Leibniz-Promotionspreis für Pola Lehmann

Pola Lehmann erhält den Leibniz-Promotionspreis 2021 in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften. Ausgezeichnet wird sie für ihre Dissertation, in der sie untersucht hat, wie Parteien ihre politischen Positionen zwischen Wahlkampf und Parlamentsarena verändern. Die Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse zur aktuellen Debatte um Wählerrepräsentation. 

Pola Lehmann zeigt für die im Bundestag vertretenen Parteien, dass für unterschiedliche Arenen der Repräsentation unterschiedlichen Logiken gelten. Auf der Ebene der Wahlen gibt es Wettbewerb, aber im Parlament, bei der Gesetzesformulierung, gilt der Kompromiss. Damit widerspricht sie dem oft geäußerten Vorwurf, Parteien würden Verrat an ihren Wählerinnen und Wählern begehen.

Die Erkenntnisse beruhen auf einem eigens für die Dissertation erstellten Datensatz, für den die Forscherin Wahlprogramme und Parlamentsreden mit Hilfe einer computergestützten Textanalyse ausgewertet hat.

Bernhard Weßels, kommissarischer Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung attestiert ihrer Arbeit eine "unglaublich hohe theoretische und konzeptionelle Systematik verknüpft mit methodischer Innovation". Für WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger setzt ihr methodischer Ansatz neue Maßstäbe und sei daher für viele andere Disziplinen von Interesse.

Neben Pola Lehmann wurde die Medizinerin Oana Patricia Zaharia in der Kategorie Natur- und Technikwissenschaften mit dem Leibniz-Promotionspreis 2021 ausgezeichnet. Die beiden Arbeiten wurden als beste aus mehr als 800 Promotionsvorhaben ausgewählt, die im Jahr 2020 an Instituten der Leibniz-Gemeinschaft abgeschlossen wurden.

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23.2.2022