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Seit den 1990er Jahren wird in den Gesundheitswissenschaften vermehrt Wissen über Migrant/innen im Kontext von Gesundheit und Krankheit generiert, insbesondere zu übertragbaren Infektionskrankheiten. Die epidemiologischen Kategorien und Klassifizierungen, mit denen dieses Wissen hergestellt wird, befinden sich im Wandel. Ziel des 3-jährigen Forschungsprojektes ist es, diskursive Praktiken der Epidemiologie am Beispiel von zwei Infektionskrankheiten, HIV/Aids und Tuberkulose, aus wissenssoziologischer und diskursanalytischer Sicht im Ländervergleich (Deutschland/Großbritannien) zu analysieren, um die Kategorien, mit denen jeweils Wissen über Migrant/innen hergestellt wird, zu rekonstruieren.
Forschungsthemen
Bildungswege sind komplex und geprägt von vielen Einflüssen wie der Herkunft, dem Schulsystem oder ökonomischen Voraussetzungen. Um Bildungsprozesse besser zu erforschen, braucht es die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen.
Forschungsthemen
Aufgrund der Legitimationskrise der EU im Gefolge der Ablehnung des Europäischen Verfassungsvertrages in Frankreich und den Niederlanden im Jahr 2005 wurden seitens der europäischen Kommission verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der politischen Partizipationsmöglichkeiten der Bürger eingeleitet, darunter die Finanzierung von europäischen Parteistiftungen zur Stärkung der Fraktionen des europäischen Parlamentes. Diese Stiftungen sowie mit ihnen verbundene Parteiformationen und politiknahe Forschungs- und Beratungsinstitute (Think Tanks) sind bislang weitgehend unerforscht.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (VN) wird weithin als eine der ‚mächtigsten‘ internationalen Institutionen angesehen. Wie legitim ist jedoch die Macht des Rats? Der Großteil der Literatur zu diesem Thema bleibt konzeptionell-theoretisch. In der Regel wird die Legitimität des VN-Sicherheitsrats anhand externer objektiver Kriterien beurteilt. Folglich wissen wir nicht, wie einzelne Akteure die Legitimität des Rats wahrnehmen. Um dieses Lücke zu schließen, untersucht das Projekt evaluative Aussagen von Mitgliedstaaten in der VN-Generalversammlung über die Legitimität des Rats. Das Projekt stellt dabei drei Fragen: (1) Wie legitim bzw. illegitim ist der Rat in den Augen der VN-Mitgliedstaaten? (2) Was sind die Quellen seiner Legitimität?
Forschungsthemen
In diesem Projekt untersuchen wir, wie sich im Völkerrecht Sekundärregeln herausbilden und weiterentwickeln. Während Primärregeln menschliches Verhalten direkt regulieren, schreiben Sekundärregeln vor, wie Primärregeln gebildet, fortentwickelt, angewandt und interpretiert werden. Somit erfüllen Sekundärregeln für die Realisierung der globalen rule of law zentrale Funktionen, denn sie schränken die Möglichkeiten politischer Willkür ein, stabilisieren normative Erwartungen und stellen Rechtssicherheit her. H.L.A. Hart, der die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärregeln geprägt hat, differenziert zwischen drei Arten von Sekundärregeln: rules of recognition, rules of change sowie rules of adjudication.
Forschungsthemen
Frauen, die familienbedingt eine längere Phase nicht erwerbstätig waren, haben nach dieser Zeit häufig keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Wenn diese Frauen sich für einen beruflichen Wiedereinstieg entscheiden, können sie sich an die Agentur für Arbeit wenden, um hierbei unterstützt zu werden. Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich, dass sie sich arbeitslos ohne Leistungsbezug melden. Alternativ können die Wiedereinsteigerinnen sich arbeitsuchend melden. Hiermit sind weniger Rechte, aber auch weniger Pflichten verbunden.
Forschungsthemen
Wie werden Forschungsergebnisse aus den Sozial- und Raumwissenschaften an gesellschaftliche Nutzergruppen jenseits der wissenschaftlichen Communities vermittelt? Welche Rahmenbedingungen ermöglichen, dass auch grundlagenorientierte Forschung für Adressaten in der Politik, privaten Wirtschaftsunternehmen, Verwaltungen sowie Bildungseinrichtungen von Relevanz ist? Was sind Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für Wissenstransfer? Wo sind auch die Grenzen einer Transferförderung? Wie werden Transferprozesse durch das jeweilige disziplinenspezifische Umfeld beeinflusst?
In dem Projekt geht es um die Analyse der Entwicklung der Weltordnung, den ihr zugrunde liegenden normativen Differenzen und Konflikten sowie die Frage nach der Legitimierung internationaler Autorität. Ziel ist die Vernetzung der beteiligten Leibniz Institute (neben dem WZB das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg und die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt am Main) mit Hilfe eines gemeinsamen Analyserahmens, der die bisher in den drei Instituten getrennt analysierten Konzepte „rising powers“, „Opposition, Dissidenz und Gerechtigkeit“ sowie „Politisierung“ integriert.
Forschungsthemen
Aktuelle Themen wie die Finanz- und Wirtschaftskrise, Migration, Sozialpolitik, Demokratie und Europapolitik beschäftigen die Deutschen. Diese Herausforderungen erfordern ein besonderes Verantwortungsbewusstsein aller Entscheidungsträger unseres Landes. Doch wie schätzen sie selbst die Lage ein? Was hat diese Führungspersonen geprägt, welche Einstellungen haben sie? Wo sehen sie ihre Verantwortung? Welche Unterstützung wünschen sie?
20 Jahre nach der Wiedervereinigung haben wir in Rahmen einer deutschlandweit angelegten Studie Antworten auf diese Fragen gesucht.
Mit der Studie „Führungsverständnis Deutschland“ wollen das WZB und die stiftung neue verantwortung einen Erkenntnisbeitrag zum aktuellen Führungsverständnis in Deutschland leisten. In der dynamischen und vernetzten Welt des 21. Jahrhunderts werden Führungsaufgaben zunehmend komplexer. Die sogenannte Multistakeholder-Gesellschaft verlangt sektor- und generationenübergreifendes Denken und Handeln. Aktuelle Beispiele dafür sind Diskussionen um Großinfrastrukturprojekte wie Stuttgart 21, die Integrationsdebatte, die Herausforderungen des Klimawandels und des sozialen Zusammenhalts. Ziel der Studie ist es, die Einstellungen einflussreicher Entscheidungsträger zu verantwortlichem Führungsverhalten zu untersuchen.