Titelbild WZB Bericht 20242025

Das WZB 2024/2025

 

Liebe Leserinnen und Leser,

als neue Geschäftsführung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung laden wir Sie ein, mit uns auf die Jahre 2024 und 2025 am WZB zurückzublicken: auf neue Gesichter im Haus, auf Erfolge, Highlights und Herausforderungen, die unsere Arbeit geprägt haben. In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche, bedrohter demokratischer Werte, wachsender Wissenschaftsfeindlichkeit und Erschütterungen der regelbasierten Weltordnung sind wir überzeugter denn je, dass die Sozialwissenschaften eine zentrale Rolle spielen – insbesondere, wenn sich ihre Analysen, Erkenntnisse und Lösungsvorschläge interdisziplinär gegenseitig befruchten. So hat das WZB seine problemorientierte Grundlagenforschung konsequent vorangetrieben und seine Ergebnisse auf vielfältige Weise in die Gesellschaft eingebracht. Das sehr positive Ergebnis der Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft ist uns zudem ein Ansporn, unsere exzellente Forschung noch weiter auszubauen.

Herzliche Grüße
Nicola Fuchs-Schündeln und Marcus Kölling

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WZB Bericht Foto GF neu
Lars Hübner

Gut angekommen: Neue GeschäftsführungGut angekommen: Neue Geschäftsführung

Die Jahre 2024 und 2025 standen am WZB im Zeichen des Wechsels: Im September 2024 übernahm die Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln in einem Festakt das Amt der Präsidentin des WZB von der Soziologin Jutta Allmendinger. Während der 17-jährigen Amtszeit Jutta Allmendingers baute das WZB seinen Platz als leistungsstarke und sichtbare Forschungseinrichtung kontinuierlich aus. Als Emerita bleibt sie dem WZB verbunden.
Nicola Fuchs-Schündeln betonte in ihrer Antrittsrede die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit für die Lösung großer globaler Herausforderungen und Krisen. Schon bald rief sie neue Vernetzungs- und Veranstaltungsformate ins Leben, um den Diskurs zwischen den Disziplinen zu stärken. Mit ihrer
Forschungsgruppe Ungleichheit, soziale Mobilität und Wachstum am WZB forscht sie zu gerechtem Wachstum, zu intergenerationaler Mobilität, zur Entstehung von Präferenzen und zur Gleichstellung der Geschlechter. Sie ist zudem weiterhin Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität Frankfurt.
Ein Rückblick auf die Amtseinführung ist in den
WZB-Mitteilungen nachzulesen.

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Fotocollage Amtsbeginn WZB-Präsidentin 2024
Fotos David Ausserhofer

2025 gab es einen weiteren Wechsel in der Geschäftsführung: Seit Mai 2025 ist Marcus Kölling administrativer Geschäftsführer des WZB. Der Wirtschaftswissenschaftler war zuvor Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam und davor Kanzler und kaufmännischer Geschäftsführer der HHL Leipzig Graduate School of Management. Im Rahmen des Welcome Events betonte er die Bedeutung eines gegenseitigen Verständnisses und der damit verbundenen Anforderungen und Perspektiven zwischen den Bereichen Wissenschaft und Verwaltung. Das Ziel hierbei ist die optimale Unterstützung und Förderung der Wissenschaft. Marcus Kölling übernahm das Amt von Ursula Noack, die nach über 30 Jahren am WZB die kaufmännische Geschäftsführung des Mercator Institute for China Studies übernommen hat. Mehr zum Abschied von Jutta Allmendinger und Ursula Noack ist unter Willkommen und Abschied nachzulesen.  Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Gestärkt: Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Gleich nach Amtsantritt initiierte Nicola Fuchs-Schündeln mit den Interdisziplinären WZB-Jahreskonferenzen ein Format, das in den Sozialwissenschaften noch selten ist und die Themen unserer Zeit aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen beleuchtet. Der mit den WZB-Direktoren Daniel Ziblatt und Michael Zürn geplante Auftakt war ein voller Erfolg: Zur 1. Interdisziplinären WZB-Jahreskonferenz „The Future of Democracy?“ kamen im Oktober 2025 mehr als 120 Wissenschaftler*innen am WZB zusammen. In Keynotes, Paneldiskussionen und mehr als 20 thematischen Sitzungen ging es um den Zustand heutiger Demokratien und um die Suche nach Handlungsmöglichkeiten und Lösungen. Am Eröffnungsabend stand die transatlantische Diskussion im Vordergrund: Der US-Demokrat Beto O'Rourke und die Bundestagsabgeordnete Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) sprachen in der Berliner Akademie der Künste über die Herausforderungen, die die Demokratien in den USA und Deutschland bewältigen müssen. Ein Konferenzbericht ist in den WZB-Mitteilungen zu lesen.

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Fotocollage der 1. WZB-Jahreskonferenz
WZB/Kathrin Kliss

Die Planungen für die 2. Interdisziplinäre WZB-Jahreskonferenz laufen bereits: Vom 7. bis 9. Oktober 2026 lädt das WZB internationale Forschende zum Diskurs über die Herausforderungen der Internationalen Weltordnung ein: „Challenges to International Orders: Causes and Consequences“. Die Konferenz wird von Nicola Fuchs-Schündeln, Steffen Huck, Yasemin Soysal und Michael Zürn organisiert.

Das WZB fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung mit weiteren Maßnahmen und Formaten: 2025 starteten etwa Vernetzungsworkshops im WZB für Promovierende und Postdocs, um den Austausch zu gemeinsamen Themen und Methoden zu fördern und gemeinsame Projektideen zu entwickeln.

Mit einem Global South Fellowship finanzierten die Freundinnen und Freunde des WZB 2025 Forschungsaufenthalte am WZB für drei Nachwuchsforschende aus dem Globalen Süden.

Kooperationen im Berliner Forschungsraum: Aus der Exzellenzinitiative gab es 2025 gleich zwei gute Nachrichten: Die Exzellenzcluster SCRIPTS und MATH+, an denen WZB-Forschende beteiligt sind, werden für sieben weitere Jahre gefördert. SCRIPTS untersucht die autoritären Kräfte, die weltweit liberale Gesellschaften unter Druck setzen. MATH+ erforscht neue Ansätze in der anwendungsorientierten Mathematik für die Nutzung immer größerer Datenmengen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Unter Druck: Wissenschaftsfreiheit

Die jüngsten Krisenjahre haben gezeigt, dass viele Menschen Forschungsergebnisse und subjektive Meinungsäußerungen oft nicht mehr klar trennen. Damit schwindet die Wertschätzung wissenschaftlicher Arbeit. Forschende, die ihre Erkenntnisse öffentlich machen, sehen sich zunehmend Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt, besonders in den sozialen Medien. Das WZB reagierte darauf intern mit Townhall Meetings, Schulungen und Beratungsangeboten sowie praktischer Unterstützung. Zudem wurde in der vierteiligen Online-Reihe „Wissenschaft unter Druck: Skepsis, Anfeindung, Stärkung“ die wachsende Wissenschaftsfeindlichkeit behandelt und mögliche Gegenstrategien entworfen.  Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Wissen teilen: Transfer in die Gesellschaft

Der Wissenstransfer bleibt eine wichtige Aufgabe des WZB. Beim Wissenschaftsjahr 2024 des Bundesforschungsministeriums zum Thema Freiheit war es mit zwei Projekten vertreten: Im Projekt denk!mal FREIHEIT reisten gut 20 Forschende zusammen mit Künstler*innen zu zwölf Schulen in sozial benachteiligten Quartieren in Deutschland und verwandelten Klassenzimmer in Freiheitslabore. Mit ihrer Hilfe entwickelten rund 150 Schüler*innen Trickfilme über ihre Träume von Freiheit und Gedanken zu Unfreiheit, Mobilität, Demokratie und Migration. Außerdem präsentierte das WZB auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft ein Exponat der Forscherin Pola Lehmann, das den politischen Kompromiss an einem interaktiven Tisch erlebbar machte: 

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Fotcollage Schiff MS Wissenschaft und Exponat
WZB

Werkstatt Wahlen 2025: Die vorgezogene Bundestagswahl 2025 forderte auch die Forscher*innen des Manifesto-Projekts heraus, das seit 1979 die Parteiendemokratie untersucht. In kürzester Zeit galt es, Parteiprogramme zu codieren, zu analysieren und zu interpretieren. Für die multimediale Plattform Werkstatt Wahlen untersuchten sie, welche Themen die Parteien in ihren Wahlprogrammen zur Bundestagswahl priorisierten. Mehr zum Projekt in den WZB-Mitteilungen.

Sozialforschung trifft Design: Im Juni 2025 feierte das WZB das zehnjährige Jubiläum des Visual Society Program (VISOP). In der Kooperation mit der Universität der Künste Berlin arbeiten Sozialforscher*innen und Gestalter*innen zusammen, um sozialwissenschaftliche Erkenntnisse visuell darzustellen und auf neue Art verständlich zu machen – sei es durch interaktive Websites, Animationsfilme oder virtuelle Räume. Wie man komplexe gesellschaftliche Begriffe auf anschauliche Weise verständlich macht, zeigt das visuelle Wörterbuch von WZB-Forscherinnen Lena Hipp und Sandra Leumann und Gestalterin Liv Bustorff:

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Thumpnail Polarisierung
Liv Victoria Bustorff

Ebenfalls im Juni 2025 fand nach vier erfolgreichen Projektjahren die Abschlussveranstaltung INSIGHTS Summit – Wirtschaftswissenschaft kommunizieren statt. Ziel des INSIGHTS-Projekts war die Stärkung des Dialogs zwischen Wirtschaftsforschung, politischen Entscheidungsträger*innen, Medien und der Öffentlichkeit durch Diskussionen, Workshops und Kommunikationstrainings. Das Projekt wurde von Dorothea Kübler (WZB) und Peter Haan (DIW Berlin) geleitet.

Beim YES!-Schulwettbewerb 2025 gingen zum 6. Mal WZB-Forschende mit Schulteams an den Start: YES! – Young Economic Solutions ist ein Wettbewerb für ökonomische, gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen. Die Schüler*innen erhielten die Chance, eigene Ideen in Zusammenarbeit mit Forschenden evidenzbasiert zu formulieren, zu präsentieren und mit anderen Schulteams zu diskutieren. Mit ihnen arbeiteten Dorothea Kübler, Christian Basteck, Annika Pohlmann, Jakob Geweke und Dieter Plehwe.

„WZB wirkt“: Der Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft ist auch ein zentrales Anliegen des Vereins der Freundinnen und Freunde des WZB. 2024 förderte er das Transfer-Projekt Wirksam gegen Rechtsaußen von Teresa Völker, Christin Jänicke und Hans-Jonas Gunzelmann vom Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung. In einem Workshop brachten sie zivilgesellschaftliche Akteure aus Vereinen und Initiativen zusammen, um Erkenntnisse und Praxiserfahrungen zum Umgang mit Rechtsextremen auszutauschen. 

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ZZ event
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2025 ging die Förderung an Lena Hipp, Forschungsprofessorin Arbeit, Familie und soziale Ungleichheit, und Stefan Munnes für das Projekt „Wissenschaft trifft Praxis: Wissenschaft und Müllabfuhr im Dialog“. Mit sozialwissenschaftlichen Methoden wollen sie die Gründe und Folgen von Verschmutzung und Vermüllung in Berlin verstehen und herausfinden, wie ein erfolgreicher Wissens- und Datentransfer in die Praxis gelingt. Eine weitere Förderungszusage ging an Lara Bister und Emily Frank aus der Forschungsgruppe Gesundheit und soziale Ungleichheit für ihr Projekt „WZB in Your Kiez – Social Sciences Meet Berlin Urban Culture“. Geplant ist eine Veranstaltungsserie für den Transfer sozialwissenschaftlicher Forschungserkenntnisse zu Obdachlosigkeit, Migration, Gentrifizierung und Erinnerungskultur – unter anderem in Berliner Spätis.

Beiträge in gesellschaftspolitischen Diskursen: WZB-Forschende brachten ihre Expertise auf vielfältige Weise in gesellschaftliche und politische Diskurse ein, arbeiteten an Handlungsempfehlungen der Bundesregierung mit und führten zahlreiche Hintergrundgespräche mit führenden Politikerinnen und Politikern. Um nur einige Beispiele zu nennen:

Nicola Fuchs-Schündeln wurde unter anderem 2025 zum jährlichen Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie zur Tagung der Geschäftsführenden Fraktionsvorstände von CDU/CSU und SPD in Würzburg eingeladen; ihre Empfehlungen an die Koalition stießen auch auf ein großes Medieninteresse. Außerdem war sie Mitglied der Arbeitsgruppe Soziales und Bildung der Initiative für einen handlungsfähigen Staat unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und erarbeitete mit rund 50 weiteren namhaften Expert*innen einen gemeinsamen Abschlussbericht.

Jutta Allmendinger wurde unter anderem in den Deutschen Ethikrat berufen und zur Vorsitzenden der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen ernannt. Seit Februar 2025 ist sie wieder Mitglied des Wissenschaftsrats als eine von acht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, berufen vom Bundespräsidenten auf gemeinsamen Vorschlag der Bundesregierung und der Länderregierungen.

Mit den Fairwork Deutschland Bewertungen 2025 veröffentlichte das Fairwork-Projekt, geleitet von Martin Krzywdzinski und Mark Graham (Oxford Internet Institute), eine neue Studie zu den Arbeitsbedingungen in der deutschen Plattformökonomie. Mit ernüchterndem Ergebnis: Die Arbeitsbedingungen haben sich eher weiter verschlechtert, wie Patrick Feuerstein, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion, in einem Interview mit der ARD-Sendung Kontraste erläuterte.

Ruud Koopmans Buch „Die Asyl-Lotterie. Eine Bilanz der Flüchtlingspolitik von 2015 bis zum Ukraine-Krieg“ hatte einen spürbaren Einfluss auf die öffentliche und politische Debatte und führte zu großem Medieninteresse und Einladungen zu Beratungsgesprächen mit hochrangigen Politikern, unter anderem im Europäischen Parlament in Brüssel und zur Klausurtagung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion 2024 in Neuhardenberg. Seit 2025 ist der Direktor der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung Mitglied im Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung des Bundesministeriums des Innern.

Dorothea Kübler, Direktorin der Abteilung Verhalten auf Märkten, war als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am Gutachten „Bürokratieabbau und ergebnisorientiertes Verwaltungshandeln“ beteiligt.

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) feierte im November 2024 sein 20-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung am WZB. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 berät der RatSWD die Bundesregierung sowie die Regierungen der Länder in Fragen der Forschungsdateninfrastruktur und trägt so zur Verbesserung des Zugangs zu Daten in der Sozial- und Wirtschaftsforschung bei. 

Michael Wrase, Leiter der Forschungsgruppe Recht und Steuerung im Kontext sozialer Ungleichheiten, hat mit seiner Forschung zur Reform der Berliner Schulgeldregelung beigetragen. Das Land Berlin reformierte 2025 die Schulgeldregelung für unabhängige Schulen und setzte eine zentrale Forderung aus einer WZB-Studie aus dem Jahr 2017 von Michael Wrase, Laura Jung und Marcel Helbig um.

Daniel Ziblatt, Direktor der Abteilung Transformationen der Demokratie, diskutierte die Thesen seines Buches „Tyrannei der Minderheit“ 2024 unter anderem mit dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden, mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und weiteren führenden deutschen sowie internationalen Politiker*innen.

Den Austausch mit Medienschaffenden fördert das Journalist in Residence-Fellowship, indem es Journalist*innen einen Gastaufenthalt am WZB ermöglicht. 2024 forschte Antje Lang-Lendorff (taz) dazu, wie Krisen Gesellschaften verändern, und Oliver Moody (The Times) zur Geschichte und Geopolitik der Länder des Ostseeraums. 2025 waren die Fellows zwei freie Journalist*innen: Juli Katz arbeitete zu Rechtsextremismus und zivilgesellschaftlichem Engagement und Tobias Asmuth untersuchte, wie in der Berliner Politik über Künstliche Intelligenz gesprochen wird.

Im Herbst 2025 arbeiteten außerdem zwei Artists in Residence am WZB: Die Künstler*innen Daria Syvakos und Mika Ebbing setzten sich mit der Zukunft unserer kranken und pflegebedürftigen Körper auseinander. Das Fellowship erinnerte an den im Jahr 2024 verstorbenen ehemaligen Präsidenten Meinolf Dierkes und wurde von den Freundinnen und Freunden des WZB gefördert. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Ausgezeichnet bewertet: Evaluierung am WZB

Große Freude am WZB zum Jahresende 2025: Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft gab das Ergebnis der turnusmäßigen Evaluierung bekannt, bescheinigte dem WZB ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen und empfahl eine weitere Förderung durch Bund und Länder. Das WZB leiste einen wichtigen Beitrag sowohl in Bezug auf wissenschaftliche Erkenntnisse als auch auf den Wissenstransfer in Politik und Gesellschaft – es sei „eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen in seinem Bereich“. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Anerkennung: Ehrungen, Preise, Berufungen

Spitzenforschung zu Demokratisierung und Autokratisierung: Zwei herausragende Forschungsstipendien gingen 2025 an WZB-Forschende: Vanessa Boese-Schlosser erhielt für ihre Forschung zu Regimetypen und sozioökonomischen Wechselwirkungen einen Starting Grant des European Research Council (ERC), das mit 1,5 Millionen Euro am höchsten dotierte Einzelstipendium für Nachwuchsforschende in Europa. Ab 2026 untersucht ihre neue Forschungsgruppe Waves of Regime Transformation die globalen, nationalen und regionalen Faktoren für politische Umwälzungen. Johannes Gerschewski erhielt eine Förderung für das Heisenberg-Programm der DFG und untersucht in seinem Forschungsprojekt „Demokratische Selbstverteidigung in Zeiten von Autokratisierung“, wie sich liberale Demokratien gegen die globale demokratische Regression wehren können. Ebenfalls im Rahmen des Heisenberg-Programms der DFG forscht seit Herbst 2025 Dana Burchardt, Mitarbeiterin der Forschungsprofessur Internationales und vergleichendes Verfassungsrecht, am WZB.

Zahlreiche weitere WZB-Forschende freuten sich über Preise und Auszeichnungen. Um nur einige zu nennen: Jeyhun Alizade erhielt einen Best Graduate Student Paper Award der American Political Science Association. +++ Jutta Allmendinger wurde 2024 mit dem Trailblazer for Inclusion Award der Berlin International University of Applied Sciences ausgezeichnet und erhielt 2025 den August-Bebel-Preis für ihr Eintreten für soziale Gerechtigkeit als Soziologin, Autorin, Forschungsmanagerin und politische Beraterin. +++ Christian Basteck erhielt den Best Paper Award der Fachkonferenz Match-Up für seinen Beitrag „An Axiomatization of the Random Priority Rule“. +++ Martin Ehlert, Leiter der Forschungsgruppe Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen am WZB, Sascha dos Santos (DIW Berlin), Martina Dieckhoff (Universität Rostock) und Antje Mertens (HWR Berlin) erhielten den NEPS-Publikationspreis für ihre Vergleichsarbeit zu den Vorteilen berufsbezogener Weiterbildungsmaßnahmen in Deutschland und Großbritannien. +++ Clara van den Berg erhielt für ihre Dissertation „What Sticks? The Pro-Refugee Mobilization of 2015/16 and the Lasting Formation of Local Civic Action Communities“ den Tiburtius-Anerkennungspreis der Rektor*innen und Präsident*innen der Berliner Hochschulen. +++ Lara Bister erhielt den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung für ihre Dissertation „Adverse Economic Conditions, Family Interlinkages and Health Across the Life Course“. 

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Lara Bister Thumpnail

An Berenike Firestone ging der Friends of the WZB Award 2025 für ihr Interview „Aktives Erinnern“ im Deutschlandfunk Kultur. +++ Nicola Fuchs-Schündeln wurde 2025 mit dem Gustav-Stolper-Preis des Vereins für Socialpolitik ausgezeichnet; der Preis wird an herausragende Wissenschaftler verliehen, deren wissenschaftliche Erkenntnisse einen bedeutenden Einfluss auf die öffentliche Debatte haben und zur Lösung aktueller wirtschaftlicher Probleme beitragen. Im manager magazin wurde dieWZB-Präsidentin als eine der 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft präsentiert und im Tagesspiegel zu den 100 wichtigsten Köpfen der Berliner Wissenschaft gezählt – Letzteres galt auch für Lara Bister.

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Nicola Fuchs-Schündeln wird mit dem Gustav-Stolper-Preis ausgezeichnet
Patric Fouad (Verleihung des Gustav-Stolper-Preises durch Klaus M. Schmidt)

+++ Dieter Gosewinkel, Pola Lehmann und Johannes Gerschewski verbrachten als Fellows vier Monate im Thomas Mann House in Los Angeles. +++ Lisa Hahn erhielt für ihre Dissertation „Strategische Prozessführung. Zur politischen Nutzung von Recht durch Klagekollektive“ den Promotionspreis der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin für die beste Promotion im Fachgebiet Öffentliches Recht. +++ Jeanette Hofmann, Leiterin der Forschungsgruppe Politik der Digitalisierung,wurde im Oktober 2025 als neues Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) gewählt. Acatech berät Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. +++ Carla Hornberg wurde für ihren gemeinsam mit Jan Paul Heisig und Heike Solga verfassten Artikel „Strengthening the Labour Force Participation of Low-qualified Individuals in Europe“ mit dem Friends of the WZB Award 2024 ausgezeichnet. +++ Swen Hutter, Direktor des Zentrums für Zivilgesellschaftsforschung, und Endre Borbáth erhielten den Peter Mair Prize 2024 des Council for European Studies (CES) für den Beitrag „What’s in a Name? Party Branding in Europe“. +++ Christin Jänicke erhielt den Friends of the WZB Award 2025 für ihren Artikel „Entwicklung rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland“. +++ Rohan Khan erhielt ein ECSR Visitor Grant des European Consortium for Sociological Research und ein DAAD-Forschungsstipendium für Doktoranden. +++ Hans-Dieter Klingemann wurde im März 2025 mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ ausgezeichnet. Er war von 1989 bis 2003 Direktor der Abteilung Institutionen und sozialer Wandel und ist dem WZB auf vielfältige Weise verbunden geblieben. 

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Bundesverdienstkreuz
SenWGP (Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra und Hans-Dieter Klingemann)

Andreas Knie, Leiter der Forschungsgruppe Digitale Mobilität und Soziale Differenzierung, wurde im Rahmen des NeMobil-Projekts mit dem Deutschen Mobilitätspreis des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) in der Kategorie „Neue Mobilitätslösungen“ ausgezeichnet. +++ Lennart Schürmann reiste 2024 mit einem WZB Harvard Merit Fellowship für ein halbes Jahr an die Harvard University. +++ Anna Skarpelis wurde gleich mehrfach für ihren Beitrag „Horror Vacui. Racial Misalignment, Symbolic Repair, and Imperial Legitimation in German National Socialist Portrait Photography“ geehrt: mit dem Roger Gould Prize des American Journal of Sociology sowie mit drei Auszeichnungen der American Sociological Association. +++ Teresa Völker erhielt den Dissertationspreis 2025 der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft für ihre Arbeit „Mainstreaming the Far Right: How Far-Right Actors and Ideas Shape Public Debates“. +++ Michael Zürns Buch „A Theory of Global Governance“ wurde für die chinesische Übersetzung mit dem „Best Translated Book Award of 2024“ der Social Sciences Academic Press China ausgezeichnet. 
Alle Ehrungen, Preise und Stipendien für WZB-Forscher*innen finden Sie hier

Berufungen
Das WZB ist stolz darauf, dass ein erheblicher Teil der WZB-Postdocs auf Professuren wechseln kann. Maja Adena wurde auf die gemeinsame unbefristete S-Professur Angewandte Mikroökonomie an der Technischen Universität Berlin berufen. Sie ist Leiterin der neuen Forschungsgruppe Information, Anreize, Ungleichheit am WZB. +++ Tanja Herklotz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Recht und Steuerung im Kontext sozialer Ungleichheiten, ist seit Oktober 2025 Gastprofessorin für Sozialrecht an der Universität Kassel. +++ Jessica Kim, ehemalige Mitarbeiterin der Forschungsprofessur Globale Soziologie, erhielt einen Ruf des Departments of Sociology der University of Pittsburgh. +++ Alexandra Scacco, stellvertretende Direktorin der Abteilung Institutionen und politische Ungleichheit, erhielt einen Ruf als Professorin für Comparative Politics an der Universität Hamburg und bleibt parallel am WZB. +++ Matthew D. Stephen, ehemaliger Mitarbeiter der Abteilung Global Governance, trat eine Professur für Politikwissenschaft an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg an. +++ Justyna Stypińska, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion, wurde für die Studienjahre 2025/26 und 2026/27 auf die Dorothea-Erxleben-Gastprofessur an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen. +++ Lena Ulbricht, Gastwissenschaftlerin der Forschungsgruppe Politik der Digitalisierung, nahm einen Ruf auf die Professur Politik und Digitalisierung an der Universität Hildesheim an. +++ Hannah Zagel erhielt einen Ruf auf eine unbefristete Professur für Lebenslaufsoziologie an der Technischen Universität Dortmund und leitet weiterhin die Emmy-Noether-Gruppe Regulierung von Reproduktion im Ländervergleich am WZB.
Hier finden Sie eine vollständige Übersicht der Rufe sowie der abgeschlossenen Promotionen. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Im Dialog: Rückblick auf Veranstaltungen

Margot Friedländer berührte und begeisterte das Publikum im voll besetzten Veranstaltungssaal. Ihr Besuch im Januar 2024 am WZB eröffnete die Veranstaltungsreihe Starke Stimmen für Vielfalt“, die von Jutta Allmendinger initiiert und den Freundinnen und Freunden des WZB gefördert wurde. An sechs Abenden sprachen außergewöhnliche Persönlichkeiten mit dem Publikum über Vielfalt aus der Perspektive ihrer eigenen Biografien. Neben der 2025 verstorbenen Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer waren die Gäste der ehemalige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger, Moderatorin Mo Asumang, die Paralympics-Gewinnerin und VdK-Vorsitzende Verena Bentele und die ehemalige Obdachlose Janita-Marja Juvonen. In Kooperation mit der Barenboim Said Akademie sprachen der Traumaforscher Gabor Maté und Macartan Humphreys über Traumata in Israel and Palestine.

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Collage Veranstaltungsreihe Starke Stimmen für Vielfalt 2024
Felix Löchner_Gesine Born_Bernhard Ludewig_Jacobia Dahm_Bernhard Ludewig_Michael Starosta

Die weltweiten Herausforderungen für Demokratien standen auch im Fokus verschiedener WZB-Veranstaltungen. Im Mai 2024 blickten Daniel Ziblatt und die Autorin und Journalistin Annika Brockschmidt unter dem Titel Demokratie unter Druck: Was sie schwächt, was sie stärkt auf die bevorstehenden Wahlen in Deutschland und den USA. – Nach Donald Trumps überraschend klarem Wahlsieg im November 2024 diskutierten Nicola Fuchs-Schündeln, Daniel Ziblatt und Michael Zürn über die möglichen Folgen für Handel, Inflation, politische Institutionen und internationale Beziehungen und über die Wege, die demokratische Strukturen stärken können. Eines stand fest: Es würden unruhige Zeiten werden.

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WZB Veranstaltungssaal mit Publikum und Podiumsgespräch
Felix Löchner

Bei der PodiumsdiskussionReform der Flüchtlingspolitik: Was ist nötig, was ist möglich? im Rahmen der Jahreskonferenz des WZB-Forschungsschwerpunkts Migration und Diversität diskutierten im März 2025 Erik Marquardt (MdEP, Die Grünen/EFA), Victoria Rietig (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) und Ruud Koopmans, Direktor der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung, unter anderem darüber, wie eine Regulierung von Fluchtmigration unter Wahrung von Menschenrechten und internationalen Abkommen gelingen kann.

Welche Rolle spielen Emotionen in der Demokratie? Welche Gefühle bringen Menschen an die Wahlurne? Dies diskutierte WZB-Visiting Research Professor Eva Illouz mit dem Soziologen Hartmut Rosa im April 2025. Das Gespräch fand große Beachtung, vor Ort ebenso wie im Livestream.

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Podium mit Hartmut Rosa und Eva Illouz und Publikum
WZB/Michael Starosta

Der Kohli-Preis für Soziologie wurde im November 2024 erstmals am WZB verliehen und ging an Michèle Lamont (Harvard University) für ihre bahnbrechende vergleichende Forschung zu Kultur, sozialer Ungleichheit und Inklusion. Den Infrastructure Prize for Sociology nahm Rory Fitzgerald für den European Social Survey (ESS) entgegen, der frei zugängliche Daten zu Einstellungen, Überzeugungen und Verhalten der Bevölkerung liefert. Eindrücke des Festakts sind in den WZB-Mitteilungen nachzulesen. 

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Kohli-Award 2024
WZB/Bernhard Ludewig (Martin Kohli und Michèle Lamont)

Ebenso glanzvoll war die Verleihung des A.SK Social Science Award. Preisträgerin des 10. A.SK-Preises war die Ökonomin Pinelopi „Penny“ Koujianou Goldberg (Yale University), die im November 2025 bei einer feierlichen Veranstaltung für ihre Forschung zu den Auswirkungen globaler Handelspolitik auf Wohlstand und Ungleichheit ausgezeichnet wurde. Preisträger des A.SK Bright Mind Award für Nachwuchsforschende war der Politikwissenschaftler Vicente Valentim (IE University Madrid). Auszüge aus Penny Goldbergs Rede sind in den WZB-Mitteilungen erschienen.

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Dorothea Kübler, Penny Goldberg, Jörg Kukies
WZB/Bernhard Ludewig (Dorothea Kübler, Pinelopi Koujianou Goldberg, Jörg Kukies)

In der Reihe „Junge Wissenschaft trifft Politik“ treffen junge Sozialforschende seit nunmehr zehn Jahren auf Entscheider*innen aus der Politik und erörtern, was die Wissenschaft zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen kann. Im Juni 2024 sprach der damalige SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert mit jungen WZB-Wissenschaftler*innen und Jutta Allmendinger. Im Januar 2025 kam Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz des Landes Berlin, zum Gespräch mit jungen WZB-Forschenden und Nicola Fuchs-Schündeln.

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Felor Badenberg mit einer Gruppe junger Forschender
WZB/Michael Starosta

In der gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit dem Museum für Naturkunde Berlin „Wissenschaft, natürlich!“ lautete das Thema im Januar 2025 „Alle Zeit der Welt“. Politikwissenschaftler Weert Canzler (WZB), Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Heyne (Museum für Naturkunde Berlin) und die historische Soziologin Daniela Russ (Universität Leipzig) sprachen über die Frage „Wie erzählen wir uns von der Energie und ihrer Wende?“. Im November 2025 hieß das Thema „Forschen für die Demokratie“: Nicola Fuchs-Schündeln und Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde, diskutierten darüber, was Wissenschaften und Forschungsmuseen zur Stärkung der Gesellschaft beitragen können.

Verstörende Kunst: Was lehrt der Documenta-Skandal vom Sommer 2022? Darüber debattierten WZB-Emeritus Michael Hutter und Heinz Bude, Emeritus der Universität Kassel und Gründer des dortigen documenta Instituts, im April 2025. Die „Welt“ nannte den Grundton des Abends „respektvolle Uneinigkeit“. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

##Personen: Willkommen und Abschied

Gäste
Seit Herbst 2024 ist Alexander D. Hoppe als Kohli-Fellow am WZB: Sein Postdoc-Projekt in der Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion beschäftigt sich mit den Arbeitsprozessen in der Modebranche.

Moses Shayo, Professor der Ökonomie an der Hebrew University Jerusalem und am King's College London, war 2025 Karl W. Deutsch Gastprofessor am WZB. In seiner Lecture „On Social Learning and Social Identity“ präsentierte er die Ergebnisse einer Studie zu Identität und ihren Auswirkungen auf Polarisierung und Informationsverbreitung.
Weitere WZB-Gäste sind auf unserer
Website zu finden.

Amtswechsel im Beirat: Catherine De Vries, Professorin für Politikwissenschaft an der IE University Madrid, wurde im Oktober 2024 zur neuen Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats des WZB gewählt. Ihre Vorgängerin Christine Landfried, die das Amt der Vorsitzenden acht Jahre lang mit größtem Engagement ausgeübt hatte, schied zum 31. Juli 2024 aus dem Gremium aus. Eine Würdigung ist in den WZB-Mitteilungen erschienen. Anna Grzymala-Busse, Stanford University, Stefanie Walter, Universität Zürich, und Nils B. Weidmann, Universität Konstanz, wurden 2024 als neue Mitglieder in den Beirat berufen. 2025 wurden Belinda Archibong (Johns Hopkins University), Juan Carlos Castillo (Universidad de Chile), Nico Krisch (Graduate Institute of International and Development Studies), und Valentina di Stasio (European University Institute) in den Beirat berufen. Juliet B. Schor, Patrick Simon und Donald Tomascovic-Devey sind aus dem Gremium ausgeschieden.

Amtswechsel im Kuratorium: Anne Peters (Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht), Vera E. Troeger (Universität Hamburg) und Katrin Auspurg (Ludwig-Maximilians-Universität München) wurden 2024 erstmalig in das Kuratorium des WZB berufen. Sie folgten auf Gertrude Lübbe-Wolff, Nicole Deitelhoff und Karin Gottschall. Auf den Sitz von Wilhelm Krull wurde Monika Schnitzer (Ludwig-Maximilians-Universität München) bestellt, die das Amt zum Januar 2025 antrat. Wolfgang Rohe (Stiftung Mercator) folgte auf Susanne Moser.

Amtswechsel bei den Freundinnen und Freunden des WZB: Nach zwölf Jahren wurde Schatzmeister Wolfgang Hünnekens, Honorarprofessor für Digitale Kommunikation an der Universität der Künste Berlin und Unternehmensberater, im November 2025 mit großem Dank verabschiedet. Er übergab das Ehrenamt an Thorsten Freiberger, Leiter Organisations- und Produktivitätsmanagement bei der Berliner Sparkasse.

#Abschied
Jutta Allmendinger
wurde am 4. September 2024 feierlich aus ihrem Amt als WZB-Präsidentin verabschiedet. Sie leitete und prägte das WZB als Einrichtung, sein Netzwerk und seine Reputation in Wissenschaft und Gesellschaft seit 2007. Neue Abteilungen und Forschungseinheiten, die systematische Nachwuchsförderung, die Vernetzung zwischen den Gruppen und Disziplinen, die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, die Einrichtung einer Ethikkommission und die Akquise großer Drittmittelprojekte wie das Weizenbaum Institut sind nur einige von vielen Erfolgen, die das WZB ihr zu verdanken hat. Würdigungen aus Wissenschaft und Kultur zum Abschied Jutta Allmendingers sind in den WZB-Mitteilungen nachzulesen.

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Collage mit 3 Fotos vom Amtswechsel Jutta Allmendinger
Fotos David Ausserhofer

Ursula Noack wechselte nach 32 erfolgreichen Jahren am WZB im April 2025 als kaufmännische Geschäftsführerin an das Mercator Institute for China Studies. Sie schuf die administrativen Rahmenbedingungen für exzellente wissenschaftliche Forschung und gestaltete auch das WZB-Gebäude behutsam um: Unter ihrer Leitung wurde der lang ersehnte und nicht mehr wegzudenkende Wintergarten gebaut und eine Photovoltaikanlage auf dem WZB-Dach installiert. Ihr Vorgänger Heinrich Baßler schrieb zum Abschied von Ursula Noack für die WZB-Mitteilungen.

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Portraitfoto Ursula Noack
WZB/Bernhard Ludewig

Bernhard Weßels, seit 1989 am WZB tätig und von 2020 bis 2022 Geschäftsführender Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung, ist seit September 2024 im Ruhestand. Als WZB-Fellow bleibt er dem WZB weiterhin verbunden.

Neben fröhlichen Abschiedsfesten galt es auch, endgültige Abschiede zu begehen: 2024 würdigte das WZB mit Angehörigen, Wegbegleiter*innen und zahlreichen Beschäftigten des WZB in zwei feierlichen Gedenkveranstaltungen die beiden verstorbenen ehemaligen Präsidenten Friedhelm Neidhardt und Meinolf Dierkes. Friedhelm Neidhardt verstarb am 31. Oktober 2023. Er war von 1994 bis 2000 Präsident des WZB und hatte zuvor die Abteilung Öffentlichkeit und soziale Bewegungen geleitet. Meinolf Dierkes, der erste Präsident des WZB von 1980 bis 1998, verstarb am 18. August 2024. Unter seiner Leitung ist das Gebäude am Reichpietschufer entstanden, das die bis dahin in Berlin verteilten WZB-Institute zusammenführte. Weitere 18 Jahre war er Direktor der Abteilung Innovation und Organisation.

Drei neue Forschungsgruppen wurden 2024 am WZB eingerichtet: Die Forschungsgruppe der neuen Präsidentin Ungleichheit, soziale Mobilität und Wachstum befasst sich mit der makroökonomischen Analyse von Verteilungsfragen sowie der Entwicklung von Ungleichheit im Querschnitt und im Zeitverlauf. Weitere Forschungsgruppen sind Information, Anreize, Ungleichheit unter der Leitung von Maja Adena, die unter anderem zu Spendenverhalten und Ehrenamtlichkeit forscht, und Recht und Steuerung im Kontext sozialer Ungleichheiten unter der Leitung von Michael Wrase, die die Bildungsforschung aus rechtswissenschaftlicher Perspektive ergänzt.

Zum Januar 2024 wurde die Forschungsprofessur Verhaltensökonomie und Entscheidungsfreiheit von Steffen Huck eingerichtet, gleichzeig wurde die von ihm geleitete Abteilung Ökonomik des Wandels schrittweise zum September 2024 beendet. 

Die Forschungsgruppe Digitale Mobilität und gesellschaftliche Differenzierung von Andreas Knie und Weert Canzler wurde bis Ende 2025 verlängert.

Die Forschungsgruppe Effort and Social Inequality endete im Februar 2024 mit dem Abschluss des von Jonas Radl geleiteten ERC-Projekts. Die Zusammenarbeit mit Jonas Radl wird im Rahmen einer Visiting Research Professur fortgesetzt.

Weitere Informationen zu den Forschungseinheiten des WZB, ihren Projekten und Veröffentlichungen finden Sie auf unserer Website unter Forschung.
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#Klimaschutz: Mehr Nachhaltigkeit am WZB

Ein wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit: Seit Februar 2025 liefert die neue Photovoltaikanlage rund 35 Prozent des Strombedarfs des WZB. Die Leistung der Anlage kann hier live verfolgt werden.

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Dach des WZB-Gebäudes mit Photovoltaikanlage
WZB/Michael Starosta

Weitere Klimaschutzmaßnahmen wurden umgesetzt: Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Berlin wurden 600 Setzlinge verschiedener Wildpflanzenarten auf dem WZB-Gelände angepflanzt – ein Beitrag zur Biodiversität der Stadt. Und seit September 2025 wird das vierteljährliche Forschungsmagazin WZB-Mitteilungen auf 100-Prozent-Recyclingpapier gedruckt. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

#Ausblick: 2026

Die Zeiten sind unruhig, die Herausforderungen groß – umso wichtiger bleibt die Aufgabe der Wissenschaft, Zusammenhänge und Ursachen zu erforschen und Antworten auf die drängenden gesellschaftlichen Fragen zu finden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am WZB werden ihre Forschungsergebnisse weiter in Publikationen, Debatten und Veranstaltungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Ein wichtiges Signal ist die Einrichtung einer neuen Abteilung für Demokratieforschung voraussichtlich ab Herbst 2026. Mit Vorfreude erwarten wir ebenso die 2. Interdisziplinäre WZB-Jahreskonferenz im Oktober. Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Mehr über unsere Forschung erfahren Sie auf unserer WZB-Website, in den sozialen Medien oder auch in den WZB-Mitteilungen. Abonnieren Sie unseren Newsletter, besuchen Sie unsere öffentlichen Veranstaltungen.
Wir freuen uns auf Sie!

 

Stand: März 2026; Chefredaktion: Dr. Gritje Hartmann; Redaktion: Kathrin Kliss, Maximilian Peukert, Kerstin Schneider, Dr. Katrin Schwenk; Kontakt: presse [at] wzb.eu
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