Die Äußerste Rechte und Demokratieabbau: Reaktionen von Parteien, Zivilgesellschaft und Medien
Rechtsradikale und rechtsextreme Parteien haben in vielen europäischen Demokratien erhebliche Wahlerfolge erzielt. Politische Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien reagieren auf diese Entwicklung auf unterschiedliche Weise, von Opposition und Gegenmobilisierung bis hin zu Anpassung und der Normalisierung rechtsextremer Akteure und Ideen. Bislang wissen wir jedoch vergleichsweise wenig darüber, was diese unterschiedlichen Reaktionen prägt und welche Folgen sie haben.
Das Projekt untersucht, wie politische und gesellschaftliche Akteure auf die äußerste Rechte reagieren und wie politische und diskursive Kontexte diese Reaktionen prägen. Es fragt: Wie reagieren politische Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien auf rechtsradikale und rechtsextreme Akteure und Agenden? Was motiviert unterschiedliche Reaktionsstrategien? Und wie beeinflussen politische und diskursive Gelegenheitsstrukturen diese Reaktionen und ihre Folgen?
Das Projekt liefert systematische vergleichende Erkenntnisse darüber, wie politische und gesellschaftliche Akteure in unterschiedlichen europäischen Kontexten auf die extreme Rechte reagieren. Dabei verbindet es drei Perspektiven:
- Mobilisierung: Analyse von Mobilisierungen gegen die extreme Rechte.
- Kontext: computergestützte und qualitative Textanalyse öffentlicher und parlamentarischer Debatten.
- Motivation: halbstrukturierte Interviews dazu, wie Medienschaffende unterschiedliche Reaktionsstrategien begründen und auswählen.
Das Projekt verbindet neu erhobene Interviewdaten mit Protestereignisdaten und computergestützten Analysen von Massenmedien, sozialen Medien und Parlamentsdebatten. Dieser multimethodische Ansatz ermöglicht neue vergleichende Erkenntnisse darüber, wie Reaktionen auf die extreme Rechte entstehen, zwischen politischen Kontexten variieren und politische und öffentliche Debatten prägen.