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Gegenstand des Forschungsprojektes ist die Diffusion von Democratic Backsliding über nationale Grenzen hinweg. Das Konzept der Diffusion beschreibt in der vergleichenden Regimewandelforschung Prozesse, bei denen jeder Fall eines Phänomens (hier: von Democratic Backsliding) die Wahrscheinlichkeit für zukünftig auftretende Fälle erhöht. Einzelne Fälle sind also nicht voneinander unabhängig, es findet eine Art von ‚Ansteckung‘ statt. Empirisch lässt sich beobachten, dass Fälle von Democratic Backsliding sich augenscheinlich häufig in enger zeitlicher Folge und in räumlich verbundenen Ländern ereignen. Dass diese Fälle voneinander unabhängig sind, erscheint nicht plausibel.
Für einen sozialen Rechtsstaat ist es elementar, dass die sozialen Rechte, die er gewährt, auch tatsächlich realisiert werden (können). In Deutschland gibt es dazu seit Jahrzehnten kaum Forschung, weder theoretisch-konzeptionell noch empirisch.
Zugleich besteht aber Anlass zu vermuten, dass – womöglich infolge wachsender Ungleichheiten und trotz neuer digitaler Rechtsverfolgungsmöglichkeiten – eine Reihe sozialer Gruppen keinen adäquaten Zugang zum Recht haben. Unser Vorhaben soll den Weg dafür bereiten, die bestehende Forschungslücke zu schließen, indem es erneuerte theoretisch-konzeptionelle Grundlagen für die Rechtszugangsforschung im deutschsprachigen Raum schafft.