugriff auf internationale digitale Ressourcen in diesem Themenfeld an keiner anderen Stelle. Das macht das Alleinstellungsmerkmal des ‚Manifesto Corpus‘ aus.“

Ausgezeichnet wurden Pola Lehmann, Jirka Lewandowski, Theres Matthieß, Nicolas Merz, Sven Regel und Annika Werner, die im Rahmen des Manifesto-Projektes am WZB den "Manifesto Corpus" erstellt haben. Momentan umfasst der Corpus Wahlprogramme aus über 40 Ländern in 34 Sprachen, von denen über 1900 computerlesbar sind. Die digitalisierten Daten ermöglichen eine nutzerspezifische Auswertung der Daten und eröffnen so vielfältige Analysemöglichkeiten.

Das Manifesto-Projekt, in dessen Rahmen der "Manifesto Corpus" entwickelt wurde, befasst sich mit Primärdaten zu Parteien und untersucht diese im Zusammenhang mit politischen Einstellungen der Wähler. Bislang hat das Projekt, das 1979 gegründet wurde, über 1000 Parteien von 1945 bis heute in über 50 Ländern und auf fünf Kontinenten ausgewertet.

Der Preis wurde im Rahmen eines Festakts an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am 7. Juni 2016 vergeben.

Pressemitteilung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Weitere Informationen zum Manifesto Projekt